Fairtrade kämpft um angemessene Einkommen für Kakaobauern

Der Weltmarktpreis für Kakao befindet sich auf einem unhaltbar niedrigen Niveau. Um den Kakaobäuerinnen und -bauern, die in extremer Armut leben, ein besseres Einkommen zu sichern, hat Fairtrade jetzt gehandelt und den Fairtrade-Mindestpreis und -Prämie erhöht sowie den Fairtrade-Living-Income-Referenzpreis aktualisiert.

Die Höhe des Fairtrade-Living-Income-Referenzpreises berechnet sich aus mehreren Variablen wie rentable Betriebsgröße, nachhaltige Erträge, Produktionskosten und potenzielle Einsparungen durch den Anbau von Lebensmitteln für den Eigenverbrauch. Bildrechte: TransFair e.V. / Marco Garofalo

Dieser Preis gibt an, was Kleinbäuerinnen und -bauern für ihren Kakao bekommen müssten, damit sie ein existenzsicherndes Einkommen erhalten, um grundlegende Bedürfnisse wie angemessene Unterkunft, gesunde Lebensmittel und Bildung bezahlen zu können. Der neue Fairtrade-Living-Income-Referenzpreis beträgt für Côte d'Ivoire 2.200 und für Ghana 2.100 US-Dollar pro Tonne Kakao. Dieser Referenzpreis bezieht sich dabei auf den Verkauf ab Hof (farm-gate-Preis, FG). Er beinhaltet keine Zusatzkosten wie Steuer, Lagerhaltung oder den kostenaufwändigen Transport zum Verschiffungshafen, der entweder von den Produzenten durchgeführt und extra berechnet oder von den Aufkäufern organisiert und finanziert wird.

Erklären sich Handelspartner bereit, den Fairtrade-Living-Income-Referenzpreis zu zahlen, erzielen Produzenten damit ein höheres Einkommen, als über den ab 1. Oktober 2019 gültigen Fairtrade-Mindestpreis für konventionell angebauten Kakao. Er liegt bei 2.400 US-Dollar pro Tonne und beinhaltet Zusatzkosten wie Steuer, Lagerhaltung oder den aufwändigen Transport zum Hafen (free-on-board-Preis, FOB). Da in den beiden Preisen unterschiedliche Kosten einfließen, sind sie nicht direkt vergleichbar.

Marken unterstützen Referenzpreis für existenzsicherndes Einkommen

Mehrere Marken haben bereits zugesagt, den Fairtrade-Referenzpreis für ein existenzsicherndes Einkommen zu unterstützen – darunter Tony's Chocolonely, eine Schokoladenmarke, die sich beim Kakaoeinkauf eng an Vorgaben des fairen Handels orientiert. Das Unternehmen will ab Oktober den Fairtrade-Referenzpreis bezahlen. Aber auch die beiden belgischen Unternehmen Oxfam Fair Trade sowie der Schokoladenhersteller Belvas unterstützen den Fairtrade-Referenzpreis. „Das ist ein guter Anfang, aber wir wollen noch viele weitere Schokoladenunternehmen für eine Zusammenarbeit gewinnen, um so den Bauern zu helfen, ein angemessenes Einkommen zu erzielen“, sagte Darío Soto Abril, CEO von Fairtrade International.

Die Höhe des Fairtrade-Living-Income-Referenzpreises berechnet sich aus mehreren Variablen wie rentable Betriebsgröße, nachhaltige Erträge, Produktionskosten und potenzielle Einsparungen durch den Anbau von Lebensmitteln für den Eigenverbrauch. Auch die Regierungen in Ghana und Côte d'Ivoire sehen die dringende Notwendigkeit eines existenzsichernden Einkommens für die Kakaobäuerinnen und -bauern und leiten entsprechende Maßnahmen ein. Fairtrade begrüßt dies als wichtigen Schritt.