25 Momente

Seit 1992 ist viel passiert: Wir laden Sie ein auf eine Zeitreise bestehend aus 25 ausgewählten Momenten der TransFair-Geschichte. Momente, denen alle das Ziel der Gründerorganisationen gemein ist: durch fairere Handelsbedingungen die Lebens- und Arbeitssituation möglichst vieler Kleinbauern und Beschäftigter auf Plantagen im globalen Süden verbessern, fair gehandelte Produkte aus der Nische holen und im klassischen Lebensmitteleinzelhandel einer breiten Verbraucherschicht anzubieten. Viel Vergnügen!

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Geburtsstunde des Siegels

Der 1991 gegründete Verein AG Kleinbauernkaffee e.V. wird 1992 in TransFair e.V. umbenannt. Die Gründungsorganisationen kommen aus den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit, Kirche und Verbraucherschutz. Dieter Overath startet am 1. Januar als Geschäftsführer und organisiert die Logo- Lizenzvertrag- und Kontrollentwicklung sowie erste Marktgespräche.

In Lateinamerika und Afrika arbeiten zu dieser Zeit 23 Kleinbauernkooperativen nach fairen Grundsätzen und verkaufen ihre Produkte direkt an Fair Handels Organisationen. Sie suchen nach Möglichkeiten, auch an konventionelle Geschäftspartner in Europa zu exportieren. Das TransFair-Siegel bietet eine Chance auf mehr Absätze in Deutschland.

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Die ersten Partner

Die Gepa unterzeichnet 1992 den ersten Lizenzvertrag und Coop Minden listet als erster Supermarkt Kaffee mit dem Transfair-Siegel ein, gefolgt von REWE als erste Handelskette bundesweit. Andere Händler folgen, so dass TransFair-Kaffee innerhalb kurzer Zeit in über 20.000 Supermärkten erhältlich ist. 

 

 

In den Anfangsjahren stammt der Kaffee ausschließlich aus Ländern Mittelamerikas. Eine der ersten Partnern war die Kooperative „Asociación Chajulense" im Hochland von Guatemala. Für die Verkäufe über den fairen Handel bekamen die Kooperativen rund 45 Prozent mehr als zu Weltmarktbedingungen.

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Ausweitung der Standards

Waren es bislang ausschließlich Kleinbauernfamilien, die über den fairen Handel mit dem Siegel profitierten, erweiterte TransFair seine Standards 1994 auf Plantageproduktion, um auch abhängig Beschäftigte zu erreichen. Die Einführung von gesiegeltem Tee ein Jahr später ist die Folge.

Bereits im ersten Jahr hat Tee mit dem TransFair-Siegel weit über eine Millionen DM an direkten Zusatzeinnahmen für Sozialprojekte in den Anbauregionen eingefahren. Die Prämie – damals noch Entwicklungs-Aufschlag genannt – wird zu einem festen Bestandteil des Kriterienkatalogs. Das Neue an diesem Konzept: Die Produzenten entscheiden – anders als bei Spenden – frei über ihre Verwendung.

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Produzenten zu Gast

1995 lädt TransFair zur ersten internationalen Produzentenversammlung ein. Rund 30 Genossenschaftsdelegierte aus allen wichtigen Anbauländern diskutieren mit Importeuren und Fair-Handels-Initativen gemeinsam Fragen der Preisgestaltung in Zeiten eines immer mehr aus den Fugen geratenen Weltmarktpreises für Kaffee.

Am Ende der Versammlung standen handfeste Verbesserungen für die Produzentengenossenschaften, die ihnen jetzt erstens höhere Einnahmen, zweitens mehr Flexibiliät und drittens realistischere Kalkulationen ermöglichten. Ähnlich wie beim Tee erhielten die Kaffee-Organisationen neben dem Mindestpreis einen Aufschlag - heute bekannt als Fairtrade-Prämie zur Finanzierung von sozialen Projekten. 

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Mix it fair

Mit Schokolade und anderen Kakaoprodukten, wie beispielsweise Instant-Kakao, betritt TransFair 1995 Neuland: Anders als bei Kaffee oder Tee werden hierbei erstmals Erzeugnisse gesiegelt, die aus verschiedenen Zutaten bestehen.

