FAQ – Fragen und Antworten

Die am häufigsten gestellten Fragen zu Fairtrade und TransFair

Sie haben Fragen zu Fairtrade, dem Fairtrade-Siegel, den diversen Fairtrade-Produkten und deren Zertifizierung? Sie fragen sich wie Fairtrade zu Umwelt und Klima steht und welche Standards bei Fairtrade gelten? Wir haben die am häufigsten gestellten Fragen zu den wichtigsten Fairtrade-Themen gesammelt. 

Fairtrade Produkte

Welche Produkte gibt es mit Fairtrade-Siegel?

Generell können nur die Produkte ein Fairtrade-Siegel tragen, für die es Fairtrade-Standards gibt. Die Fairtrade-Standards werden von Fairtrade International in Bonn entwickelt.

Fairtrade-Produkte gibt es vor allem unter den klassischen "Kolonialwaren" wie Kaffee, Kakao oder Bananen, aber auch Honig oder Wein oder Zucker sind fair gehandelt erhältlich. Neben Lebensmitteln gibt es auch einige Non-Food-Produktgruppen (keine Lebensmittel) wie zum Beispiel Blumen, Textilien aus fairer Baumwolle oder Sportbälle, die das Fairtrade-Siegel tragen.

Inzwischen gibt es 20 verschiedene Produktkategorien.

Unter dem Navigationpunkt Produkte finden Sie Informationen über die verschiedenen Produkte und Produktgruppen.

Alle Fairtrade-Standards (in Englisch) finden Sie auf der Website von Fairtrade International

Welche Produkte mit Fairtrade-Siegel gibt es in Deutschland?
Einen Produkt-Finder mit Fairtrade-Produkten, die in Deutschland erhältlich sind finden Sie unter: Einkaufen/Produkt-Finder

Warum enthalten einige Produkte den Hinweis, sie seien „fair gehandelt“, tragen jedoch nicht das Fairtrade-Siegel?

Einige Organisationen engagieren sich seit vielen Jahren für den Fairen Handel. Viele dieser Organisationen gründeten sich lange bevor die Fairtrade-Zertifizierung überhaupt ins Leben gerufen wurde. Zum Teil bieten diese Unternehmen oder Organisationen auch Produkte an, für die es noch keine Fairtrade-Standards gibt – wie zum Beispiel Kunsthandwerk.

Fairer Handel oder „fair gehandelt“ ist kein geschützter Begriff. Bei Produkten, die den Anspruch erheben, fair gehandelt zu sein, ist es wichtig genau nachzufragen, worauf sich dieser Anspruch gründet. Nur das Fairtrade-Siegel unterliegt unabhängigen Prüfungen und garantiert die Einhaltung festgelegter Standards. Wenn Sie sichergehen wollen, dass kleinbäuerliche Familien und abhängig Beschäftigte auf Plantagen ihre Produkte unter fairen Bedingungen verkaufen, halten Sie Ausschau nach Produkten mit dem Fairtrade-Siegel oder kaufen Sie im Weltladen ein!

Wo kann ich Fairtrade-Produkte kaufen?

Fairtrade-Produkte gibt es inzwischen in ca. 42.000 Supermärkten, Weltläden und Bioläden so wie in 20.000 gastronomischen Betrieben. Im Fairtrade Produkt-Finder finden Sie fast alle Produkte und ihre Verkaufsstellen. Falls die Verkaufsstellen nicht ausdrücklich genannt werden, wenden Sie sich bitte an den Hersteller. Die Email-Adresse finden Sie ebenfalls in Produkt-Finder. Weitere Einkauf-Tipps finden Sie auf dieser Website im Bereich

Einkaufen >

Wie kann ich Fairtrade-zertifizierte Produkte in das Angebot meines Ladens, Cafés, Restaurants oder meiner Schule aufnehmen?

Im Bereich "Für Unternehmen" auf unserer Website finden Sie unsere Partner in Zuständigkeiten aufgeführt:

Dort erhalten Sie auch weitere für Unternehmen relevante Informationen.

In meinem Laden, Supermarkt oder Café werden keine Fairtrade-Produkte angeboten. Was kann ich tun?

42.000 Supermärkte, Weltläden und Naturkostläden bieten Fairtrade-Produkte an. Sollten Sie in Ihrem Einkaufsort keine Fairtrade-Produkte finden oder ein Produkt nicht erhältlich sein, fragen Sie gerne bei den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen nach. Bitten Sie diese, die Geschäftsführung von Ihrem Kaufwunsch zu informieren. Weisen Sie das Verkaufspersonal auf die breite Palette der Fairtrade-Produkte hin. Hierfür eignen sich besonders die Fairtrade-Informationsbroschüren, die auf unserer Webseite unter Materialien heruntergeladen oder kostenlos bestellt werden können.

Materialien in der Mediathek bestellen

Kann ich von TransFair kostenlose Fairtrade-Produktproben erhalten?

Da TransFair nicht mit Produkten handelt, können wir leider keine Produktproben zur Verfügung stellen. Ihre Anfragen für Produktproben müssen Sie an die jeweiligen Unternehmen und Hersteller von Tee, Kaffee, Zucker oder Schokolade stellen. Wir können leider nicht versprechen, dass diese Firmen kostenlos Produktproben zur Verfügung stellen können. Eine Liste aller Firmen, die mit Fairtrade-Produkten handeln finden Sie hier:

Warum gibt es keine kunsthandwerklichen Produkte mit Fairtrade-Siegel?

Das System der Fairtrade-Zertifizierung wurde ursprünglich für Produkte des Rohstoffmarktes entwickelt. Es ist sehr schwierig, dieses Modell standardisierter Mindestpreise an kunsthandwerkliche und andere spezielle Produkte anzupassen. Denn die Situation kleingewerblicher Kunsthandwerker und Handwerker ist jeweils einzigartig. Kunsthandwerkliche Produkte bestehen oft aus verschiedenen Materialien und sind in ihren Produktionsprozessen und -kosten völlig verschieden. Die Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) arbeitet jedoch zusammen mit der World Fair Trade Organization (WFTO) an möglichen Lösungen für ein Zertifizierungsprogramm im kunsthandwerklichen Bereich.

In naher Zukunft wird es jedoch keine Fairtrade-Standards für kunstwerkhandliche Produkte geben, die die Grundlage für eine Fairtrade-Zertifizierung darstellen.

Gleichwohl sind viele fair gehandelte kunsthandwerkliche Produkte ohne Fairtrade-Zertifizierung in den bundesweiten Weltläden erhältlich [www.weltladen.de]

Warum gibt es keine Milch mit Fairtrade-Siegel oder andere Fairtrade-Produkte aus dem "Norden"?

