Fairtrade-Awards - Rückblick 2018

Auszeichnungsfeier in Berlin

Fairtrade Awards 2018. Gruppenbild nach der Preisverleihung

Am 21. März verlieh TransFair zum sechsten Mal die Fairtrade Awards für herausragenden Einsatz für den fairen Handel in Berlin.

Die Auszeichnung prämiert Unternehmen und Zivilgesellschaft, die sich vorbildlich für die Fairtrade-Idee eingesetzt haben und soll einen neuen Fokus auf die Entwicklung des fairen Handels werfen: durch Inspiration der Akteure und als Podium für die Kommunikation beispielhafter Arbeit für Fairtrade in Deutschland.

Anke Engelke moderierte die Gala in Berlin: „Zum vierten Mal darf ich durch den Fairtrade Award-Abend führen und wieder mehr darüber erfahren, was ökonomische und soziale Fairness zu tun haben mit dem, was wir auf dem Teller und in der Tasse haben. Zwar bin ich keine Spezialistin, sondern nur engagierte Verbraucherin, doch verantwortungsbewusstes Einkaufen und Handeln ist wie Wählengehen: Wir entscheiden aktiv, wie es weitergeht mit diesem Planeten!“ Auch Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller hob die Bedeutung des Engagements für die Menschen in Entwicklungsländern hervor: „Die Idee des fairen Handels ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das haben wir auch den vielen Ehrenamtlichen UnterstützerInnen zu verdanken."

Veränderung, die einen zu Tränen rührt

Besonders bewegend war der Auftritt von Dr. Tsitsi Choruma aus Kenia. „Bei Fairtrade geht es um Menschen – nicht um Lizenzgebühren, Prämien. Es geht darum, das Leben der Menschen zu verändern! Und ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen. Wer es nicht glaubt, den lade ich ein, die Veränderungen vor Ort zu anzusehen. Veränderungen, von der ihr Gänsehaut bekommt, Veränderung, die einen zu Tränen rührt, die Veränderung, die euch zeigt, dass ihr etwas bewegen könnt.“ so die Chief Operating Officer von Fairtrade Africa im Rahmen der Fairtrade Award-Verleihung in Berlin.

Fairtrade Awards 2018 – die Preisverleihung in Bilder

Die Preisträger der Fairtrade Awards 2018

Kategorie "Hersteller"

Die Hersteller übernehmen im System des fairen Handels eine wichtige Rolle. Denn Produkte, die unter fairen Bedingungen in Asien, Lateinamerika oder Afrika produziert werden, müssen nach Europa importiert und weiter verarbeitet werden. Und dies so attraktiv, dass sie auch eine Kundschaft auf dem deutschen Markt finden.

Den ersten Platz in der Kategorie "Hersteller" erhielt Ferrero. Der Süßwarenhersteller setzt seit 2014 auf fairen Kakao und baut die Zusammenarbeit kontinuierlich aus, seit 2016 auch für Zucker.

Platz zwei ging an das Textilunternehmen Brands Fashion, die Pionierarbeit für mehr Fairness im Baumwollanbau und der Textillieferkette leisten.

Dritter wurde das Projekt ‚Faire Kohle‘ der konfessionellen Jugendverbände, die mit nachhaltiger Grillkohle aus Kokosnuss-Schalen Perspektiven für Kleinbauern auf den Philippinen schaffen.

Kategorie "Handel"

Der Handel ist das Nadelöhr für jedes Produkt, das auf den Markt kommt. Das gilt auch und vor allem für fair gehandelte Waren, die sich im Wettbewerb behaupten wollen. Die Jury zeichnete jene aus, die besonders gute Wege gefunden haben, fair gehandelte Produkte zum Endverbraucher zu bringen. 

In der Kategorie "Handel" fiel der Jury-Entscheid auf Aldi Nord & Aldi Süd. Der Discounter macht eine Vielzahl fair gehandelter Waren für jeden zugänglich – mit eigens kreierten Fair-Handels-Eigenmarken, bietet Infos für Mitarbeiter und Kunden und unterstützt Projekte in den Anbauländern.

Wertschöpfung in den Süden! – dafür erhielt das Berliner Start-up Kaffee-Kooperative.de den zweiten Preis, denn von der Bohne bis zur Verpackung liegt der gesamte Prozess in Kigali (Ruanda) und in den Händen der Kaffeebauern.

Platz drei erhielt die Gastronomie der Deutschen Bahn – in den Bordbistros der ICs und ICEs trinken Fahrgäste fairen Kaffee, Kakao und Tee.

Kategorie "Zivilgesellschaft"

In der Kategorie "Zivilgesellschaft" sieht man, dass der faire Handel mehr ist als ein anerkanntes Siegel auf einer Verpackung. Der faire Handel lebt von der Vielzahl engagierter Bürgerinnen und Bürger, die sich Tag für Tag einsetzen, ihn zu verbessern und bekannter zu machen. Die Gewiner in dieser Kategorie spiegeln das umfangreiche und vielfältige Engagement von Organisationen, Kampagnen und Personen wider.

Der erste Platz 2018 ging an die Pfadfinderschaft Sankt Georg, die fairen Handel in die Öffentlichkeit trägt und die eigenen Ortsgruppen: Es gibt sogar ausgezeichnete Fairtrade-Stämme.

Für ihr Engagement, sich für den fairen Handel zu vernetzen, erhielt der Verbund von Fairtrade-Stadt und -Hochschule Emden Platz zwei.

Dritter wurde die Initiative FaireKita aus Dortmund – faire Früherziehung für die Kleinsten!

Kategorie "Nachwuchspreis"

Jung, kreativ, fair: Der Wettbewerb für die Fairtrade Awards 2018 vergab erstmals den Nachwuchspreis für faires Engagement an junge Initiativen und Menschen bis 25 Jahre. 

Platz eins ging an die Fair-Trade-Company Knechtsteden. Die Schülerfirma bietet Naschwaren aus einem fairen Süßwarenautomaten an sowie ihren eigenen „Knechtsteden Café“.

Zweiter wurde die Weltladen AG Fulda der Eduard Stieler Schule, die neben fairen Produkten auch globalisierungskritische Stadtrundgänge durchführt.

Platz drei ging an das Start-up TipMe, das ein Plug-in für ein globales Trinkgeld entwickelt hat.

Kategorie "Publikumspreis"

Einen Monat hatten die Website-Besucher von Fairtrade Deutschland die Möglichkeit Ihren Favoriten zu wählen.

Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen in der Online-Abstimmung teilen sich der Eine-Welt-Laden am Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium Mannheim und das Befair-Team des Johannes-Gutenberg-Gymnasiums Waldkirchen den ersten Platz.

Jury

Die Jury des Fairtrade Awards u.a. mit VertreterInnen aus Verbraucherschutz, Politik und Wirtschaft.

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