FAIRTRADE & die SDGs

Wie Fairtrade die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung umsetzt

Kaffeebäuerin mit Pferd im kolumbianischen Hochland

Im September jährt sich die Einigung der Vereinten Nationen auf die 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) zum fünften mal. Sie bilden die Leitlinie für eine Zukunft ohne Armut und Hunger, in der alle Menschen Zugang zu medizinischer Versorgung haben und in der die Umwelt und das Klima geschützt werden. Und sie dienen als Gerüst, das Regierungen, aber auch Nichtregierungsorganisationen, Wirtschaftsunternehmen und Zivilgesellschaft, mit Leben füllen müssen, um mehr Nachhaltigkeit im Norden und Süden zu erreichen.

Fair handeln heißt nachhaltig handeln

Der faire Handel hat große Schnittmengen mit den UN-Nachhaltigkeitszielen, die sich sowohl in der Internationalen Charta des Fairen Handels, in den globalen Fairtrade-Standards, unserer vielfältigen Kampagnenarbeit und den politischen Forderungen von TransFair e.V. widerspiegeln.

Knapp fünf Jahre nach Inkrafttreten der SDGs können wir mit Selbstbewusstsein sagen, dass sich Fairtrade immer mehr zu einem wirkungsvollen Partner bei der Erreichung der Nachhaltigkeitsziele etabliert. Durch das Festlegen von Schwerpunktthemen, die Weiterentwicklung von Schulungsprogrammen, durch effiziente, partnerschaftliche Projekte im Süden sowie ergebnisorientierte Advocacy- und Lobbyarbeit im Norden leistet Fairtrade direkt und indirekt wertvolle Beiträge zu vielen der 17 Nachhaltigkeitszielen. Die Nachhaltigkeitsziele enthalten unter anderem Verpflichtungen bezüglich Ernährungssicherheit, nachhaltiger Landwirtschaft, Gleichberechtigung und das Recht auf Schulbildung – alles Bereiche, in denen Fairtrade bereits Wirkung entfaltet.

Wie Fairtrade zur Erreichung der SDGs beiträgt

Der Großteil der UN-Nachhaltigkeitsziele nimmt Bezug auf Ernährung und Landwirtschaft. Nicht nur in den Anbauländern des globalen Südens, auch für Hersteller und Verbraucher*innen greifen die SDGs und die Ziele von Fairtrade ineinander. Wie dies konkret geschieht, möchten wir Ihnen auf den folgenden Seiten vorstellen.

Fairtrade Produkte in Einkaufswagen

Faire Vielfalt – nachhaltiger Genuss

Für den Fairen Handel hat SDG 12 "Nachhaltiger Konsum und Produktion" eine zentrale Rolle. Von Kaffee, Kakao oder Bananen über Saft, Tee, Reis, Honig, Zucker und Wein bis hin zu Textilien, Schnittblumen, Kosmetika und Gold – bei all diesen Produkten macht Fairtrade einen Unterschied für die Produzent*innen im globalen Süden. Mittlerweile tragen in Deutschland rund 5.600 Produkte das Fairtrade-Siegel. Sie sind in 42.000 Supermärkten, Fachgeschäften, bei Discountern, im Weltladen oder online erhältlich und auch immer mehr Gastrobetriebe verwöhnen ihre Kund*innen mit Fairtrade-zertifizierten Speisen und Getränken.

Mit dem Kauf von Fairtrade-Produkten leisten Konsument*innen einen wichtigen Beitrag zur Stärkung von Kleinbauernorganisationen und Beschäftigten im Süden und für einen Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensweise. Je mehr Produkte fair produziert und konsumiert werden, umso größere Hebelwirklungen entstehen auch auf die anderen Zielsetzungen.

Flower Power – Aktion von Fairtrade zu fair gehandelten Rosen

Zivilgesellschaftlich verankert

Bundesweit setzt sich ein breites Netzwerk aus Fairtrade-Unterstützer*innen aus verschiedenen Bereichen der Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik für weltweit gerechte Handelsbedingungen und nachhaltige Produktionsweisen. In über 660 Fairtrade-Towns, 680 Fairtrade-Schools und 29 Fairtrade-Universities gestalten die Engagierten ihren Wohnort, ihre Schule oder Hochschule mit viel Energie und Tatkraft fairer.

Darüber hinaus bietet Fairtrade das ganze Jahr über Aktion zum Mitmachen an und setzt verschiedene Schwerpunkte, von der Flower-Power Kampagne rund um den Weltfrauentag, über das Fairtrade-Frühstück im Mai, der Fashion Revolution Week im April bis zur Fairen Woche im September -  Gemeinsam fordert die Bewegung mehr fairen Handel. Machen Sie mit!

NachhaltICH

Jeden Tag eine gute Tat – Die App für die Zukunft

Die App hilft Nutzer*innen spielerisch, nachhaltige Gewohnheiten und fairen Handel in ihren Alltag zu integrieren. Einfach Code scannen oder auf das Bild klicken.

NachhaltICH spielen, zusammen gewinnen. Das ist das Motto dieser App. Sie führt Nutzerinnen und Nutzer spielerisch an nachhaltige Themen heran. Dabei kann sich jede Nutzerin und jeder Nutzer mit seinen Freund*innen oder Kolleg*innen vernetzen und als Team für eine nachhaltigere Welt sorgen! Der Startbildschirm der App zeigt den User*innen eine Zukunftsszenerie, in der die Welt in Trümmern liegt und Müll und Feuer die Umwelt zerstören. Dieses Bild ändert sich im weiteren Gebrauch der App.

Das Ganze funktioniert über verschiedene Challenges – auch zum fairen Handel: So kann man zum Beispiel Punkte erlangen, wenn man Fairtrade-Bananen und -Kaffee anstatt der konventionellen Produkte kauft, oder wenn man jemanden über die Vorteile des fairen Handels aufklärt und sich aktiv an Kampagnen von TransFair beteiligt.