Der Faire Handel entwickelt sich kontinuierlich weiter. Dazu gehört auch die Diskussion um den so genannten „fairen Handel im Norden“. Es gibt Produzenten im Norden, die beispielsweise durch Konzentrationsprozesse bei Milchproduzenten und - verarbeitern, benachteiligt sein können. Jedoch geht es bei dem in diesem Kontext gebrauchten Begriff „fair“ aber nicht vorrangig um Armutsbekämpfung.  Es geht vielmehr um die Einhaltung von z.B. Sozialgesetzgebung oder Tarifrecht – also eigentlich „korrektem Verhalten“.

Die Ausdehnung des klassischen Fairen Handels auf den „Norden“ ist unserer Ansicht nach nur mit erheblichen finanziellen und personellen Ressourcen möglich – Ressourcen, die Fairtrade, dem Mandat der Bewegung entsprechend, gezielt in die Stärkung der klassischen Zielgruppen des Fairen Handels im „Süden“ investiert: Kleinbauernkooperativen und Beschäftigte auf Plantagen. Unsichere Rohstoffmärkte, Finanzkrise, Globalisierung, Klimawandel und nur geringe Fortschritte bei der Armutsbekämpfung erfordern dies mehr denn je. Sowohl TransFair als auch unser Dachverband Fairtrade International sehen daher aktuell keinen Grund das „Süd-Konzept“ des Fairen Handels auf den „Norden“ auszudehnen.

Warum gibt es das Fairtrade-Siegel nicht für Produkte von deutschen Bauern?

Das Fairtrade-Siegel wurde ausdrücklich zur Unterstützung der am meisten benachteiligten Produzentinnen und Produzenten der Welt entwickelt. Dabei stehen die Produzentengruppen in Entwicklungsländer aus Asien, Lateinamerika und Afrika im Fokus.

Die Satzung des TransFair e.V. legt das Vereinsziel klar fest:

Die Förderung der Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Ausgehend von dem Prinzip "Wandel durch Handel" will der Verein den Handel zu fairen Bedingungen mit benachteiligten Produzenten und Produzentinnen in den Ländern Afrikas, Asiens, Ozeaniens und Lateinamerikas als weiterführendes Instrument der Entwicklungshilfe und -zusammenarbeit fördern und stärken, ohne selbst diesen Handel zu betreiben.

Den Bauernfamilien in Entwicklungsländern steht oft nur wenig Infrastruktur zur Verfügung, es fehlen Sozialversicherungssysteme oder sonstige Sicherheitsnetze, die helfen wenn sie für ihre Produkte keine angemessenen Preise erzielen können.

Da die Armut im globalen Süden weiterhin ein großes Problem darstellt und viele Menschen unter Hunger oder sehr schlechten Lebens- und Arbeitsbedingungen leiden müssen, richten sich die Fairtrade-Standards und alle sonstigen Hilfsmaßnahmen speziell darauf aus, Produzierende in Entwicklungsländern darin zu unterstützen, Armut durch Handel zu bekämpfen.

Fairtrade-Code vs. FLO-ID auf Produktverpackungen: Warum finde ich mein Produkt nicht auf der Fairtade-Code-Webseite?

Im Fairtrade-Code können Konsumenten eine Zahlenkombination, die auf Verpackungen von manchen Fairtrade-zertifizierten Produkten abgebildet ist, in eine Suchmaske eingeben und erhalten damit Informationen rund um ihr Fairtrade-Produkt.

Auf manchen Fairtrade-Produkten finden Sie anstelle des Fairtrade-Codes jedoch die so genannte FLO-ID. Dies ist die Identifikationsnummer der Produzentenorganisation und nicht mit dem Fairtrade-Code zu verwechseln.

Der Fairtrade-Code ist ein freiwilliges Informationstool, das noch nicht von allen Partnerfirmen genutzt wird. Gerne teilen wir Ihnen mittels der FLO-ID mit, von welcher Produzentenorganisation Ihr Fairtrade-Produkt stammt. Schicken Sie uns dazu einfach eine E-Mail an info(at)fairtrade-deutschland.de.

Standards und Zertifizierung

Warum gelten die Fairtrade-Standards nicht für Kaffee-Plantagen?

Rund 70 Prozent des Kaffees weltweit wird von Kleinbauern angebaut. Sie leiden besonders unter den Schwierigkeiten des konventionellen Weltmarktes. Die extremen Preisschwankungen bedrohen ihre Existenz. Das wichtigste Ziel von Fairtrade ist es, den benachteiligten Produzenten einen Marktzugang zu ermöglichen und ihnen durch den Mindestpreis ein Sicherheitsnetz gegen Preiseinbrüche zu ermöglichen. Daher wurde auf weltweiter Ebene beschlossen, nur nachhaltig angebauten Kaffee von Kaffee-Kleinbauern-Organisationen anzubieten. Die Produzentenorganisationen sind  gleichberechtigte Teilhaber der Fairtrade-Bewegung und entscheiden den Weg von Fairtrade gleichberechtigt mit.

Welcher Teil des Preises, den wir für Fairtrade-Produkte bezahlen, geht an die Produzenten?

TransFair hat weder Einblick noch Einfluss auf die Preisgestaltung im Verkaufsregal. Darüber hinaus ist dies aus kartellrechtlicher Sicht strengstens untersagt (§1 GWB – Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen).

Was jedoch seitens Fairtrade festgelegt wird und die Produzenten erreicht, sind der Fairtrade-Mindestpreis und Fairtrade-Prämie – und diese sind immer gleich, unabhängig davon, wo und zu welchem Preis ein Produkt letztlich an die Konsumenten verkauft wird.

Eine Tabelle mit Mindestpreisen und Fairtrade-Prämien finden Sie auf der Website von Fairtrade International. Dort können Sie genau nachlesen, welchen Preis die Produzenten-Organisationen für Ihre Produkte erhalten

Fairtrade-Mindestpreis und Fairtrade-Prämie verstehen sich nicht als bestimmter Prozentsatz des End-Handelspreises, der zwischen Produkthersteller und Einzelhandel ausgehandelt wird und den die Verbraucherinnen und Verbraucher im Laden bezahlen.

Das Fairtrade-Siegel steht dafür, dass die Produzenten-Organisationen einen festgelegten Mindestpreis sowie eine Fairtrade-Prämie zur Finanzierung von Gemeinschafts-Projekten erhalten. Die festgelegten Fairtrade-Preise gelten für den Verkauf des Produktes von der Produzentenorganisation an das nächste Glied in der Handelskette (üblicherweise den Exporteur oder Importeur). Der Fairtrade-Mindestpreis deckt die Kosten einer Produktion unter nachhaltiger Anbauweise.


