„Mehr als nur ein fairer Preis“ – Wissenschaftliche Fachtagung an der Universität zu Köln

Im September veranstaltet das Global South Studies Center (GSSC) der Universität zu Köln unterstützt durch die Europäische Union und TransFair e.V. eine Fachtagung zum Forschungsstand des fairen Handels im deutschsprachigen Raum.

Veranstalter und Unterstützer der wissenschaftlichen Fachtagung an der Universität zu Köln.

Das Global South Studies Center (GSSC) der Universität zu Köln veranstaltet vom 23.-25.09.2018 eine Fachtagung zum Forschungsstand des fairen Handels im deutschsprachigen Raum. Die Tagung findet an der Universität zu Köln statt und wird vom EC DEAR-Programm (Development Education and Awareness-Raising) der Europäischen Union kofinanziert und unterstützt, ebenso ist TransFair e.V. Kooperationspartner der Veranstaltung. 

Fairer Handel als fester Bestandteil der öffentlichen Wahrnehmung

Der Faire Handel befindet sich seit Jahren auf einem kontinuierlichen Wachstumskurs und ist aus der öffentlichen Wahrnehmung nicht mehr wegzudenken. Trotz der steigenden Bedeutung in der Gesellschaft und zunehmender Relevanz für die Konsumenten bleibt eine fundierte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den verschiedenen Aspekten des fairen Handels im deutschsprachigen Raum bislang aus.

Deswegen ist es das Ziel der Fachtagung, einen kritischen Blick auf den aktuellen Forschungsstand des fairen Handels im deutschsprachigen Raum zu werfen und langfristig eine intensivere wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Thematik des fairen Handels zu fördern. Der Diskurs auf der Tagung soll den interdisziplinären Austausch anregen und den akademischen Akteuren ein Forum zur Vernetzung bieten.

Ziel der Tagung: eine kritische und wissenschaftliche Betrachtung anregen

Der Fokus der Fachtagung liegt auf einer sozial- und geisteswissenschaftlichen Betrachtung von ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen im Zusammenhang mit Fairem Handel im In- und Ausland. Eingeladen sind WissenschaftlerInnen aller Disziplinen, die sich in ihrer Forschung bereits mit Themengebieten wie CSR, New Economic Thinking, Ethical Consumption, Postwachstum, Klimawandel, solidarischen Wirtschaftsformen sowie Nachhaltigkeit beschäftigt haben und ihre Forschung zum fairen Handeln ausbauen möchten.

Bewerbung bis zum 28. Mai 2018

Der Call for Papers läuft noch bis zum 28. Mai 2018 – bis dahin können sich Interessierte mit einem Abstract zu einem selbst gewählten thematischen Schwerpunkt bewerben. Die Abstracts sollten
maximal 500 Zeichen umfassen. Beiträge von NachwuchswissenschaftlerInnen (MA und PhD) sind ausdrücklich erwünscht. Als Ergebnis der Tagung ist die Herausgabe eines deutschsprachigen Sammelbandes mit ausgewählten Beiträgen geplant. Das GSSC organisiert die Unterbringung der TeilnehmerInnen in Hotels für zwei Nächte und übernimmt zudem die Kosten für eine Anreise mit der Bahn (2. Klasse).

Ort:
Universität zu Köln
ZMMK-Forschungsgebäude (Geb. 66)
Robert-Koch-Str. 21
50931 Köln

Teilnahme:
Eine Teilnahme an der Tagung als Zuhörer*in ist möglich (es wird kein Eintritt erhoben), es stehen jedoch nur in begrenztem Umfang Sitzplätze zur Verfügung. Wir bitten daher um Anmeldung unter: katharina.diederichs@uni-koeln.de

Programm

Podiumsdiskussion Sonntag, 23.09.2018

17:00 Uhr: Eröffnung der Veranstaltung
Grußworte Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Prorektorin Universität Köln Manuela Günter, Dieter Overath TransFair e.V.

17:15 Uhr: Podiumsdiskussion „Faire öffentliche Beschaffung. Zwischen Anspruch und Möglichkeiten“
Es diskutieren:

  •     Lale Akgün (Hochschule Bonn-Rhein-Sieg)
  •     Rosa Grabe (Femnet)
  •     Johanna Pulheim (Stadt Köln)
  •     Marie-Louise Lämmle (Engagement Global)
  •     Peter Pawlicki (Electronics Watch)
  •     N.N. (IHK Köln) (angefragt)

Moderation: Sarah Brasack (Kölner Stadtanzeiger)

Fachtagung Montag, 24.09.2018

09:00 – 09:15 Uhr: Eröffnung der Fachtagung
Grußworte Michael Bollig (Universität zu Köln), Martin Schüller (TransFair e.V./Fairtrade Deutschland)

9:15 11:15 Uhr: Panel 1: Von ländlicher Entwicklung bis Goldabbau - Fallbeispiele aus der Praxis
Moderation: Arisbe Mendoza, Fairtrade International

