Fairtrade-Projekte

Investitionen in eine nachhaltige Produktion

Fairtrade Deutschland (TransFair e.V.) unterstützt eigene Initiativen von Produzentenorganisationen und Fairtrade-Netzwerken in Afrika, Asien und Lateinamerika/Karibik dabei, Finanzierung für weitergehende Projekte zu den Fairtrade-Arbeitsschwerpunkten zu erhalten oder hilft bei der Verknüpfung mit laufenden Entwicklungsprojekten deutscher Organisationen. Dies geschieht beispielsweise in Zusammenarbeit mit TransFair-Mitgliedsorganisationen, staatlichen Stellen oder Handelspartnern, die verstärkt in eine nachhaltige Produktion vor Ort investieren wollen.

Aktuelle Beispiele

Abgeschlossene Projekte

Honduras ist das wichtigste Ursprungsland für Fairtrade-zertifizierten Kaffee in Deutschland. Die Situation der kleinbäuerlichen Betriebe ist jedoch äußerst kritisch, wie nicht zuletzt die dramatischen Bilder des Flüchtlingstrecks Richtung USA im Herbst/Winter 2018 gezeigt haben. Armut, Perspektivlosigkeit und die Angst vor Gewalt treiben auch weiterhin viele Menschen aus dem Land. Im Kaffeeanbau haben die Kleinbäuerinnen und -bauern zudem mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen, der 2016 Dürre, 2017 dramatische Überschwemmungen, neue Schädlinge und Pflanzenkrankheiten brachte. Gemeinsam mit ALDI SÜD, langjährigem Partner von Fairtrade, wurde 2016 das Projekt zur Stärkung des kleinbäuerlichen Kaffeeanbaus gestartet, das jenen Entwicklungen entgegenwirkt.

Rund 3.200 Kaffeekleinbauernfamilien in 16 Fairtrade-zertifizierten Kooperativen beteiligten sich an dem Projekt, circa ein Viertel der teilnehmenden Kaffeefarmen werden von Frauen geleitet. Die Umsetzung vor Ort leitet das Netzwerk Fairtrade-zertifizierten Kaffeekleinbauernkooperativen in Honduras.

In Form von Schulungen und Tranings aber auch Anbautechniken und gerätschaften konnte der  Umgang mit den Klimawandelfolgen deutlich verbessert werden. Erntemengen und Qualität des Kaffees wurden gesteigert sowie die Selbstständigkeit entlang der Lieferkette gestärkt. Unter Anderem wurden die Kooperativen gezielt darin geschult, ihre Produkte eigenständig zu vermarkten und vertreiben.

Zudem wurden die Kooperativen strukturell gestärkt und weitere Dienstleistungen für ihre Mitglieder ermöglicht. Zum einen werden nun Frauen und Jugendlich stärker in Entscheidungsprozesse einbezogen, zum anderen ermöglichen die Kooperativen ihren Mitgliedern medizinische Grundversorgung, bessere grundlegende Bildung und mehr Weiterbildungsmöglichkeiten.

Erfreulicherweise wurde das Projekt um zunächst drei Jahre verlängert und findet aktuell als Nachfolgeprojekt statt.

Das GREAN-Projekt („Growing Resilient Agricultural Enterprises“) wurde zwischen 2016 und 2020 durchgeführt. Das Projekt leistete einen wichtigen Beitrag zu höheren Einkommen und zur Anpassung an die negativen Folgen des Klimawandels, welche in der Region Masaka in Uganda besonders deutlich werden. Drei Kleinbauernkooperativen mit insgesamt ca. 10.000 Mitgliedsfamilien profitieren davon. Die Kooperativen entwickeln eine eigene Fairtrade-zertifizierte Kaffeemarke für den afrikanischen Markt und behalten so die Wertschöpfung von Produktion und Verarbeitung bis hin zur Verpackung und Vermarktung in eigener Hand.

Zusätzlich unterstütze das GREAN-Projekt die Herstellung und den Verkauf von Kaffeeschalenbriketts und zertifizierten, verbesserten Kochherden, was insbesondere Frauen und Jugendgruppen zugutekam. In einer zusätzlichen Komponente des Projekts wurden nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken verbreitet, um Erntequalität und Ertrag zu erhöhen und so zusätzlich zu besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen und Armutsverringerung sowie zum Umwelt- und Klimaschutz beizutragen. Gleichzeitig wurde eine stärkere gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe vor allem von Frauen und Jugendlichen in den Kooperativen gefördert.

Das kontinentale Produzentennetzwerk Fairtrade Africa arbeitete vor Ort eng mit den Kleinbauerorganisationen Kibinge Coffee Farmers’ Cooperative Society, Ankole and Banyakole Kweterana Cooperative Union sowie dem Regionalbüro von VI Agroforestry, dem Uganda Carbon Bureau und weiteren Partnern in der Region zusammen.

Zum ausführlichen Projektbericht

Das Projekt leistete einen Beitrag zur Prävention und Kontrolle von Kinderarbeit in rund 70 Kakao-Bauern-Gemeinden in der Elfenbeinküste und zu einer Verbesserung der Bildungs- und Ausbildungssituation von Kindern und Jugendlichen vor Ort.

Das kontinentale Netzwerk Fairtrade Africa, das Fairtrade West Africa Network und drei Fairtrade-zertifizierte Kakaobauernkooperativen arbeiteten gemeinsam daran, das von Fairtrade International entwickelte Instrument zur Prävention und Kontrolle von Kinderarbeit unter aktiver Einbeziehung von Jugendlichen und ihrer Gemeinden zu testen und zu verbreiten.

Neben den Fairtrade-Standards sind zusätzliche Ansätze nötig, um Kleinbauernorganisationen und ihre Gemeinden bei der Prävention und Aufklärung von Kinderarbeit und bei der Einführung eigener, gemeinde-basierter, jugend-inklusiver Kontroll- und Präventionssysteme (sogenannte „youth inclusive community based monitoring and remediation systems“, YICBMR) zu unterstützen, um ausbeuterische Kinderarbeit auch außerhalb der kontrollierten Kakaoanbaugebiete langfristig zu verhindern.
Das Projekt „It takes a village to protect a child“ unterstützte die Einführung solcher Kontrollsysteme in rund 70 Gemeinden in der Elfenbeinküste und verbesserte darüber hinaus die Primär- und Sekundärbildung für Kinder und Jugendliche sowie berufliche Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten für Jugendliche in der Region. Hierfür wurden in den Gemeinden gemeinsam Risikoanalysen durchgeführt und Präventionspläne erstellt; Kinderrechtekomitees gebildet und Kindesschutz-Policies erarbeitet. Mit Aktionstagen und Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene wurde ein Bewusstsein für die schädlichen Auswirkungen ausbeuterischer Kinderarbeit geschaffen. Jugendvertreter wurden gewählt und als Monitors ausgebildet, um Befragungen unter Kindern und Jugendlichen durchzuführen und die Umsetzung von Maßnahmen zu begleiten. Zudem wurde eine Vernetzung mit relevanten Behörden und zivilgesellschaftlichen Initiativen im Bereich Kindesschutz geschaffen.

Zur Projektvorstellung (2014)