Wie entsteht der Preis für ein Fairtrade-Produkt?

Zusätzlich zu den Rohproduktpreisen fallen für den Händler weitere Kosten an. Diese sind zum Beispiel Ausgaben für Verpackung, Versand, Vertrieb oder Werbung. Jeder Hersteller erstellt dann seine individuelle Produktkalkulation, die sich nach der Kostenstruktur und der gewünschten Gewinnmarge richtet. Daraus errechnet sich dann der so genannte Einstandspreis für die Abgabe an den Handel.

Der jeweilige Händler (oder die Handelskette) ermittelt unter Berücksichtigung der eigenen Kostenstruktur, einer Handelsspanne und der Mehrwertsteuer den Endverbraucherpreis.

Die Unterschiede in den Endverbraucherpreisen werden durch die Beteiligung verschiedener Akteure an der Wertschöpfungskette sowie deren Marktverhalten beeinflusst. Dies gilt für alle Handelspartner, die sich im Wettbewerb befinden, und ist keineswegs ein Phänomen des Fairen Handels.

Warum sind einige Fairtrade-Mindestpreise weltweit festgelegt, während andere nur für bestimmte Länder oder Regionen gelten?

Für einige Produktgruppen sind die Fairtrade-Mindestpreise weltweit gültig. Für andere Produkte gelten jedoch Länder- oder Regions-spezifische Preise. Grund dafür: Die Preise richten sich nach den Produktionskosten, die rund um die Welt stark variieren.

Die Nachfrage nach Mindestpreisen für neue Produkte, für die noch kein Preis festgelegt wurde, steigt stetig. Daher tendiert die zuständige Stelle in der Abteilung für Standardentwicklung von Fairtrade International – die Fairtrade International-Pricing Unit – dazu, die Mindestpreise regional festzulegen, anstatt einen weltweit gültigen Preis vorzuschreiben. Der Prozess der Preisfestlegung ist regional schneller zu bewältigen, als einen weltweiten Mindestpreis zu ermitteln.

Das Festlegen eines Mindestpreises setzt aufwendige Untersuchungen und Beratungen voraus. Die Entscheidung einen weltweiten Mindestpreis oder regionale Preise zuzulassen, ist stark von der Produktions- und Anbauweise des jeweiligen Produkts abhängig. Der Mindestpreis soll schließlich die Kosten für eine nachhaltige Produktion decken.

Letztendlich richtet sich die Entscheidung, ob ein weltweiter oder ein regionaler Mindestpreis festgelegt wird, danach, von welcher Lösung die Produzentinnen und Produzenten am meisten profitieren.
Link zum Thema:

Warum gibt es für einige Produkte keinen festen Mindestpreis?

Für die meisten Produkte schreiben die Fairtrade-Standards einen festen Mindestpreis vor. Dieser muss von den ersten Aufkäufern - meist Exporteur oder Importeur - direkt an die Produzenten-Kooperativen oder Plantagen gezahlt werden. Für bestimmte Produkte jedoch – darunter Blumen, einige Kräuter und Gewürze, Rohrzucker oder einige Teesorten (Kamelie, Kamille, Hibiskus, Minze) – gibt Fairtrade keinen festen Mindestpreis vor. Die frei ausgehandelten Preise sollen aber die Kosten einer nachhaltigen Produktion decken.

Die Standards beinhalten jedoch immer – egal um welches Produkt es sich handelt – eine Fairtrade-Prämie, die der Kleinbauerkooperative bzw. auf Plantagen dem Prämien-Komitee aus gewählten Arbeitnehmervertretern zusätzlich zum Preis für die Rohstoffe gezahlt werden muss. Diese Prämie ist unabhängig von der Existenz eines Mindestpreises und bildet eines der wichtigsten Elemente von Fairtrade. Sie ermöglicht es den Produzenten verschiedene Projekte zu finanzieren, die der Gemeinschaft zu Gute kommen. Zum Beispiel den Bau einer Schule, einer Kantine, Investitionen in die Gesundheitsvorsorge oder in die Infrastruktur der Gemeinde. Dadurch wird die Lebens- und Arbeitssituation der Menschen vor Ort nachhaltig verbessert.


Gute Gründe für den Verzicht auf Mindestpreise:

Der Verzicht auf einen Fairtrade-Mindestpreis dient letztendlich dazu, dass so viele Bauern und Bäuerinnen wie möglich am Fairen Handel teilhaben und neue Produkte aus unterschiedlichen Ländern Fairtrade-zertifiziert werden können. So wird ein schneller und einfacher Einstieg ins Fairtrade-System ermöglicht. Wichtig ist, dass nur auf einen Mindestpreis verzichtet wird, wenn auch die Bauern und Bäuerinnen oder die abhängig Beschäftigten von der Entscheidung profitieren und dieser zustimmen.

Eine der wichtigsten Aufgaben von Fairtrade ist es, die Interessen und Bedürfnisse von Kleinbäuerinnen und -bauern zu schützen. Aus diesem Grund behält es sich Fairtrade vor, auf Bitte von Produzentenorganisationen doch noch einen Mindestpreis festzulegen. Zum Beispiel wenn es vermehrt zu Schwierigkeiten bei der Preisverhandlung gekommen ist oder die Situation am Weltmarkt zu starken Preisschwankungen führt.

Wie funktioniert Fairtrade bei Mischprodukten wie Schokolade, in denen auch Rohstoffe vorkommen, die nicht Fairtrade sind (z.B. Milch, Wasser etc.)?

Auch sogenannte Mischprodukte, die mehrere Fairtrade-Bestandteile enthalten, können mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet werden.

Eine Tafel Schokolade zum Beispiel enthält Fairtrade-Kakao, Fairtrade-Zucker und weitere Zutaten wie Milchpulver, die nicht aus Fairem Handel stammen.

Damit ein Mischprodukt mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet werden darf, müssen zwei grundlegende Anforderungen erfüllt sein:

  •  "Alles, was geht, muss fair gehandelt sein": Alle Inhaltsstoffe, die  Fairtrade-zertifiziert erhältlich sind, müssen auch nach Fairtrade-Standards gehandelt worden sein.Bei Schokolade gilt das beispielsweise für Kakao-Butter und Kakao-Pulver, Zucker und Vanille.
  • Ist dieses erste Kriterium erfüllt, gilt zusätzlich: Damit ein Mischprodukt im Lebensmittel-Bereich als Fairtrade gelten kann, muss der Fairtrade-Anteil am Endprodukt bei mindestens 20 Prozent liegen bestehen. Zugesetztes Wasser und/oder Milchprodukte können bei der Berechnung unberücksichtigt bleiben, wenn ihr Anteil mehr als 50 Prozent des Produktes ausmacht. Wie zum Beispiel bei einer Limonade, die zum größten Teil aus Wasser besteht oder Milcheis auf Basis von Sahne.