  • Mauthofer T., Schneider E., von Cölln, S. Väth (Ceval, Center for Evaluation): „5 Jahre später – Der Beitrag von Fairtrade auf die ländliche Entwicklung. Ergebnisse aus 6 Fallstudien“
  • Anna Lefik (Redakteurin www.fairer-handel-aktuell.de / Universität Frankfurt): „Was fairen Handel in Sri Lanka kulturell, ökologisch und ökonomisch nachhaltig macht"
  • Regine Beyß (Redakteurin Contraste / Universität Kassel): „Handel auf Augenhöhe. Zapatistischer Kaffee als Beispiel für internationalen Handel im Rahmen des Post-Development-Ansatzes“
  • Jonathan Happ (Leuphana Universität Lüneburg): „Der steinige Weg zum fairen Gold – Herausforderungen der Zertifizierung von Kleinbergbau in Ostafrika“
  • Birgit Hoinle (Universität Hamburg): „Fairer Handel zwischen Stadt und Land – Das Beispiel der Agrosolidaria in Kolumbien“

11:15 11:30 Uhr: Kaffeepause

11:30 –13:30 Uhr: Panel 2: Wertediskurs im Fairen Handel
Moderation: Boris Braun, Universität Köln

  • Stefan Dietrich (fair-ortung.org): „Mehr fair, weniger nachhaltig? Eine ethnographische Wirkungs-Geschichte des Fairen Handels am Beispiel der Bananenproduktion Ecuadors"
  • Lars Winterberg (Universität Mainz): „Kulturphänomen Fairer Handel: Akteure, Praktiken, Formationen“
  • Carlos Sosa (Universität Innsbruck): “Fair Gold? Political ecology of the ethical gold certification in the Peruvian Atacama Desert”
  • Andri Brugger (Universität Zürich): „Wie Ideen reisen. Eine Analyse der diskursiven Dimension von Fairtrade entlang der Wertschöpfungskette von Tee in Darjeeling/Indien“
  • Jutta Kister (Universität Innsbruck): „Von Wachstum und Werten. Globale Wertschöpfungsketten im Fairen Handel“

13:30 – 15:00 Uhr: Mittagessen

15:00 – 17:00 Uhr: Panel 3: Nachhaltiger und Fairer Konsum
Moderation: Claudia Brück, TransFair e.V.

  • Sebastian Koos (Universität Konstanz): “The Fair Trade Movement and the Rise of Ethical Consumerism in Affluent Democracies”
  • Elena Kossmann (Fairtrade International / Universidad Autónoma de Madrid): „Entscheidungsprozesse für den Kauf von nachhaltigen Produkten mit Schwerpunkt auf Fairtrade-Kaffee“
  • Guli-Sanam Karimova (Universität Kiel): „Ethik des Konsums vs. ethischer Konsum: Die normativen Bewertungskriterien der globalen Wertschöpfungsketten aus der Sicht der Konsumenten“
  • Nina Langen (TU Berlin): „Fair Trade Kaffee: (k)eine Frage des Preises?!“
  • Isabel Günther & Marcella Veronesi (ETH Zürich): “Fairtrade chocolate consumption in Switzerland: Warm glow, moral licensing, donation substitute, or unconscious consumption?”

17:00 Uhr: Diskussion

19:00 Uhr: Gemeinsames Abendessen (nur auf Einladung)

Fachtagung Dienstag, 25.09.2018

9:00 – 10:40 Uhr: Panel 4: Fairer Handel im Textilsektor
Moderation: Sandra Kurfürst, Universität Köln

  • Sabrina Vassalo (Meo Carbon Solutions / TH Köln): „Unterschiedliche Dimensionen von Nachhaltigkeit in der Mode“
  • Christiane Meyer & Christiane Höbermann (Leibniz Universität Hannover): “Fair Fashion und Slow Fashion – Nachhaltigkeitsbewusstsein im Kontext der textilen Kette“
  • Ina Köhler & Elisabeth Hackspiel-Mikosch (AMD Akademie Mode & Design Düsseldorf): “Buy Good Stuff - Fair Fashion Shopping Guide Düsseldorf”
  • Maurice Tschoppe & Sabin Bieri (Universität Bern): “Leave no one behind: Organic Cotton in Burkina Faso"

10:50 – 11:20 Uhr: Vorstellung der neu veröffentlichten Charta des Fairen Handels
Manuel Blendin (Forum Fairer Handel), Claudia Brück (TransFair e.V.)

11:20 – 13:20 Uhr: Panel 5: Fairer Handel kontrovers
Moderation: Manuel Blendin, Forum Fairer Handel

  • Friedel Hütz-Adams (Südwind Institut): „Chancen & Grenzen der Zertifizierung"
  • Sandra Bäthge (Ceval, Center for Evaluation): „Verändert der Faire Handel die Gesellschaft?“
  • Tijo Salverda (Universität Köln): “Capitalism and its Limits: Fairer Trade in the Age of Environmental Concerns”
  • Andreas Gemählich (Universität Bonn): „Alle Macht den Supermärkten? Fairtrade als Kontroll- und Machtinstrument in der globalen Blumenindustrie“
  • Alexander Herzner (Ostbayrische Technische Hochschule Amberg-Weiden): Diskrepanz zwischen Produzenten & Konsumentenverantwortung – ist Fairtrade die Lösung?

13:20 Uhr: Ende der Veranstaltung