Zukunftskongress

Visionen für den fairen Handel

Impression von der Kalkscheune in Berlin

Im Rahmen des Jubiläumsjahres „25 Jahre TransFair“ bildet der Zukunftskongress den zentralen Part. Gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern sowie Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft möchten wir eine Zukunftsvision für den Handel entwerfen.

Dabei geht es um die Entwicklung des fairen Handels in den nächsten zehn Jahren, mit Blick auf Herausforderungen, wie den Klimawandel, die Schaffung eines existenzsichernden Einkommens, sowie die Entwicklung neuer Märkte und Vertriebswege. Es sollen konkrete Lösungsansätze für die bevorstehenden Herausforderungen von TransFair entwickelt werden.

5 Workshops und ein Jugendforum

In fünf verschiedenen Workshops sind Mitwirkende aus den Bereichen Wissenschaft, Praxis, Politik und Medien vertreten und disktutieren zu den folgenden Themen. Zusätzlich bieten wir mit dem "Jugendforum" jungen Menschen einen Raum um sich zu beteiligen. 

1. Klima

Prima Klima – Anreizsysteme oder Regularien, was brauchen wir für einen wirksamen Klimaschutz?

„Gleichberechtigung in der Klima-Debatte“: Messen wir in der Beurteilung der unterschiedlichen Industrie- und Handelszweige mit zweierlei Maß? Wie sieht es beispielsweise mit der Klimabilanz der Exportnation Deutschland und hier im Besonderen mit den großen Industriezweigen aus?

Leitfragen:

  • Welche Anreizsysteme und/oder Regularien für Hersteller und Handel brauchen wir für einen wirksamen Klimaschutz?
  • Welchen Beitrag kann Fairtrade zusammen mit Fairtrade-Lizenz- und Handelspartnern für mehr Klimaschutz leisten?
  • Wie viel müsste ein klimafreundliches Produkt tatsächlich kosten?
  • Wer bezahlt den Mehraufwand für wirksamen Klimaschutz?

2. Existenzsicherndes Einkommen

Mindestlohn in Deutschland oder Existenzsicherung im Süden – messen wir mit zweierlei Maß?

Mindestlohn in Deutschland versus Existenzsicherung im Süden. Wie kann man für weltweite Gerechtigkeit streiten, ohne den Fokus zu verlieren?

Leitfragen:

- Welche Rolle haben Gewerkschaften in der Fairhandels-Bewegung?

- Von den Fehlern der anderen lernen:

  • Können Parallelen zwischen der jetzigen Situation in Afrika, Asien und Lateinamerika zur Industrialisierung in Deutschland gezogen werden? Und kann der faire Handel davon lernen?
  • Welche Erfahrungen haben die Gewerkschaftsvertreter in Deutschland gemacht; Was lässt sich davon auf „den Süden“ übertragen? Sind es die gleichen Probleme?

- Konsumentensicht:

  • Welche Erwartungen sind an das Thema Mindestlohn aus deutscher Sicht geknüpft?
  • Wie ist die Situation: Werden regionale Produkte höher wertgeschätzt als Produkte aus dem Süden – oder ist der Anbauort den VerbraucherInnen gleichgültig?

- Weg zu mehr Akzeptanz:

  • Wie schaffen wir es, die Akzeptanz des Mindestlohns in Deutschland auch auf den Süden zu übertragen?
  • Wie schaffen wir es, die Situation (keine faire Bezahlung im Süden) transparent zu machen? Welche Partner brauchen wir dafür?
3. Entwicklung neuer Märkte

Von Direktvermarktung zu Brandownership - Neue Märkte, neue Vertriebswege, neue Wertschöpfung?

„Brandownership“: Wem gehören die fairen Marken, die den Weg in die Supermarktregale des Nordens finden? Die Produzenten haben ein Interesse an der Markenentwicklung und wollen nicht länger im Status des nachgelagerten Zulieferers verbleiben. Produkte direkt aus dem Süden für den Norden können ein Ziel sein.