Durch die "Alles, was geht, muss"-Regel liegt der Fairtrade-Anteil in den allermeisten Fällen bei weit über 50 Prozent.

2014 wurden insgesamt 92.113 Tonnen Fairtrade-Produkte (Lebensmittel) verkauft, davon waren gut zwölf Prozent Mischprodukte, alles andere waren Produkte, die aus nur einem Fairtrade-Rohstoff bestehen (Monoprodukte). Nur bei einem Prozent liegt der Fair-Handels-Anteil im Bereich zwischen 20 und 50 Prozent. Wie hoch der Fair-Handels-Anteil in Mischprodukten ist, muss in der Zutatenliste erläutert werden.

Wie kann ich mein Produkt Fairtrade-zertifizieren lassen?

Im Bereich "Für Unternehmen" finden Sie unter "Aktiv werden"/ "Partner werden" sowohl Informationen zur Fairtrade-Lizenzen als auch zum Fairtrade-Zertifikat. Außerdem finden Sie an dieser Stelle ein Erstkontakt-Formular, mit dem Sie Kontakt mit uns aufnehmen und uns Ihre relevanten Informationen zukommen lassen können.

Warum gibt es keinen Fairtrade-Tabak?

Tabak kann weder aus sozialer noch aus gesundheitlicher oder ökologischer Sicht als ethisch vertretbares Produkt bezeichnet werden und kommt deshalb für Fairtrade grundsätzlich nicht in Frage.

Erwiesenermaßen ist Tabakkonsum bereits in kleinsten Mengen gesundheitsschädlich. Er macht abhängig und gefährdet nicht nur die Gesundheit der Konsumenten sondern auch der Produzenten in den Anbauländern.

Tabakanbau verdrängt in einigen afrikanischen Ländern wie zum Beispiel Malawi oder Simbabwe zunehmend den Nahrungsmittelanbau, so dass die Bevölkerung dort verstärkt auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen ist.

Die Umweltbilanz des Tabakanbaus ist verheerend, denn für die Anbauflächen und das Holz für die Tabaktrocknung werden tropische Regen- und Trockenwälder abgeholzt. Um ein Kilogramm Tabak zu trocken, werden rund 160 kg Holz verbrannt. Als Faustregel gilt: Ein durchschnittlicher deutscher Raucher vernichtet alle drei Monate einen Tropenbaum (www.alles-ueber-tabak.de). Durch den Tabakanbau wurden bereits große Teile des so genannten Miombo-Trockenwaldes im südöstlichen Afrika zerstört (zum Beispiel in Malawi, Sambia, Simbabwe, Mosambik oder Tansania).

Fairtrade, Umwelt und Klima

Werden Fairtrade-zertifizierte Produkte immer auch biologisch angebaut?

Umweltstandards bilden einen wichtigen Teil von Fairtrade, trotzdem ist Fairtrade kein Bio-Siegel. Das Fairtrade-Siegel ist in erster Linie ein Sozialsiegel und kein Umweltsiegel. Dennoch wird mit den Umweltkriterien in den Fairtrade-Standards das Ziel verfolgt, sämtliche landwirtschaftlichen Produkte ressourcenschonend und umweltverträglich anzubauen. Oft bietet auch der Faire Handel erst die Voraussetzung auf biologischen Anbau umzustellen. Rund 50 Prozent der Fairtrade-Produkte stammen aus biologischem Anbau.

Eine genaue Abgrenzung und Beschreibung zu Fairtrade und Bio finden Sie auch in unserem Statement:

Macht es angesichts des Klimawandels Sinn, Fairtrade-Produkte zu kaufen?

Die öffentliche Diskussion zu Klimawandel und CO2-Ausstoß hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, und es besteht kein Zweifel daran, dass weltweit Maßnahmen erforderlich sind, um den Auswirkungen der Klimaerwärmung entgegenzuwirken.

Sollten Verbraucher und Verbraucherinnen angesichts des Klimawandels also weiter Fairtrade-Produkte kaufen? Fairtrade hat einen klaren entwicklungspolitischen Auftrag mit dem Ziel die Lebensbedingungen benachteiligter Produzenten und Produzentinnen langfristig zu verbessern.  Produzierende erhalten einen fairen Preis für ihre Produkte, profitieren von langfristigen Lieferbeziehungen, erhalten die Fairtrade-Prämie und auf Wunsch eine Vorfinanzierung. Das Fairtrade System hat sich als sehr erfolgreich erwiesen: Es zeigt, dass ein auf die Menschen ausgerichtetes Handelsmodell sowohl wirksam Armut verringern als auch das Leben der Menschen im Süden nachhaltig verbessern kann.

Eine grundlegende Rolle in der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung von Entwicklungsländern spielt die Landwirtschaft. Allein in Afrika wird die Zahl der Menschen, die von dem Konsum ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse in Deutschland abhängig sind, mit 1,5 Millionen angegeben. 70 Prozent der armen afrikanischen Landbevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig, daher ist das Wachstum auf dem Agrarsektor ein wichtiger Schlüssel für wirtschaftliches Wachstum in Afrika.

Der Klimaschutz darf nicht auf Kosten der Armutsbekämpfung gehen, die benachteiligten Produzenten und Produzentinnen im Süden müssen auch weiterhin unterstützt werden.

Häufig ist der Einwand zu hören, dass es gerade in Zeiten des Klimawandels fragwürdig sei, Produkte aus weit entfernten Ländern zu kaufen. Diese Argumentation trifft nicht zu, da gerade bei Nahrungsmitteln die Produktion und Verarbeitung eine wichtigere Rolle für den Klima-Fußabdruck spielen als die Transportkosten.

Lesen Sie dazu auch unsere Statements:

Ist es nicht besser regional einzukaufen als Fairtrade zu unterstützen?

Fairtrade steht nicht in Konkurrenz mit der deutschen Landwirtschaft. Der Einkauf von lokalen Produkten oder nach Fairtrade-Standards erzeugten Produkten schließt sich nicht gegenseitig aus.