Die positiven Auswirkungen des fairen Handels mit Kakao und Zucker sind für die Produzenten-Organisationen schon nach dem ersten Jahr spürbar. Alles in allem wurden Direkteinnahmen von 1.5 Mio DM erzielt, die nicht nur stabilere Preise für kleinbäuerliche Familienbetriebe brachten, sondern auch viele Gemeinschaftsprojekte ermöglichten.

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Internationalisierung

1997 wird in Bonn wird die Dachorganisation Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) gegründet - heute Fairtrade International. Damit wird die Standardsetzung, Beratung und Zertifizierung internationalisiert und professionalisiert.

Marike de Peña, heute Vorstandsmitglied von Fairtrade International erinnert sich noch gut an diese Zeit:

"In Lateinamerika hatten wir damit begonnen, uns in Produktnetzwerken wie dem Kaffee-Netz oder dem Honig-Netz zu organisieren. So wurde eine aktive Gestaltung des fairen Handels und die Gründung von FLO 1997 ermöglicht. Im Jahr 2004 haben sich unsere Netze innerhalb Lateinamerikas enger zusammengeschlossen und die CLAC begründet. Ausgehend von unseren Netzwerken haben wir an der Vereinheitlichung der Standards mitgewirkt, die Fairtrade ausmachen, und wir haben immer stärkere Bande zu den Partnern der Fairtrade Bewegung im Norden geknüpft."

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Frische Früchte

Unter großem Medienecho und noch mehr Engagement vieler lokaler Aktionsgruppen 1998 eingeführt, verschwindet die fair gehandelte Bananen im Herbst schon wieder aus den Supermarktregalen. Hurrikan "Mitch" zerstörte die gesamten Bananenpflanzungen und machte die Investitionen und Hoffnungen zunichte.

TransFair vermittelt ein Sofort-Hilfsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zugunsten der vor dem Ruin stehenden Bananen-Produzenten. 

Rund ein Jahr nach Hurrikan "Mitch" läuft die Produktion wieder auf vollen Touren und die Bananenbauern finden erneut Absatzmärkte unter Fair-Handels-Bedingungen.

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Schwere Zeiten für TransFair

Das Fernsehmagazin Frontal (ZDF) wirft TransFair im Mai 2000 vor, dass die Mehreinnahmen des fairen Handels nicht bei den Kakaobauern in Ghana ankämen. Die Folgen: Große Verunsicherung bei Verbrauchern, eine Medienkrise sowie persönliche Angriffe auf den Geschäftsführer Dieter Overath.

 

 

TransFair geht den Vorwürfen nach und reist gemeinsam mit Norbert Blüm nach Ghana. Dort erleben sie den Start der  Kakaoernte und besuchen vier Dorfprojekte, die mit Hilfe der Einnahmen aus dem fairen Handel verwirklicht wurden. Das abschließende Fazit des ehemaligen Bundestagsmitglieds:

"Bei Kuapa Kokoo sieht man, wie Hilfe zur Selbsthilfe praktisch umgesetzt wird."

Heute ist Kuapa Kokoo mit über 80.000 Mitgliedern eine der größten Organisationen im Fairtrade-System.

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Faire Woche

Unterstützt von Misereor und dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) organisieren die Akteure des Fairen Handels in Deutschland im September 2001 erstmalig gemeinsam eine Faire Woche. Hilfswerke, Verbände, Kirchen, Weltläden, Agenda-Gruppen und Jugendorganisationen stellen über 1.000 Aktionen auf die Beine.

 

 

Um den Bürgerinnen und Bürgern den Fairen Handel nahe zu bringen, reisten 20 Produzentenvertreter aus Afrika, Asien und Lateinamerika durch Deutschland und besuchten rund 110 Veranstaltungen. Victor Perezgrovas von der mexikanischen Kaffeegenossenschaft Unión Majomut nahm an der Auftaktpressekonferenz in Berlin teil. Er betonte: 

„In Mexiko verlassen angesichts der historisch tiefen Weltmarktpreise für Kaffee wöchentlich rund 500 Familien ihre Felder. Jetzt ist der Faire Handel wichtiger denn je. Ohne ihn würden wir keinen Kaffee mehr anbauen“

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Ein Siegel, weltweit

Im Zuge der Internationalisierung einigen sich die 19 nationalen Siegelorganisationen 2003 auf das heute noch aktuelle grün-blaue Fairtrade-Siegel – in Deutschland zunächst noch unter Beibehaltung der Wortmarke »TransFair«.

