Fairtrade-Kaffee

So funktioniert der faire Handel mit Kaffee

Kaffee ist das bekannteste und älteste Fairtrade-Produkt: Rund 43 Prozent aller Kleinbäuerinnen und
-bauern bei Fairtrade bauen Kaffee an. Die meisten Fairtrade-Prämieneinnahmen wurden 2021 im Kaffeeanbau erzielt. Dennoch sehen sich die Kaffeeproduzent*innen mit diversen Herausforderungen konfrontiert. Fairtrade unterstützt Kleinbauernfamilien unter anderem darin, sich an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen, und ermöglicht ihnen einen Zugang zum internationalen Handel.

Herausforderungen

  • Der Klimawandel stellt die Bauernfamilien vor große Herausforderungen. Das Auftreten bestimmter Schädlinge und Krankheiten wird durch den Temperaturanstieg begünstigt. Der Kaffeerost plagt momentan viele Regionen Lateinamerikas.
  • Der Weltmarktpreis für Kaffee schwankt immer wieder.
  • Schwache Verhandlungsposition: Kleinbauernfamilien, die nicht in Kooperativen zusammengeschlossen sind, sind lokalen Händlern schutzlos ausgeliefert und verfügen über keinen Zugang zu Markt- und Preisinformation.
  • Aufgrund kleiner Anbauflächen und niedriger Ernteerträge sind Kaffeebauernfamilien in einer Armutsfalle gefangen. 
  • Wenige haben das Sagen in der Kaffee-Lieferkette, denn sie wird dominiert von einer kleinen Anzahl von multinationalen Handels- und Röstfirmen. Nur fünf multinationale Konzerne beherrschen 45% des Kaffeemarkts.
  • Steigende Landwirtschafts- und Haushaltskosten, nicht zuletzt ausgelöst durch die Wirtschaftskrise, machen den Kaffeebauernfamilien zu schaffen.

Warum Fairtrade den Unterschied macht

Fairtrade ist ein ganzheitliches Konzept, das Kaffee-Kleinbauernfamilien eine Alternative bietet:

Fairtrade-Kaffeekooperativen sind demokratisch organisiert. Dies bringt viele Vorteile: höhere Verhandlungsmacht, die Möglichkeit Anschaffungen gemeinschaftlich zu tätigen, einen vereinfachten Zugang zu Finanzierung und gegenseitiges Lernen und Austausch.

Der Fairtrade-Mindestpreis stellt bei schwankenden Weltmarktpreisen ein Sicherheitsnetz dar. Die Fairtrade-Prämie ermöglicht Investitionen in soziale Projekte sowie in produktivitätssteigernde Maßnahmen.

Vom passiven Empfänger zum aktiven Gestalter: Die Kaffeekooperativen sind demokratisch organisiert und entscheiden gemeinsam, in welche sozialen, ökologischen und ökonomischen Projekte die Fairtrade-Prämie investiert werden soll.

In den Anbauländern bieten Beraterinnen und Berater der Fairtrade-Produzentennetzwerke Trainings und Beratung an. Ziel ist es, neue Produzentinnen und Produzenten über Fairtrade zu informieren und bestehende Produzentengruppen bei der Einhaltung der Standards und beim Aufbau von Managementkapazitäten zu unterstützen. Auch Kontakte zu lokalen NGOs werden aufgebaut. 

Grundsätzlich sind die Partnerorganisationen durch höhere Einkommen besser darauf vorbereitet mit Herausforderungen umzugehen.Es fließt Geld in Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel und alternative Anbaumethoden. Bauernfamilien, die ihre Ernte an Kaffeerost verloren haben, werden gezielt unterstützt. Das globale Netzwerk ist also auch als Partner in Notsituationen zu verstehen.

Der Zugang zu Krediten ist für viele Kleinbauernfamilien eine Herausforderung. Die Fairtrade-Zertifizierung ist für Kaffeekooperativen oft ein hilfreicher Schritt, um leichter an Finanzierung oder Kontakte zu Mikrofinanzinstitutionen zu gelangen.

Ein Viertel der Fairtrade-Prämie müssen die Kaffeebauernfamilien verpflichtend in Produktivität und Qualität investieren.

Der Weg des Fairtrade-Kaffees

Fairtrade-Kaffee ist physisch rückverfolgbar. Der Kaffee stammt 1:1 von einer Fairtrade-Kaffeekooperative. Die einzelnen Kaffeebohnen werden in jeder Phase der Produktion von "Nicht-Fairtrade" Kaffeebohnen getrennt weiterverarbeitet. Der Waren- und Geldfluss der gesamten Lieferkette unterliegt einer unabhängigen Kontrolle.

Aktuelles: Fairtrade-Kaffee in Deutschland

Absatzentwicklung und Details über Fairtrade-Kaffee in Deutschland

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Details

Markteinführung: 1992
Herkunft: Peru, Honduras, Kolumbien, Brasilien
Bioanteil: 73,9%

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