18. November 2020

Ben & Jerry’s baut Fairtrade-Engagement aus: Mehr Geld für Kakaobauern

In Partnerschaft mit Fairtrade leistet Eiscreme-Ikone Ben & Jerry‘s Pionierarbeit für einen ganzheitlichen Ansatz für ein gerechtes, existenzsicherndes Einkommen von Kakaobauern

Auf einem Tisch steht ein Becher Fairtrade-Eiscreme von ben & Jerry's.

Ben & Jerry’s baut Fairtrade-Engagement aus. Bild: Fairtrade

Ben & Jerrys und Fairtrade treiben einen ganzheitlichen Ansatz für faire Einkommen für Kakaobauern in der Elfenbeinküste voran. Bauern erhalten höhere Preise für ihre Bohnen.

Ab Oktober 2020 werden rund 5.000 Fairtrade-Kakaobauern in der Lieferkette von Ben & Jerry's im Laufe des nächsten Jahres etwa 600.000 USD zusätzlich erhalten. Dieser Betrag kommt zusätzlich zu der jährlichen Fairtrade-Prämie von rund 970.000 USD und dem von der ivorischen Regierung festgelegten Mindestpreis für Kakao, den alle Unternehmen zahlen müssen, hinzu. Das zusätzliche Geld, das die Bauern nun erhalten werden, ist ein wichtiger Teil der Bemühungen von Ben & Jerry's, die Bauern bei der Schließung der Einkommenslücke hin zu einem existenzsichernden Einkommen zu unterstützen.

Der Kakaoanbau ist ein unglaublich unberechenbares Geschäft. Denn die Bauern tragen nicht nur das Risiko von Verlusten, die durch den Klimawandel und extreme Wettermuster verursacht werden, sie haben zudem praktisch keine Kontrolle über die Weltmarktpreise und sind somit den Preisschwankungen ausgeliefert. Diese Ungerechtigkeit in der Kakaokette bedeutet, dass die Bauern oft in extremer Armut leben und es sich nicht leisten können, in fortschrittlichere Anbaumethoden zu investieren, um ihr Einkommen zu verbessern oder sich an Klimaveränderungen anzupassen. So werden ländliche Gemeinschaften in ihrer Entwicklung zurückgehalten und die natürliche Umwelt leidet.

Ein existenzsicherndes Einkommen bedeutet, dass es ausreicht, um eine menschenwürdige Unterkunft und Gesundheitsversorgung, sauberes Wasser und Bildung zu gewährleisten - sowie ein kleines Extra für unerwartete Ereignisse.

Die höheren Preise, die Ben & Jerry's zahlen wird, sind der jüngste Schritt von mehreren Interventionen zur zukünftigen Sicherung des Existenzeinkommens, die der Eishersteller zusammen mit Fairtrade seit 2015 umgesetzt hat. Zu diesen Maßnahmen gehören Produktivität, Diversifizierung und Stärkung der Kooperation, die zusammen eine ganzheitliche Strategie hin zu einem existenzsichernden Lebensunterhalt unterstützen. Die höheren Preise werden von Partnern vor Ort genau beobachtet, um zu verstehen, wie sie zu einer nachhaltigen Existenzgrundlage für die Bauern beitragen können.

Cheryl Pinto, Ben & Jerry's Global Values-Led Sourcing Manager, sagte: „Wir haben uns verpflichtet, mit unserem Eis für wirtschaftliche Gerechtigkeit zu stehen. Jetzt intensivieren wir unser Engagement in der Art und Weise, wie wir in der Zukunft Kakao beziehen. Beginnend mit dem Kakao in unserem Schokoladeneismix arbeiten wir auf den Referenzpreis für existenzsichernde Einkommen für Kakaobauern hin. Und das ist nur der Anfang. Wir untersuchen unsere gesamte globalen Lieferketten im Bezug auf ein existenzsicherndes Einkommen.“

Die Einkäufe von Ben & Jerry’s über alle Rohstoffkategorien hinweg sind beträchtlich. Sie haben 2019 Fairtrade-Prämien in Höhe von 3,6 Millionen Dollar eingebracht, die von den landwirtschaftlichen Gemeinschaften nach eigenem Ermessen ausgegeben werden können. Viele haben beispielsweise Schulen finanziert, in die Klimaresistenz und lokale Infrastruktur investiert.

Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von Fairtrade Deutschland sagte: „Existenzsichernde Einkommen zu erreichen, ist eine enorme Herausforderung und wir freuen uns, dass Ben & Jerry’s sie mit uns zusammen annimmt. Wir brauchen starke Partner, um die massiven Probleme im Kakaosektor anzugehen und um anderen zu zeigen, was möglich ist. Deshalb hat die Zusammenarbeit von Ben & Jerry’s mit Fairtrade Vorbildcharakter für andere.“