Fairtrade-Projekte

Investitionen in eine nachhaltige Produktion

Fairtrade Deutschland (TransFair e.V.) unterstützt eigene Initiativen von Produzentenorganisationen und Fairtrade-Netzwerken in Afrika, Asien und Lateinamerika/Karibik dabei, Finanzierung für weitergehende Projekte zu den Fairtrade-Arbeitsschwerpunkten zu erhalten oder hilft bei der Verknüpfung mit laufenden Entwicklungsprojekten deutscher Organisationen. Dies geschieht beispielsweise in Zusammenarbeit mit TransFair-Mitgliedsorganisationen, staatlichen Stellen oder Handelspartnern, die verstärkt in eine nachhaltige Produktion vor Ort investieren wollen.

Aktuelle Beispiele

Abgeschlossene Projekte

Im Rahmen der Fairen Woche 2015 unterstützte Lidl die Fairtrade-Kaffeekooperative Tiemelonla Nich Klum in Mexiko, die mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen hat. Mit dieser Hilfe konnten 125.000 neue Kaffeepflanzen gesetzt werden. Ergänzt wurde das Wiederanbauprojekt mit individuellen Schulungsmaßnahmen, damit die 250 Mitglieder der Kooperative den Kaffeeanbau auch in Zukunft nachhaltig gestalten können.

Von 2012 bis 2014 unterstützte Lidl die peruanische Kaffeekooperative Sonomoro dabei, die Folgen des Klimawandels zu bewältigen. In drei Phasen wurden jeweils zur Fairen Woche finanzielle Spenden in Maßnahmen investiert, die der Kooperative langfristig zu wirtschaftlicher Stabilität verhelfen sollen.

Zunächst wurden über 10 Monate Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen durchgeführt, die die Reduzierung von Ernteausfällen zum Ziel hatten. In Zusammenarbeit mit lokalen Experten wurden wirkungsvolle Strategien umgesetzt: Aufforstung von schattenspendenden Bäumen, ökologische Schädlingsbekämpfung sowie bessere Abfallentsorgung.

Die Regen- und Trockenperioden fallen im Zuge der Klimaerwärmung immer intensiver aus, mit der Folge von starker Bodenerosion. Um die Kaffeepflanzen davor zu schützen, wurden 2013 über 40.000 Bäume gepflanzt.

Im dritten Jahr wurde in 72.000 neue Kaffeepflanzen sowie in technische Unterstützung für Aufzucht und Pflege der Kaffeepflanzen investiert. Begleitet wurden die Projekte mit Fortbildungen und Trainings zu Kooperations- und Qualitätsmanagement sowie Frauenförderung.

 

Honduras ist das wichtigste Ursprungsland für Fairtrade-zertifizierten Kaffee in Deutschland. Die Situation der kleinbäuerlichen Betriebe ist jedoch äußerst kritisch, wie nicht zuletzt die dramatischen Bilder des Flüchtlingstrecks Richtung USA im Herbst/Winter 2018 gezeigt haben. Armut, Perspektivlosigkeit und die Angst vor Gewalt treiben auch weiterhin viele Menschen aus dem Land. Im Kaffeeanbau haben die Kleinbäuerinnen und -bauern zudem mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen, der 2016 Dürre, 2017 dramatische Überschwemmungen, neue Schädlinge und Pflanzenkrankheiten brachte. Gemeinsam mit ALDI SÜD, langjährigem Partner von Fairtrade, wurde 2016 das Projekt zur Stärkung des kleinbäuerlichen Kaffeeanbaus gestartet, das jenen Entwicklungen entgegenwirkt.

Rund 3.200 Kaffeekleinbauernfamilien in 16 Fairtrade-zertifizierten Kooperativen beteiligten sich an dem Projekt, circa ein Viertel der teilnehmenden Kaffeefarmen werden von Frauen geleitet. Die Umsetzung vor Ort leitet das Netzwerk Fairtrade-zertifizierten Kaffeekleinbauernkooperativen in Honduras.

In Form von Schulungen und Tranings aber auch Anbautechniken und gerätschaften konnte der  Umgang mit den Klimawandelfolgen deutlich verbessert werden. Erntemengen und Qualität des Kaffees wurden gesteigert sowie die Selbstständigkeit entlang der Lieferkette gestärkt. Unter Anderem wurden die Kooperativen gezielt darin geschult, ihre Produkte eigenständig zu vermarkten und vertreiben.

Zudem wurden die Kooperativen strukturell gestärkt und weitere Dienstleistungen für ihre Mitglieder ermöglicht. Zum einen werden nun Frauen und Jugendlich stärker in Entscheidungsprozesse einbezogen, zum anderen ermöglichen die Kooperativen ihren Mitgliedern medizinische Grundversorgung, bessere grundlegende Bildung und mehr Weiterbildungsmöglichkeiten.

Erfreulicherweise wurde das Projekt um zunächst drei Jahre verlängert und findet aktuell als Nachfolgeprojekt statt.