Fairtrade konzentriert sich auf tropische Agrarprodukte, wie Kaffee und Bananen, die im gemäßigten Klima unserer Breitengrade nicht angebaut werden können. In den Fällen, in denen regional produzierte Agrarprodukte mit Fairtrade-Produkten konkurrieren, lohnt sich ein sorgfältiger Blick auf die Ökobilanz. Fairtrade-Produkte werden nachhaltig produziert und sind daher umweltverträglich und ressourcenschonend.

Andere Fairtrade-zertifizierte Produktgruppen, wie Honig und Blumen, werden in den europäischen Ländern nicht in ausreichender Menge hergestellt. Da die heimische Produktion die Nachfrage nicht decken kann um den Kaufgewohnheiten der Konsumentinnen und Konsumenten nachzukommen, sind wir auch hier in Deutschland auf Importe angewiesen.

Konsumierende haben häufig nicht die Wahl zwischen heimischen und Fairtrade-zertifizierten Produkten. Sie wählen vielmehr zwischen Fairtrade-Honig und über den konventionellen Markt importierten Honig aus den USA oder China. Es bleibt jedem selbst überlassen, hier die Vor- und Nachteile abzuwägen und Entscheidungen zu treffen.

Allgemeine Fragen zu Fairtrade

Was bedeutet das Fairtrade-Siegel?

Das Fairtrade-Siegel steht für den Optimismus von Produzentenfamilien und Arbeiterinnen und Arbeitern in Entwicklungsländern. Es verbindet ihr Bedürfnis nach einem selbstbestimmten Leben mit dem Wunsch von Verbraucherinnen und Verbrauchern nach mehr Gerechtigkeit.

Blau steht für Chancen und Möglichkeiten, Grün ist die Farbe der Hoffnung und des Wachstums. Im Mittelpunkt unseres Handels stehen die Menschen im Süden, stellvertretend symbolisiert durch einen Produzenten mit gehobenem Arm.

Wo kann ich Info-Material zu TransFair und Fairtrade bekommen?

TransFair stellt eine ganze Reihe kostenloser Info-Materialien zur Verfügung. Jahresberichte, Faltblätter, Poster, Postkarten und vieles mehr, können Sie auf unserer Webseite bestellen oder herunterladen.

Wo finde ich Bilder von Fairtrade-Produzenten?

Fotos von Fairtrade-Produzenten und von Fairtrade-Produkten finden Sie in unter

TransFair stellt dort eine begrenzte Anzahl Bilder, die gemäß den Urheberrechtsbestimmungen genutzt werden können, zur Verfügung.

Sollten Sie weitere Fragen zur Verwendung von Fotos haben, dann wenden Sie sich bitte direkt an Julia Sasse (j.sasse(at)fairtrade-deutschland.de)

 

 

 

Gibt es Mitarbeiter, die mir helfen können andere über Fairtrade zu informieren?

TransFair beschäftigt zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen - sogenannte Multiplikatoren. Diese „Multis“ unterstützen Sie gerne dabei Vorträge oder Informationsveranstaltungen abzuhalten.

Bitte füllen Sie unser Formular zur Referenten-Anfrage aus und wir helfen Ihnen gerne bei der Vermittlung eines passenden Referenten für Ihre Veranstaltung:

Bei weiteren Fragen zu dem Thema „Referenten“ wenden Sie sich bitte an Angelika Grote (a.grote(at)fairtrade-deutschland.de)

Ich bin Schülerin/Schüler oder Student/Studentin und arbeite an einem Projekt zu Fairtrade. Kann TransFair mir Informationen zusenden?

Es freut uns sehr, dass so viele Schülerinnen, Schüler und Studenten und Studentinnen an wissenschaftlichen Arbeiten oder Projekten zu den verschiedenen Aspekten von Fairtrade arbeiten.

Auf unserer Website haben wir daher so viele Informationen wie möglich zusammengetragen. Bitte lesen Sie unsere Statements, Info-Broschüren und  Jahresberichte in unseren Materialien, bevor Sie sich mit konkreten Fragen an uns wenden. Denn je besser Sie sich im Vorhinein Informieren, desto besser können unsere Mitarbeiter auf Ihre Fragen reagieren.

Bitte haben Sie Verständnis, dass unsere Mitarbeiter unter Umständen etwas Zeit brauchen um Ihre Anfragen zu beantworten.

Links zum Thema:

 

 

Ist es möglich eine Fairtrade-Produzentengruppe zu besuchen?

Die Betreuung der Fairtrade-Produzentengruppen fällt in den Verantwortungsbereich der drei Produzentennetzwerke in Afrika, Asien und Lateinamerika. Daher kann TransFair Sie nicht mit einer Produzenten-Kooperative in Kontakt bringen.

Laut Fairtrade International erhalten die Produzentengruppen zunehmend Besuchsanfragen aus der Öffentlichkeit. Die meisten Produzentengruppen können keine Besucher empfangen. Es gibt jedoch eine wachsende Zahl Fairtrade-zertifizierter Produzentengruppen, die den Tourismus als alternative Einkommensquelle erschlossen haben.

Hierzu gehören:

  • Belize: Die Toledo Ecotourism Association betreibt Gästehäuser und Wanderungen in kleinen Dörfern, in denen die Bauern ihren Kakao zu Fairtrade-Bedingungen verkaufen.
    Infos zu Toledo Ecotoursm Association
  • El Salvador: Die Kaffee-Kooperative Asociación Cooperativa de Producción Agropecuaria Los Pinos (Acopalp) liegt am Lago Coatepeque. Es gibt Übernachtungsmöglichkeiten in Holzhütten und ein Restaurant. Eine Aussichtsplattform bietet einen Ausblick über die wunderschöne Landschaft.
    Infos zu Acopalp

    E-Mail: vistalago(at)cooperativalospinos.com.sv
    Telefon +503 24340254
  • Honduras: Die Kaffee-Kooperative Café Orgánico Marcala S.A. (Comsa) hat sich auf Diversifikation und Biolandbau spezialisiert. Ein Besuch bietet spannende Einblicke.
    Infos zu Comsa

    Telefon: +504 2764-4736 / +504 9522-6729.
  • Peru: Die Kooperative Central Piurana de Cafetaleros (Cepicafé) produziert Kaffee, Kakao und Zucker unter Fairtrade-Standards. Besuchen Sie die Produzentengruppe in Montero in Nord-Peru, die organische Produkte für den europäischen Markt herstellt.
    Infos auf der Facebook-Seite "Meet the Makers"
    Telefon: +51 94 83 42 028, E-Mail: turismo(at)cepicafe.com.pe

Auch andere Reiseanbieter bieten Touren zu Fairtrade-Kooperativen an:

  • El Salvador: Im Aufbau befindet sich derzeit die Website ViaPropiaTours mit nachhaltigem, fairem Tourismus in El Salvador. ViaPropiaTours arbeitet mit den nationalen Kooperativen zusammen.