Zeitgleich bringt der größte Preisverfall auf dem Kaffee-Weltmarkt seit Jahrzehnten zahlreiche Kleinbauern Lateinamerikas um ihre Existenz. In Honduras mussten laut einer Meldung der Zeitschrift "Zentralamerika Aktuell" 40 Prozent der Kaffeebauern aufgeben. Der faire Handel kann diese Abwärtsspirale aufhalten, denn er garantiert den Bauern einen Mindestpreis, der ihre Kosten deckt und mit dem sie ihre Existenz sichern können.

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fair feels good.

2003 startet die Verbraucher Initiative in Kooperation mit TransFair e.V., und dem Weltladen-Dachverband e.V. die erste bundesweite Informationskampagne zum fairen Handel und regt zum Nachdenken an, wie unser tägliches Konsumverhalten die Lebensgrundlage der Menschen in Entwicklungsländer verbessern kann.

"Im gleichen Jahr machte Fairtrade einen großen Schritt in Richtung professioneller Zertifizierungs-Organisation: Mit der Einführung von FLO-Cert, der unabhängigen Kontroll- und Zertifizierungsorganisation innerhalb des Systems, wurden Strategie und Richtlinienvergabe von der Kontrolle getrennt. Die Kontrollen im globalen Süden, in die ich beispielsweise in Afrika involviert war, wurden zwischen den Prüfern von FLO-Cert und den Kontaktpersonen vor Ort, die für die Dachorganisation Fairtrade International – damals noch Fairtrade Labelling Organisation (FLO) –gearbeitet haben, aufgeteilt. Sowohl die Prüfer, als auch die Angestellten von FLO wurden im Süden angeworben und eingestellt, was dazu führte, dass wir viel enger mit den Produzenten zusammenarbeiten konnten. Diese Veränderungen in unserer Arbeitsweise wurden im globalen Süden sehr begrüßt und waren auch vor Ort ein Meilenstein."

Jos Harmsen, heute Supply & Development Manager der niederländischen Fairtrade-Organisation "Stichting Max Havelaar".

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Erlesene Neuheit 

Auf der BioFach 2005 stellt TransFair fair gehandelte Weine vor. Die ersten Weinsorten sind ausschließlich in Bioqualität und stammen aus Südafrika. Dort leistet der Weinanbau nach den Fairtrade-Standards einen kleinen Beitrag, nach dem Ende der Apartheid die nach wie vor vorherrschende Ungleichheit zwischen den Bevölkerungsgruppen abzubauen.

 

 

"Fairtrade hilft uns, uns besser zu organisieren und uns unserer Rechte bewusst zu werden. Mehr Bildung macht uns mobiler und steigert unsere Chancen.“

Sharlton Flippies vom Fairtrade-zertfizierten Weingut Deetlefs Wine Estate (Südafrika)

Mittlerweile tragen mehr als 65 Weinmarken das Fairtrade-Siegel und Produzenten aus Südafrika, Argentinien, Chile und dem Libanon profitieren vom fairen Handel mit Wein.

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Flower to the people

Im September 2005 sind erstmals fair gehandelte Rosen in deutschen Supermärkten erhältlich. Eine unvergleichbare Karriere nimmt ihren Lauf: Heute stammt jede vierte Rose in Deutschland von einer Fairtrade-Blumenfarm.

Die ersten Fairtrade-Rosen kommen aus Kenia, Tansania und Simbabwe. Auf den zertifizierten Blumenfarmen werden sie unter Einhaltung sozialer und ökologischer Kriterien gezüchtet. Das bedeutet Arbeitsschutz, der Weg von Mindestlöhnen hin zu existenzsichernden Löhnen, Versammlungsfreiheit und der Schutz der Umwelt.

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Fairtrade im Discounter

Nachdem Fairtrade-Produkte in allen Weltläden, vielen Naturkostläden und bundesweit in rund 27.000 Supermärkten erhältlich waren, folgt Lidl als erster Discounter und nimmt sieben fair gehandelte Produkte fest in sein Sortiment auf – erstmals in Deutschland unter einer Eigenmarke.

