Theorie des Wandels

Was wir verändern wollen

Ann Marie von ECOCIM in der Elfenbeinküste

Fairtrade tritt für faire Handelspraktiken und bessere Lebensbedingungen für Kleinbauernfamilien und Arbeiter ein. Wie dieser Wandel stattfinden soll, ist in der "Theorie des Wandels" (Theory of Change) dargelegt.

Die Vorgaben in den Fairtrade-Standards bilden die grundlegenden und sichtbarsten Elemente für die Entwicklung von Kleinbauernfamilien und Arbeitern, so etwa die zusätzliche Fairtrade-Prämie und die für viele Rohstoffe festgelegten Mindestpreise. Über Standards und Zertifizierung hinaus bietet Fairtrade weitere direkte und indirekte Unterstützung für Produzenten und ihre Organisationen an, arbeitet mit Unternehmen und Handel an nachhaltigeren Lieferketten und fördert sowohl die Nachfrage auf Konsumentenebene als auch zivilgesellschaftliches Engagement.

Ziele in verschiedenen Bereichen

Grafik: Theorie des Wandels von Fairtrade

In der "Theorie des Wandels", dem Wirkungsmodell von Fairtrade, sind verschiedene Themenfelder in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales definiert, in denen der faire Handel zu Wandel beitragen soll. Diese Themenfelder sind unter anderem bessere Einkommen, gezielte Methoden der Anpassung an den Klimawandel oder nachhaltige Ernährungssicherung.

Die definierten Themenfelder beziehen sich aber nicht ausschließlich auf die Situation der Kleinbauernfamilien und Beschäftigten in den Produktionsländern. Es gibt auch Ziele für Veränderungen im Konsumentenverhalten, für nachhaltigere Geschäftspraktiken entlang der Lieferkette sowie für Verbesserungen auf politischer Ebene.

Die vollständige Theorie des Wandels kann bei Fairtrade International eingesehen werden: Fairtrade Theory of Change (PDF, 2 MB)

Beobachten, Evaluieren und Lernen

Ob Fairtrade diesbezüglich tatsächlich zu einem Wandel beiträgt, wird regelmäßig mittels Datenerhebung (Monitoring) und deren Auswertung (Evaluierung) untersucht und liefert so nachprüfbare Belege. Die Ergebnisse der verschiedensten internen und externen Wirkungsstudien zu Fairtrade werden systematisch ausgewertet und mit der "Theorie des Wandels" gespiegelt. In der jährlichen Planung können so die Ressourcen von Fairtrade weltweit auf die Wirkungsziele ausgerichtet werden. Dabei ist es wichtig, dass die verschiedenen Instrumente wie Produzentenunterstützung, Marktöffnung, Standardsetzung und Zertifizierung sowie weiterführende Projekte und Partnerschaften, Öffentlichkeitsarbeit und Advocacy Hand in Hand gehen.

Erkenntnisse fließen in Standards ein

Die Erkenntnisse aus verschiedenen Studien haben auch einen Einfluss auf die Fairtrade-Standards, welche regelmäßig überarbeitet werden. So wurden beispielsweise die Resultate aus Studien zu Arbeitsbedingungen auf Plantagen für die Überarbeitung des Standards für lohnabhängig Beschäftigte (Hired Labour Standard) herangezogen. Auf diese Weise stellt Fairtrade sicher, dass aus Erkenntnissen auch Lernprozesse und somit Wandel und Weiterentwicklung entstehen.

Mitglied der ISEAL Alliance

Logo - ISEAL

Fairtrade International ist Mitglied der ISEAL Alliance, die als Dachverband der Nachhaltigkeitslabels verschiedene Qualitätskriterien vorgibt, welche die Mitglieder einhalten müssen. So schreibt ISEAL beispielsweise vor, nach welchem Verfahren Standards entwickelt werden müssen. Eine weitere Anforderung ist, dass Nachhaltigkeitsinitiativen ihre Wirkung überprüfen sowie ihre Strategien auf der Basis von Erkenntnissen und Lernprozessen ausrichten. Hierzu verlangt ISEAL, dass jede Organisation eine sogenannte "Theory of Change" – eine "Theorie des Wandels" – entwickelt. Dieses Wirkungsmodell beschreibt, was eine Initiative wie Fairtrade tut und wie dies kurz-, mittel- und langfristig zu positiven Veränderungen führen soll. Fairtrade hat ein solches Wirkungsmodell entwickelt und richtet sein "Monitoring, Evaluation & Learning"-System an den Qualitätskriterien von ISEAL aus.