  • Ecuador und Nicaragua: Der österreichische Reiseveranstalter Ruefa bietet Reisen nach Ecuador und Nicaragua an, bei denen auch Fairtrade-Kooperativen besucht werden.
    Infos zu Reisen von Ruefa

  • Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, Südafrika und Tansania: Paseo bietet Reisen zu den Produzenten verschiedener Fairtrade-Produkte an - vom Besuch bei Fairtrade-Ananas Farmen in Costa Rica über eine Schokoladen-Tour in der Dominikanischen Republik bis hin zu einer Tour zu der Kaffeekooperative KNCU in Tansania. Die Kilimanjaro Native Cooperative Union, kurz KNCU bietet Führungen auf ihren Grundstücken und Plantagen an. Infos zu Paseo-Reisen
    Website von KNCU

  • Peru, Costa Rica, Kolumbien: Ausgewählte Fairtrade-Kooperativen in Lateinamerika können Sie mit dem Ökoreiseangebot "Fairtrade Adventures" besuchen. Die Cafédirect Producers’ Foundation (CPF) aus Großbritannien organisiert in Zusammenarbeit mit der Öko-Reisegesellschaft Sumak Sustainable Travel verschiedene Rundreisen, die unter englischsprachiger Führung auch Fairtrade-Workshops und Ausflüge enthalten. Details entnehmen Sie der aktuellen Broschüre.
    Infos zu Sumak Sustainable Travel
    Website von Cafedirect


Bitte beachten Sie, dass TransFair für diese unabhängigen Projekte keine Verantwortung übernimmt.

Darf ich das Fairtrade-Logo auf meine Website/ in meiner Publikation abbilden?

Das Siegel als Print- oder Bildschirmgrafik erhalten Sie ausschließlich über bildredaktion(at)fairtrade-deutschland.de mit Hinweis auf die geplante Nutzung.

Nutzungsbedingungen

Die Nutzungsrechte für das Fairtrade-Siegel liegen bei TransFair. Das Siegel darf nur nach Zustimmung oder Freigabe durch TransFair abgebildet werden. Als Ansprechpartner steht Ihnen Herr Tobias Thiele zur Verfügung. Die Regeln zur Abbildung in den Datei-Informationen unter „Notes“ sind einzuhalten.


Es gelten folgende Regeln:

  • Das Fairtrade-Siegel darf generell nur im Zusammenhang mit Fairtrade, Fairem Handel oder Fairtrade-Produkten verwendet werden. Das Logo muss zudem immer klar im direkten Zusammenhang mit Ihrem Beitrag abgebildet werden.
  • Das Fairtrade-Siegel darf für Bildungs- oder Informationszwecke  als Illustration eines informativen Textes oder Artikels abgebildet werden, in dem es um den Fairen Handel geht.
  • Das Siegel darf nicht auf Produkten erscheinen, die nicht Fairtrade zertifiziert sind.
  • Es darf niemals verändert werden oder nur in Teilen abgebildet werden.


Für Websites oder Publikationen gilt:

  • Das Fairtrade-Siegel muss klar als Produkt-Siegel zu erkennen sein und darf nicht mit einem Unternehmens-Logo verwechselt werden. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass das Siegel zu einer bestimmten Marke oder Firmenidentität gehört. Das bedeutet, dass das Siegel zum Beispiel nicht auf einer Visitenkarte oder einem Firmenschild auftauchen darf.
  • Es muss klar werden, dass Sie - beziehungsweise  Ihre Organisation/Unternehmen - der Absender der Website/Publikation sind und nicht Fairtrade/TransFair. Das Fairtrade-Siegel muss immer kleiner abgebildet werden, als Ihr eigenes Logo, beziehungsweise das Logo Ihrer Organisation oder Ihres Unternehmens.
  • Firmen, die Fairtrade-Produkte vertreiben und diese mit dem Fairtrade-Logo auf der Webseite oder in einer Publikation bewerben möchten, dürfen das Siegel ebenso ausschließlich im direkten Zusammenhang der Fairtrade-zertifizierten Produkte abbilden – in keinem Fall darf der Eindruck entstehen, dass auch andere Produkte Fairtrade-zertifiziert sind, die nicht die Fairtrade-Standards erfüllen.
  • Durch einen Zusatz wie „Wir unterstützten Fairtrade/den Fairen Handel“ oder „Achten Sie auf dieses Zeichen“ können Sie dies besonders deutlich machen.

Allgemeine Fragen zu TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland)

Wie finanziert sich TransFair?

Der gemeinnützige Verein TransFair e.V. finanziert sich hauptsächlich durch Einnahmen aus den Lizenzgebühren für das Fairtrade-Siegel, die von den Lizenznehmern an TransFair gezahlt werden. Diese Lizenzeinnahmen decken den größten Teil der Kosten ab.

TransFair e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der von angesehenen Institutionen aus den Bereichen Entwicklungspolitik, Kirche, Verbraucherschutz, Frauen, Bildung und Soziales getragen wird. Mitgliedsbeiträge tragen ebenfalls zur Finanzierung bei. Als gemeinnütziger Verein strebt TransFair keine Gewinne an. Alle Einnahmen werden zeitnah im Sinne der Vereins-Satzung eingesetzt, um den Fairen Handel, Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit zu fördern.

Die Faire Woche ist derzeit das einzige Projekt von TransFair und anderen Organisationen des Fairen Handels, das mit Hilfe von Zuschüssen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit, des Evangelischen Entwicklungsdienstes / Brot für die Welt und Misereor ermöglicht wurde.

TransFair und GEPA - gibt es da einen Unterschied?

TransFair ist eine unabhängige Siegelinitiative. TransFair handelt nicht selbst mit Produkten, sondern vergibt sein Siegel an Firmen, die sich vertraglich verpflichten, die Fairtrade-Standards einzuhalten und dies auch kontrollieren zu lassen.

Die Gepa ist das größte europäische Fairhandels-Unternehmen und ein Lizenznehmer unter den fast 200 Partner-Firmen von TransFair. Als ältester Lizenznehmer hat die Gepa dazu beigetragen, das Fairtrade-Siegel in Deutschland bekannter zu machen.  