 

 

Lidl setzt bei der Umstellung auf bereits bestehende Produzenten-Organisationen, die dadurch Ihre Absätze zu Fair-Fandels-Konditionen erhöhen und Mengen erzielen, die eine signifikante Wirkung für die beteiligten Kleinbauern und Angestellten erzielen.

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Das weiße Gold wird fair

2007 wagte TransFair den Schritt in die Modebranche und zeichnet erstmals Textilien mit dem Siegel aus, die aus Fairtrade-zertifizierter Baumwolle hergestellt wurden. Gleich im ersten Jahr bieten 16 Firmen in Deutschland Textilien aus Fairtrade-Baumwolle an.

 

 

„Früher waren es bei uns die Männer, die das Geld bekommen haben. Heute wissen in unserer Kooperative wir Frauen, was wir verdienen und verwalten unser Geld selbst.“

Marie Diallo, Baumwollproduzentin aus Ségou in Mali.

Die Fairtrade-Kleinbäuerinnen und Kleinbauern verpflichten sich unter anderem zu einem möglichst effizienten Wassereinsatz beim Baumwoll-Anbau. Für den Anbau unter biologischen Kriterien erhalten sie einen Bio-Aufschlag für die Ware ausbezahlt.

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Engagierte Mitglieder

Die TransFair-Mitgliedsorganisation Oikocredit erklärt 2008 zum Jahr des Fairen Handels und legt einen besonderen Schwerpunkt auf ihre Unterstützung für Fairhandelsorganisationen durch Kredite, Kapitalbeteiligungen und Bürgschaften.

 

 

Heute unterstützt Oikocredit rund 89 Fairtrade-Organisationen mit Krediten, Kapitalbeteiligungen sowie Beratung und Schulungen. Mit den Krediten werden zum Beispiel Transport- und Lagerkapazitäten ausgebaut oder neue Produktionsanlagen eingerichtet.

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Deutscher Nachhaltigkeitspreis

Beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2009 gewinnt TransFair den Preis in der Kategorie "Deutschlands nachhaltigste Produkte/Dienstleistungen".

 

 

"Sein Engagement ist in Bezug auf soziale Nachhaltigkeit vorbildlich. [...] Der Verein ermöglicht den Landwirten den Zugang zu den Weltmärkten – bei fairer Bezahlung. Dies ist ein wichtiger Beitrag für die Entwicklung der Dritten Welt. Neben der sozialen Nachhaltigkeit unternimmt TransFair Anstrengungen zur Erbringung eines Beitrages im Feld ökologischer Nachhaltigkeit."

Jury-Begründung zur Auszeichnung von TransFair

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Fairtrade vor der Haustür

2009 startet TransFair mit der Kampagne "Fairtrade-Towns" und zeichnet Saarbrücken als erste Fairtrade-Stadt aus. Die Kampagne verbindet Akteure aus den Bereichen Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft und setzt den fairen Handel auf die kommunale Agenda. 

Das kommunale Engagement schlägt Brücken zwischen Produzenten und Konsumenten. Einige der weltweit rund 2.000 ausgezeichneten Kommunen befinden sich in Fairtrade-Produzentenländern wie Ghana, Costa Rica und Brasilien und dem Libanon, wo 2016 die jährliche internationale Fairtrade-Towns Konferenz stattfand. 

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50/50

In einer historischen Entscheidung stimmten alle Mitglieder des Fairtrade Systems auf der Hauptversammlung 2011 für die Anhebung des Stimmanteils der Produzentenvertreter auf 50 Prozent. Dadurch werden die Fairtrade-Produzenten gleichberechtigter Teilhaber am System.

„Diese Entscheidung ist wegweisend und ein sehr fortschrittlicher Ansatz. Wir hoffen, dass diese Nachricht Schule machen wird und Fairtrade zu weiterem Wachstum verhilft.“

Bharath Mandanna, Vorstandsvorsitzender vom Netzwerk der asiatischen Produzenten (NAP)

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Fairtrade wirkt

2012 belegt die erste Sektor und Kontinent übergreifende Studie des Centrums für Evaluation (CEval) in Saarbrücken, dass Fairtrade einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensverhältnisse von Kleinbauern und Landarbeitern im ländlichen Raum und zur ländlichen Entwicklung leistet. 

