Fairtrade und die SDG’s

Welche Relevanz die nachhaltigen Entwicklungsziele für Fairtrade-Produzenten haben

Arbeiter aus Ghana

Die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Developement Goals, kurz: SDGs) wurden im September 2015 auf dem UN-Nachhaltigkeitsgipfel in New York verabschiedet. Sie lösen die bisherigen Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) ab – und zeigen, wie wichtig Fairtrade ist und in Zukunft sein wird.

Alle 17 Entwicklungsziele sind relevant für Fairtrade-Produzenten und Fairtrade selbst ist vor allem für jene Ziele von Bedeutung, die eng mit dem Exporthandel verbunden sind. Auf dieser Seite geben wir einen Überblick über die Nachhaltigkeitsziele, die wir in Partnerschaft mit anderen Akteuren erreichen können.

Fairtrade-Fallbeispiele zu nachhaltigen Entwicklungszielen

ZIEL 2: DEN HUNGER BEENDEN, ERNÄHRUNGSSICHERHEIT UND EINE BESSERE ERNÄHRUNG ERREICHEN UND EINE NACHHALTIGE LANDWIRTSCHAFT FÖRDERN

Kleinbauern mit weniger als zwei Hektar Land liefern nach wie vor 70 Prozent der Nahrungsmittel weltweit. Um dafür zu sorgen, dass auch die Bauern selbst satt werden – ganz zu schweigen von einer wachsenden Weltbevölkerung –ist es wichtig, als Basis eine stabile Existenzgrundlage zu schaffen.

ZIEL 5: GESCHLECHTERGERECHTIGKEIT UND SELBSTBESTIMMUNG FÜR ALLE FRAUEN UND MÄDCHEN ERREICHEN

Da Frauen auf Farmen in ärmeren Ländern einen Anteil von bis zu 70 Prozent der Arbeitskräfte ausmachen, kommt die FAO (Food and Agriculture Organization) zu dem Schluss, dass die Zahl der Hungernden weltweit um 150 Millionen verringert werden kann, würde man Geschlechterungerechtigkeit endlich überwinden. Fairtrade wird sich besonders auf die Förderung von Frauen konzentrieren, damit diese sich gleichberechtigt an der Landwirtschaft beteiligen können, Arbeiterinnen auf Plantagen gerechte Löhne erhalten und letztlich über Mittel verfügen, ihre Zukunftschancen aus eigener Kraft zu verbessern.

ZIEL 8: DAUERHAFTES, INKLUSIVES UND NACHHALTIGES WIRTSCHAFTSWACHSTUM, PRODUKTIVE VOLLBESCHÄFTIGUNG UND MENSCHENWÜRDIGE ARBEIT FÜR ALLE FÖRDERN

Nachhaltiges Wirtschaftswachstum, von dem breite Bevölkerungsschichten profitieren, lässt sich nur erreichen, wenn das Recht auf Arbeitsplatzsicherheit und Sicherheit am Arbeitsplatz für alle Arbeitskräfte weltweit erfüllt ist, wenn Menschen einen existenzsichernden Lohn erhalten, mit dem sie nicht nur überleben sondern sich entwickeln können und wenn Kinder- und Zwangsarbeit abgeschafft werden. Untersuchungen haben ergeben, dass Ansätze, die wie Fairtrade mit verbindlichen Standards arbeiten, Arbeits- und Lebensbedingungen verbessern können.

ZIEL 12: FÜR NACHHALTIGE KONSUM- UND PRODUKTIONSMUSTER SORGEN

Nachhaltigkeit für Konsum und Produktion umfasst sowohl eine ökologische als auch eine ökonomische Ebene. Die Kennzeichnung von Produkten kann Verbraucherinnen und Verbrauchern bei ihrer Kaufentscheidung unterstützen, wenn sie sicher sein wollen, dass Bauern einen Preis erhalten, der es ihnen ermöglicht, nachhaltige Anbaumethoden anzuwenden. Zusammen mit der Zivilgesellschaft wird der Faire Handel in die öffentliche Diskussion gebracht und die Sichtbarkeit der gesiegelten Produkte erhöht.