Seit 2012 hat die Gepa ihre Marketingstrategie geändert: Sie stellt jetzt ihr Firmen-Logo in den Mittelpunkt der Kommunikation, um stärker als vorher als eigenständiger Akteur wahrgenommen zu werden. Bedauerlicherweise verzichtet die Gepa dabei bei vielen Produkten auf das unabhängige Fairtrade-Siegel, obwohl die meisten Produkte weiterhin von Fairtrade-zertifizierten Produzentengruppen importiert und von FLO-CERT zertifiziert werden. Diese Marketingentscheidung geht leider zu Lasten der Transparenz.

Die Gepa ist auch weiterhin zertifizierter Partner. Die Information darüber, ob und nach welchem Standard das jeweilige Produkt zertifiziert ist, liegt bei nicht gesiegelten Produkten allein bei der Gepa.

Warum arbeitet TransFair mit Discountern zusammen?

Jedes einzelne Fairtrade-gesiegelte-Produkt erfüllt - unabhängig davon wo es verkauft wird - die international festgelegten Standards von Fairtrade International. Aus der vertraglichen Vereinbarung entstehen mit jeder Produkteinführung neue Marktzugänge und Absatzmöglichkeiten für Produzentengruppen.

Alle Produzentinnen und Produzenten erhalten dementsprechendend dieselben Mindestpreise und Fairtrade-Prämien, unabhängig davon, wo ihr Produkt verkauft wird. Zudem entstehen aus der vertraglich festgeschriebenen Kooperation Marktzugänge für Produzentengruppen, die bisher nicht möglich waren.

Fairtrade in den Discount
TransFair hat sowohl den Auftrag als auch das Ziel, benachteiligten Produzenten in der „Dritten Welt“ zu helfen. Dazu gehört insbesondere, diesen  Produzenten Absatzmöglichkeiten für ihre Produkte zu schaffen und diese auszubauen. Bereits in den 1990er Jahren wurde die Grundsatzentscheidung getroffen, Fairtrade-gesiegelte Produkte bei Discountern anzubieten. Über lange Zeit führte der Discounter Plus (heute „netto“) diese Produkte, begleitet von saisonalen Fairtrade-Sonderaktionen.

Seitdem sind sowohl Ketten des Lebensmittel-Einzelhandels als auch weitere Discounter hinzugekommen – von denen einige über Beteiligungen und Tochterfirmen miteinander verbunden sind (z.B. REWE Group – Penny; Edeka-Gruppe – Netto).

Über 90 Prozent der Deutschen kaufen gelegentlich oder regelmäßig im Discount ein. Es wäre eine verpasste Chance, diesen wichtigen Vertriebsweg für die Produzentengruppen in den Entwicklungsländern prinzipiell auszuschließen. Das Angebot bei Lidl unter der Eigenmarke Fairglobe, wie auch bei Penny, Netto und inzwischen mit dem ersten Produkt der Eigenmarke One-World in den Aldi-Süd-Filialen, ermöglicht Verbraucherinnen und Verbrauchern auch dort den Einkauf von Fairtrade-Produkten. 250.000 Einkäufe werden wöchentlich allein im Discount getätigt. Von den zusätzlichen Absätzen profitieren die Produzenten, insbesondere Kleinbauern und -bäuerinnen, Kooperativen, Plantagenarbeiter und -arbeiterinnen und deren Familien in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Lesen Sie dazu auch:

TransFair-Stellungnahmen zu kritischer Berichterstattung

ARD-Montags-Check "Vorsicht, Verbraucherfalle!", Juni 2016

Der ARD "Montags-Check" vom 6. Juni 2016 "Vorsicht, Verbraucherfalle" setzte sich mit verschiedenen Nachhaltigkeits-Kennzeichnungen und -Siegeln und im speziellen mit den Themen Preisgestaltung, Prämiennutzung, Mischprodukte und Mengenausgleich auseinander. Dabei kam es leider zu fehlerhaften und teilweise falschen Darstellungen und Behauptungen. Lesen im folgenden unsere Richtigstellung sowie weitergehende Informationen zu allen behandelten Themen:

WDR-Sendung "Könnes Kämpft", Juni 2016

Die Ausgabe der WDR-Sendung Könnes Kämpft vom 01. Juni setzte sich mit verschiedenen Nachhaltigkeits-Kennzeichnungen und -Siegeln auseinander, darunter auch Fairtrade.

Bestandteil der Sendung war auch ein bei TransFair durchgeführtes Interview mit Vorstandsvorsitzendem Dieter Overath. Auf die diskutierten Kernthemen Mischprodukte, Mengenausgleich sowie Zusammenarbeit mit Discountern gehen wir auf der folgenden Seite ein und verweisen auf weiterführende Informationen.

ARD Radio Feature "Fair-Giftet", Februar 2015

Im Radio-Feature „Fair-Giftet“ werden Verstöße gegen die Fairtrade-Standards auf einer Teeplantage in Assam kritisiert.

Die im Radio-Feauture genannte Farm aus Indien wurde bereits vor Ausstrahlung durch das Zertifizierungsunternehmen FLOCERT suspendiert.Die Suspendierug wird nur aufgehoben, wenn konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation ergriffen werden.

TransFair und Fairtrade International sind sich der enormen Herausforderungen im Teeanbau bewusst. Um mehr Wirkung vor Ort zu erreichen, sind die gebündelten Kräfte von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft nötig. Für mehr Wirkung des Fairen Handels vor Ort, sind höhere Absätze unter Fairtrade-Bedingungen nötig, damit die Beschäftigten von der Fairtrade-Prämie profitieren können.  

Lesen Sie mehr zu den Herausforderungen im Teeanbau in unserem ausführlichen Statement. Hier erfahren Sie außerdem, was Pestizideinsatz unter Fairtrade-Bedingungen bedeutte, welche Kriterien erfüllt werden müssen.

Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg // Spiegel-Artikel "Unfairer Handel", Oktober 2014


In einem im Oktober 2014 veröffentlichten Marktcheck der Verbraucherzentrale (VZ) Hamburg testeten Verbraucherschützer die Informationen auf der Verpackung von 31 „fair“ gehandelten Produkten, wovon auch elf das Fairtrade-Siegel tragen. Die Ergebnisse thematisierte der Spiegel kurz darauf in seinem Artikel "Unfairer Handel" (Ausgabe 41/2014)

Von den getesteten Fairtrade-Produkten wurde der überwiegende Teil positiv bewertet; fünf Produkte wurden als zu wenig transparent in ihrer Produktbeschreibung bewertet. Hauptkritikpunkt war die Kennzeichnung bezüglich des Mengenausgleichs. TransFair hatte bereits im August 2012 den Hinweis auf Mengenausgleich für Produkte deutscher Lizenznehmer verbindlich gemacht. TransFair ist sowohl mit den Verbraucherzentralen als auch mit den Herstellern im Austausch, um größtmögliche Transparenz für die Verbraucherinnen und Verbraucher zu erreichen.

