Fairtrade-Chronik

Wie alles begann

Rote Kaffeekirschen in den Händen einer Kaffeebäuerin

 Die Fairhandelsbewegung entstand in den 1950er Jahren, als sich gemeinnützige Importeure, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Produzentengruppen zu einer Partnerschaft zusammenschlossen, um die Armut in wirtschaftlich weniger entwickelten Ländern zu bekämpfen. Mit diesem Ziel gründeten sich Fairhandelsorganisationen in mehreren Ländern, die oft in enger Verbindung mit Entwicklungsorganisationen und Weltläden standen.

ehemaliges Max-Havelaar-Siegel

Im Jahr 1988 schuf eine niederländische NGO namens Solidaridad ein neues Siegel für Kaffee, das garantieren sollte, dass dieser direkt von demokratisch verfassten Kleinbauernorganisationen stammte – und zwar zu einem Preis, der deren gesamte Produktionskosten deckte. Zu der Zeit war die Siegelung ein absolutes Novum, das es ermöglicht hat, mit konventionellen Akteuren im Handel zusammenzuarbeiten und Volumen zu schaffen. Das Siegel wurde nach Max Havelaar benannt, dem Held eines Erfolgsromans aus dem 19. Jahrhundert über die Ausbeutung der Arbeiterinnen und Arbeiter auf einer Kaffeeplantage auf Java in der Kolonialzeit.

erstes schwarz-weißes TransFair-Siegel

Die Idee fand großen Anklang: Innerhalb weniger Jahre entstanden in Europa und Nordamerika ähnliche Organisationen, beispielsweise die Fairtrade Foundation in Großbritannien, TransFair e.V. in Deutschland und Rättvisemärkt in Finnland, um gerechtere Handelsbedingungen für Produzentinnen und Produzenten zu erreichen. Die Organisationen stellten ihre eigenen Kampagnen auf die Beine und vergaben unabhängig voneinander eigene Siegel.

 

 

Fairtrade wird geboren

1997 gründeten einige dieser Organisationen eine weltweit zuständige Dachorganisation für Fairtrade: Fairtrade International, ehemals Fairtrade Labelling Organizations International genannt. Ihre Rolle bestand darin, die Fairtrade Standards zu setzen, auf dem Weltmarkt benachteiligte Produzentinnen und Produzenten zu unterstützen und die Gesamtstrategie für Fairtrade zu entwickeln.

Abbildung des Fairtrade-Siegels. Die Nutzungsrechte für das Fairtrade-Siegel liegen bei TransFair, es darf nur nach Zustimmung oder Freigabe durch TransFair abgebildet werden.

Im Jahr 2002 wurde das einheitliche Fairtrade-Siegel eingeführt, dessen aktuelle Version heute auf tausenden unterschiedlicher Produkte zu finden ist, u.a. auf Heißgetränken, Fruchtsäften, frischen Früchten und Gemüse, Keksen, Gebäck und Süßwaren, Zucker, Honig, Konfitüren und Brotaufstrichen, Reis, Weinen, Nüssen und jenseits von Lebensmitteln auf Blumen, Gold, Fußbällen und Baumwollprodukten.

Fairtrade International umfasst derzeit 25 nationale Fairtrade-Organisationen, drei Produzentennetzwerke und neun Marketingorganisationen. Produzenten und nationale Fairtrade-Organisationen verfügen zu gleichen Teilen über Stimmrechte in Fairtrades Generalversammlung und Vorstand.

Fairtrade International

Aufgaben und Zuständigkeiten des Dachverbands aller Fairtrade-Organisationen

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Fairtrade-Organisationen

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