 

 

Die Studie beleuchtet die Wirkung von Fairtrade anhand von neun verschiedenen Produzentenorganisationen  aus den Produktkategorien Blumen, Kakao, Kaffee, Bananen, Tee und Baumwolle. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums von TransFair ist ein Fortsetzung der Untersuchung geplant. Vorläufige Ergebnisse sind im Oktober zu erwarten.

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Auf die Plätze, fertig, FAIR!

2012 bringt TransFair den fairen Handel auf den Stundenplan: Die Kampagne Fairtrade-Schools verankert das Thema im Schulalltag und schafft bei der Schulgemeinschaft Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung.

Auch auf Produzentenseite wird Bildung groß geschrieben, wie Fairtrade-Berater Kwame Banson aus Ghana zu berichten weiß:

"In Ghana investieren Kleinbauern und Arbeiter die Fairtrade Prämie am allerliebsten in Erziehungsprojekte und Schulen. Sie bauen Schulen und finanzieren Unterricht, damit ihre Kinder dort hingehen, lernen, und den Gemeinschaften Stabilität bringen." 

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Neuer Ansatz, höhere Absätze

Einführung der Fairtrade-Programme für Kakao, Zucker und Baumwolle in 2014: Der neue, alternative Ansatz legt den Schwerpunkt auf den Rohstoffeinkauf eines Unternehmens statt auf die Zertifizierung einzelner Produkte.

Im Jahr 2011 erhielten Fairtrade-Kakaoproduzenten Prämiengelder in Höhe von sieben Millionen Euro, dieser Betrag stieg auf 10.8 Millionen im Geschäftsjahr 2013-14, während die internationalen Verkaufsmengen um 17 Prozent stiegen, für den deutschen Markt ergab sich gar eine Steigerung von gigantischen 70 Prozent.

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Keine krummen Dinger

Die Bananen-Lieferkette ist von vielen Nachhaltigkeitsherausforderungen geprägt. Daher ruft TransFair das Bananen-Forum ins Leben – mit dem Ziel, den gesellschaftspolitischen Dialog über den Bananenmarkt anzuregen und die punktuellen Debatten und Aktionen diverser Akteure zu diesem Thema zusammenzuführen.

Die Kleinbauernkooperativen in Peru, von denen über 50 Prozent der Fairtrade-Bio-Bananen in Deutschland stammen, sehen das Forum als große Chance. 

"Wir haben uns zu einem Bananennetzwerk zusammengeschlossen, um als Gremium zusammen mit den Kunden in Deutschland Herausforderungen wie Trockenheit – durch den Klimawandel – und Produktivität im Bioanbau zu lösen," erklärt Valentin Ruiz Delgado von der "Junta Nacional del Banano" in Peru. 

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Guter Stoff

Um mehr Fairness in der gesamten Lieferkette der Bekleidungsindustrie zu fördern, entwickelt Fairtrade den Textilstandard und das Textilprogramm. Als erster Standard weltweit macht er dabei eine feste Zeitvorgabe für das Erreichen von existenzsichernden Löhnen.  

"Das ist eine wirklich gute Initiative. Kein anderer Standard legt so hohen Wert auf die Einbeziehung von Arbeiterinnen und Arbeitern in Entscheidungsprozesse wie Fairtrade. Die Umsetzung des Standards sollte streng kontrolliert werden.“ 

Nazma Akter, Menschenrechtsaktivistin aus Bangladesch, die TransFair anlässlich des Fashion Fairdays besuchte.

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Raus aus der Nische

Heute sind bundesweit über 3.000 Fairtrade-Produkte in rund 42.000 Verkaufsstellen verfügbar: in Supermärkten, Discountern, Drogerien und Biosupermärkten, in Weltläden und in mehr als 20.000 gastronomischen Betrieben. 2016 knackten die Umsätze mit Fairtrade-zertifizierten Produkten erstmals die Milliardengrenze.

Die Herausforderungen für die Zukunft sind allerdings nicht kleiner geworden – im Gegenteil: Eine engere Zusammenarbeit mit den Produzentennetzwerken, Förderung und Unterstützung bei der Koordination von Südprojekten gewinnen an Bedeutung. Im Dialog mit Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft, Jugendlichen und Medien diskutieren wir auf dem Zukunftskongress in Berlin drängende Themen, die den fairen Handel in den nächsten zehn Jahren begleiten und verändern werden. Diskutieren Sie mit!

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