Ausführliches Statement zum Marktcheck vom 06.10.2014

Zur Diskussion rund um den Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg und dem darauf folgenden Spiegel-Artikel "Unfairer Handel" (Ausgabe 41/2014) fand am 07. Oktober 2014 ein Video-Live-Chat mit Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair e.V. statt.

Aufzeichnung des Video-Chats vom 07.10.2014

Vollständiges Statement zum Spiegel-Artikel vom 06.10.2014

Zeit-Online-Artikel "Das Geschäft mit dem schlechten Geschmack", Januar 2015

Im Artikel „Das Geschäft mit dem schlechten Geschmack“ stellt der Autor die These auf, Fairtrade-Kaffee habe eine schlechtere Qualität.

Dieser These widerspricht TransFair ausdrücklich. Lesen Sie hierzu unser Statement, in dem auch der Geschäftsführer von J.J.Darboven GmbH & Co. KG, sowie der Direktor für Unternehmensverantwortung vom deutschen Marktführer Tchibo, zu Wort kommen. 

Vollständiges Statement zum Zeit-Artikel vom 29.01.2015

Zeit-Artikel "Märchen zum Kaffee", August 2014

Im Artikel „Märchen zum Kaffee“ in der ZEIT-Ausgabe vom 14. August 2014 setzt sich der Autor kritisch mit Nachhaltigkeits-Labeln und dem fairen Handel auseinander.

Fairtrade entwickelt sich kontinuierlich weiter und setzt sich auch über hier angesprochene Themen mit allen Teilhabern des Systems stets kritisch auseinander. Der Begriff "fair" ist anders als der Begriff "bio" nicht geschützt, demnach kann er überwiegend frei genutzt werden. Das Fairtrade-Siegel dagegen beruht auf international gültigen, transparenten und konsistenten Standards. Informieren Sie sich in unserer vollständigen Stellungnahme auf welchen Standards Fairtrade beruht. Erfahren Sie außerdem in unseren Fragen und Antworten zum Zeitartikel u.a. dass Fairtrade-zertifizierte Produkte immer den höchstmöglichen Fairtrade-Anteil enthalten und Informationen zum Mindestpreis und Prämien.

Vollständiges Statement zum Zeit-Artikel vom 14.08.2014

Fragen und Antworten zum Zeit-Artikel

Arte-Doku "Der faire Handel auf dem Prüfstand", Juli 2014

Am 15.07. wurde eine Wiederholung der kritischen Dokumentation mit dem Titel "Der faire Handel auf dem Prüfstand” von Donatien Lemaître ausgestrahlt. Darin wurden schwere Vorwürfe gegen den Fairen Handel und gegen Fairtrade erhoben.

TransFair hat nicht nur Stellung bezogen, sondern die Wiederholung auch als Chance genutzt, um über Neuerungen, wie die Überarbeitung des Standards für lohnabhängige Beschäftigte, und Themen wie existenzsichere Löhne zu informieren, sowie aufzuzeigen, wie sich die Situation vor Ort verändert hat, aber auch, wo nach wie vor große Herausforderungen liegen. Zudem stellen wir in unserer ausführlichen Stellungnahme ein Projekt zur Verbesserung der Situation von Angestellten bei Fairtrade-Kleinbauern vor.

Vollständiges Statement zur Arte-Doku vom 15.07.2014

Kritik zu SOAS-Studie, Mai 2014

Die School of Oriental and African Studies (SOAS) der University of London führte 2014 eine Untersuchung zu Blumen und Kaffee in Äthiopien sowie zu Tee und Kaffee in Uganda durch. Der Studienfokus lag auf der speziellen Situation von Lohnarbeitskräften in ländlichen Regionen, in denen Fairtrade-zertifizierte Betriebe neben nicht zertifizierten Betrieben existieren.

Die Studie fand dabei keine Hinweise, dass Fairtrade einen positiven Einfluss auf die Gehälter oder Arbeitsbedingungen dieser Beschäftigten habe. Die Studie trifft jedoch keine Aussage über die Wirkung von Fairtrade auf in Kooperativen zusammengeschlossene Kleinbauern.

Wir begrüßen die Studie, deren ausführlicher Datensatz interessante Sachverhalte darlegt. Dennoch kritisieren Fairtrade und andere Akteure - wie das National Research Institute der University of Greenwich (NRI) und die globale Vereinigung für Sozial- und Umweltstandards ISEAL Alliance - die Methodik und die verallgemeinernden Rückschlüsse.

Unsere ausführliche Stellungnahme sowie die Einschätzung des NRI und der ISEAL Alliance finden Sie hier: Vollständige Stellungnahme zu SOAS-Studie vom 28.05.2014

Stiftung Warentest "Orangensaft", März 2014

Die Stiftung Warentest veröffentlichte in der Ausgabe 4/2014 vom 27. März 2014 einen Orangensafttest, in dem zwei Fairtrade-Säfte bewertet werden. Die Säfte von Pfanner und der Lidl Eigenmarke Fairglobe erhielten die Gesamtnote „gut“, aber für das CSR-Engagement erhielt Pfanner die Note „ausreichend“; Lidl Fairglobe die Note „befriedigend“.

Für TransFair ist diese Bewertung nicht nachvollziehbar. Denn zwei grundsätzliche Aspekte von Fairtrade wurden nicht berücksichtigt: der Unterschied zwischen Plantagen und kleinbäuerlichen Produzentenorganisationen und das Prinzip des Mengenausgleichs bei bestimmten Produkten wie Orangensaft.

In unserer vollständigen Stellungnahme gehen wir ausführlich auf diese beiden Punkte ein und erklären zudem, was Mengenausgleich ist und wie Mengenausgleich zusätzliche Marktzugänge zum Fairen Handel ermöglicht.

Vollständige Reaktion auf den Stiftung-Warentest-Artikel vom 27.03.2014

Weltspiegel-Beitrag, Januar 2014

In der Weltspiegel-Ausgabe vom 19. Januar 2014 wird das Thema Fairtrade anhand eines Beitrages zum Kaffeeanbau in Kenia aufgegriffen.

TransFair teilt die Kritik, dass ein zu geringer Teil der Wertschöpfungskette in den Anbauländern bleibt. In unserer vollständigen Stellungnahme erhalten sie Informationen zur Funktion des Mindestpreises und wie die Fairtrade-Prämien dazu beitragen, die Position der Produzenten zu stärken.

Vollständige Stellungnahme zum Weltspiegel-Beitrag vom 19.01.2014