Leitfragen:

  • Der faire Handel greift auch immer mehr beim Handel zwischen den südlichen Ländern. Wie können diese neuen Handelsbeziehungen (Süd/Süd) im Sinne des fairen Handels genutzt werden?
  • eCommerce: Chance oder Herausforderung für den fairen Handel? Welche Relevanz haben digitale Transparenz (tracking-code usw.), digitale Wissensvermittlung? Können digitale Lotsensysteme als Chance genutzt werden?
  • Wie kann der Süden von der Direktvermarktung profitieren? Welche Hilfestellungen braucht er dafür?
  • Was heißt das für TransFair (Deutschland)? Welche neuen Geschäftsmodelle neben den Siegeln sind für Transfair denkbar?
  • Sollte Fairtrade sich auf bestimmte Produkte fokussieren/Schwerpunkte setzen?
  • Welche neuen Produkte könnten zukünftig relevant werden?
4. Fairtrade in 2025

Was bringt den nachhaltigen Konsum bis 2025 zum Erfolg?

„Das ist unfair!“: Fairtrade sieht sich immer wieder großer Kritik in Bezug auf die Standards ausgesetzt, doch was ist eigentlich die Alternative? Wie kann Handel zu mehr Gerechtigkeit weltweit führen?

Leitfragen:

  • Was heißt fair für die unterschiedlichen Stakeholder und wie können sie sich im Sinne des fairen Handels engagieren (Verbraucher, Produzenten, Handel, etc.)?
  • Sind die Kriterien noch zeitgemäß? Wie sehen Kriterien 2025 aus? Welche Standards brauchen wir und wie weit müssen diese gehen?
  • Kann und muss sich TransFair gegenüber anderen Siegeln abgrenzen? Siegel stehen immer mehr unter öffentlichem Beschuss (Konkurrenz, Medien), wie sollte TransFair mit dieser Kritik umgehen? Wie kommen wir zum fairen Wettbewerb?
  • Wie können sich die Mitgliedsorganisationen/Partner mehr/besser für die Produzenten und für den Fairtrade-Gedanken einsetzen?
  • Wie kann die öffentliche Hand als Vorbild agieren und es in der Realität besser umsetzen, dass fair gehandelte Produkte (z.B. Uniformen) verwendet werden?
  • Konsumentendruck versus Unternehmensstrategie: Welche Strategie bringt den nachhaltigen Konsum zum Erfolg?
5. Nische vs. Mainstream

David und Goliath – Nische versus Mainstream?

 „Ist der faire Handel für Sie schon Mainstream oder noch in der Nische?“

Leitfragen:

  • Absatzsteigerung setzt Wachstum voraus. Ist Absatzsteigerung deshalb gleich unfair? Stehen Nachhaltigkeitsstrategien von Unternehmen unter dem Generalverdacht des Greenwashings?
  • Fairtrade nimmt sie alle! Fluch oder Segen? (Sollte jedes Unternehmen Fairtrade-Partner werden dürfen?)
  • 100% fair! Ist das der Königsweg? (Müssen Unternehmen und Produkte immer 100% fair sein?)
  • Welche Herausforderungen bringt ein erhöhter Konsum (die gesteigerte Nachfrage) mit sich?
Jugendforum

Junge Menschen sind die Zukunft. Das Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (WAP) nennt die Zielgruppen der „Jungen Menschen“ als einen prioritäres Handlungsfeld: Sie habe ein besonderes Interesse an einer besseren nachhaltige Zukunftsgestaltung mit einem großen Bedürfnis, selbst aktiv zu werden. Immer wieder wird auf großen Konferenzen über die Zukunft gesprochen – ohne diejenigen, die sie mit gestalten können und wollen.

Daher möchten wir junge aktive Menschen zur Zukunftswerkstatt einladen, damit sie ihre Wünsche und Forderungen dort formulieren und einem breiten Publikum an verschiedenen Akteuren (Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft) präsentieren können.


Zielgruppe
Im Engagierten-Kreis von TransFair gibt es bereits viele junge Stakeholder, die sich im Rahmen unserer Aktivitäten engagieren:

  • Fairtrade-Schools: Schüler/innen
  • Fairtrade-Unis: Student/innen
  • Fairtrade-Towns: Junge Mitglieder der Steuerungsgruppen
  • Multis und Referent/innen
  • Kirchliche Jugendgruppen (BDKJ, aej und Co.)

Programmplan

•    Ort: Kalkscheune Berlin (Johannisstr. 2,10117 Berlin)
•    Zeit:  23. Mai 2017
•    10 bis 17 Uhr: Zukunftskongress „Handel neu denken“
•    ab 18 Uhr: Jubiläumsfest

Hinweis: Die Teilnahme am Zukunftkongress bzw. dem anschließenden Jubiläumsfest ist nur nach Anmeldung möglich!

Ansprechpartnerin

Milena Ramin
E-Mail: 25jahre@fairtrade-deutschland.de
Tel.: 0221 / 16 082 - 419