ZIEL 13: UMGEHEND MAßNAHMEN ZUR BEKÄMPFUNG DES KLIMAWANDELS UND SEINER AUSWIRKUNGEN ERGREIFEN

Kleinbauern haben mit unberechenbaren Witterungsverhältnissen wie dem Wechsel aus Überflutungen und Dürreperioden bereits die größte Last des Klimawandels zu tragen. Die Verantwortung, CO2-Emissionen zu reduzieren, liegt bei allen: Politische Institutionen, Unternehmen und Konsumenten sind gleichermaßen gefragt. Der Fairtrade-Klimastandard verbindet Fairtrade-Produzentenorganisationen und dörfliche Gemeinden mit Unternehmen und Organisationen, die aktiv Maßnahmen gegen den Klimawandel ergreifen und soziale Verantwortung zeigen wollen.

ZIEL 16: FRIEDLICHE UND INKLUSIVE GESELLSCHAFTEN IM SINNE EINER NACHHALTIGEN ENTWICKLUNG FÖRDERN, ALLEN MENSCHEN ZUGANG ZUR JUSTIZ ERMÖGLICHEN UND EFFEKTIVE (...)

(...) RECHENSCHAFTSPFLICHTIGE UND INKLUSIVE INSTITUTIONEN AUF ALLEN EBENEN AUFBAUEN

Von Beginn an hat sich Fairtrade auf den Aufbau demokratischer Strukturen konzentriert. Bauern werden ermutigt, Rechenschaft von ihren Organisationen einzufordern, ebenso lohnabhängig Beschäftigte von ihren Arbeitgebern, Verbraucher von Herstellern. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, , wie die Fairtrade-Produzentennetzwerke in Afrika, Lateinamerika und Asien an Stärke gewinnen und die Gelegenheit nutzen, ihre Ziele sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene zu verfolgen.

ZIEL 17: UMSETZUNGSMITTEL STÄRKEN UND DIE GLOBALE PARTNERSCHAFT FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG WIEDERBELEBEN

Derzeit teilen sich Markenhersteller und Händler 86 Prozent des Werts einer Lieferkette. Bauern und Beschäftigte werden ausgeschlossen. Richtlinien, die einen gerechten Handel für alle bewirken, also unter anderem den Wert innerhalb der Lieferketten unter allen Beteiligten aufteilen, kommt eine wichtige Hebelfunktion bei der Umsetzung der internationalen Entwicklungsziele zu. Fairtrade arbeitet mit Produzentenorganisationen, Unternehmen, Gewerkschaften und der Zivilbevölkerung zusammen. So entsteht eine Plattform, die Regierungen bei der Entwicklung von Richtlinien unterstützt, die der ambitionierten Agenda der Entwicklungsziele gerecht werden.

Natürlich kann Fairtrade nicht alleine und in jedem einzelnen Fall eine Lösung für die Reduktion von Armut bieten. Tief verwurzelte Machtstrukturen zu verändern ist keine einfache Aufgabe und jeder Tag zeigt aufs Neue, was funktioniert und was nicht. Wir haben noch viele Gipfel zu erklimmen, doch bereits heute wirkt sich Fairtrade nachweislich positiv auf das Leben hunderttausender Bauern und Beschäftigter weltweit aus.

Fairtrade und die SDGs

Broschüre: Wie der faire Handel zum Erreichen der UN-Ziele beitragen kann

PDF

Wirkung von Fairtrade

Verschiedene Studien untermauern die positive Wirkung von Fairtrade.

Mehr erfahren

Arbeitsschwerpunkte

Die Schwerpunkte von Fairtrade um den fairen Handel voranzutreiben

Mehr erfahren