Fairtrade und Tchibo starten gemeinsames Kaffeeprojekt in Honduras

Kitas für die Kinder, Maschinen und Schulungen für die Erwachsenen: Maßnahmen, die die Arbeits- und Lebensbedingungen der Kaffeeproduzent*innen in drei Kooperativen Schritt für Schritt verbessern sollen.

Fairtrade und Tchibo starten ein gemeinsames Projekt zur Unterstützung von Kaffeeproduzent*innen in Hoduras. Foto © CLAC

Im Januar wurde das neue Tchibo Joint Forces Projekt in Honduras ins Leben gerufen. Das Ziel ist es die Arbeits- und Lebensbedingungen auf den drei Kaffee-Kooperativen Copranil, Probeca und Cocrebistol zu verbessern. Insgesamt profitieren 262 Kleinbauernfamilien und 500 Erntehelfer*innen von dem Programm. Vorbild ist das erfolgreiche Tchibo Joint Forces und Fairtrade Projekt in Brasilien, das von 2015 bis 2018 durchgeführt wurde. Auch das neue Projekt ist für einen Zeitraum von drei Jahren vorgesehen.

Frauenquote, Kinderschutz und Trainings für Erwachsene

María Esperanza López ist ein Vorbild für viele, allerdings immer noch die Ausnahme. Seit 2009 ist die Kaffeeproduzentin Geschäftsführerin der Kooperative Copranil aus der Region Cópan. Weit über 100 Mitglieder hat die kleine Produzentenorganisation im Westen des Landes mittlerweile. Zusammengeschlossen haben sich die Kleinproduzent*innen bereits vor 16 Jahren und seit 2015 ist die Kooperative Fairtrade zertifiziert. Jedes Mitglied besitzt eine durchschnittliche Fläche von 2,5 Hektar und gemeinsam werden rund 308 Tonnen Kaffee pro Jahr produziert. Auch die beiden anderen unterstützten Kooperativen, Cocrebistol und Probeca, liegen in der Region Cópan. Das Gebiet ist, neben seinen berühmten Maya Ruinen, für seine herausragende Kaffeequalität bekannt. Ein Ziel des Joint Forces Projects ist es, mehr Frauen wie María Esperanza López dabei zu unterstützen, Verantwortung im Farmmanagement und in den Kooperativen zu übernehmen.

Im November 2018 wurde drei Kitas für die insgesamt 250 Kinder der Kaffeeproduzent*innen und Erntehelfer*innen eröffnet. Die Kitas bieten den Kindern eine Betreuung, während die Eltern bei der Ernte sind. Somit müssen die Kinder nicht auf dem Feld spielen oder gar bei der Ernte helfen. Zudem erhalten die Kinder zwei Mahlzeiten pro Tag und werden medizinisch betreut.

Zur Verbesserung der Qualität des Kaffees wird außerdem in neuen Maschinen und verbesserte Ausstattung investiert. Besonders die Anpassung an den Klimawandel ist eine große Herausforderung für die Kaffeeproduzent*innen. Unerwarteter Regen kann dabei die Trocknung der geernteten Kaffeebohnen behindern und die Kaffeequalität beeinträchtigen. Die Kaffeequalität spielt beim Verkauf allerdings eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grund wird auch in die Ausbildung und Motivation der Erntehelfer investiert. Umso besser das Verständnis für die Kaffeepflanze, desto besser sind am Ende die Ernteerträge und die Qualität der Kaffeebohnen. Der Projektplan wurde mit den Kooperativen-Mitgliedern gemeinsam ausgearbeitet, um das Engagement und die Motivation aller Beteiligten zu erhöhen und mit vereinten Kräften – „joint forces“ – die Ziele des Projekts zu erreichen.

Nachhaltiges Engagement vor Ort

„Wir freuen uns über das erneute Engagement von Tchibo, nach Brasilien nun auch Fairtrade Kleinbauern in Honduras zu unterstützen. Verbesserte Anbaumethoden und höhere Kaffeequalität, aber besonders eine langfristige Handelspartnerschaft, sind das Ziel des gemeinsamen Programms. Das Projekt zeichnet sich durch einen hohen Grad an Wissenstransfer und eine enge Zusammenarbeit mit den Projektpartnern in Honduras aus“, so Dieter Overath, Vorsitzender Transfair/ Fairtrade Deutschland.

„Gemeinsam mit Fairtrade verbessern wir die Arbeits- und Lebensbedingungen von Kaffeebauern, Erntehelfern und ihren Familien. Gleichzeitig investieren wir in eine nachhaltige Kaffee-Lieferkette. Unser Engagement in Honduras ist ein weiterer Schritt, der uns unserem Ziel, ein 100 % nachhaltiges Unternehmen zu werden, weiterbringt“, so Nanda Bergstein, Direktorin Unternehmensverantwortung bei Tchibo. Neben Tchibo und Fairtrade Deutschland sind die CLAC (die Fairtrade-Produzentenorganisation Lateinamerika) sowie Caffex, als Exporteure vor Ort, in dem – mittlerweile 16. - Joint Forces Projekt eingebunden.