Jubiläum: Zehn Jahre Fairtrade-Universities

Die Kampagne "Fairtrade-University" feiert zehnjähriges Jubiläum. Im Mai 2014 wurde die Universität des Saarlandes als erste Hochschule in Deutschland ausgezeichnet.

An Fairtrade-Universities gibt es faire Produkte auf dem Campus. Foto: Fairtrade/verenafotografiert

  • Erste Fairtrade-University vor zehn Jahren ausgezeichnet
  • Vielfältiges Engagement von Studierenden deutschlandweit
  • Schon jede 10. Hochschule trägt den Titel

Köln, 16. Mai 2024: Seit zehn Jahren können sich Hochschulen in Deutschland um den Titel Fairtrade-University bewerben. Seitdem wurden bereits 45 Hochschulen in ganz Deutschland ausgezeichnet – jede zehnte im Land. Studierende, Studierendenwerke und Lehrpersonal zeigen so gemeinsam Engagement für den fairen Handel. Vergeben wird der Titel von Fairtrade Deutschland e. V.

Universität des Saarlandes erste Fairtrade-University 

Am 19. Mai 2014 wurde die Universität des Saarlandes in Saarbrücken als erste Hochschule Deutschlands zur Fairtrade-University ausgezeichnet und damit die globale Fairtrade-Bewegung auf die deutsche Hochschullandschaft ausgeweitet. Dem Vorbild aus dem Saarland folgten 44 weitere:  „Universitäten sind ein wichtiger Ort des gesellschaftlichen Diskurses“, sagt Lisa Herrmann, Leiterin des Bereiches Kampagnen bei Fairtrade Deutschland e.V. „Darum gehört der faire Handel auf den Campus, wo wir viele Studierende und damit zukünftige Entscheidungsträger*innen unserer Gesellschaft erreichen.“ 

Vielfältiges Engagement für mehr Fairness auf dem Campus

Das Engagement an Hochschulen in Deutschland ist kreativ und vielfältig: An der Hochschule Niederrhein wurde ein faires Kochbuch von Studierenden der Ökotrophologie erstellt. Unter anderem die Hochschule Pforzheim und die TH Ulm haben Torwandschießen organisiert, um auf faire Fußbälle aufmerksam zu machen. In Bayreuth wurde ein Fairtrade-Quizabend ins Leben gerufen und an der Uni Köln nahmen Studierende an einer fairen Stadtrallye teil. „Wir sind immer beeindruckt, wie erfolgreich es viele Hochschulen schaffen, den fairen Handel in den Hochschulalltag zu integrieren und auf dem Campus für globale Handelsgerechtigkeit zu sensibilisieren. Damit haben die Studierenden viel von der Auszeichnung und langfristig natürlich die Produzent*innen in Afrika, Asien und Lateinamerika“, sagt Lisa Hermann. 

Mit fünf Kriterien zur Fairtrade-University

Um Fairtrade-University zu werden, muss eine Hochschule fünf Kriterien erfüllen und damit ihr Engagement für den fairen Handel unter Beweis stellen. Die Bewerbung muss auf einem gemeinsamen Beschluss zentraler Organe der Hochschule fußen. Im Anschluss muss eine Steuerungsgruppe gebildet werden, die die Aktivitäten für den fairen Handel koordiniert und das Engagement voranbringt. Bei offiziellen Veranstaltungen der Hochschule sowie bei Sitzungen der zentralen Organe der Studierendenschaft und der Verwaltung werden Fairtrade-Produkte angeboten. Darüber hinaus müssen Produkte aus dem fairen Handel auch auf dem Campus erhältlich sein, zum Beispiel in Geschäften, Cafeterien oder in der Mensa. Außerdem muss die Hochschule ihr Engagement mit Veranstaltungen öffentlichkeitswirksam nach außen tragen. 

In Ulm wartet dieses Jahr ein besonderer Höhepunkt auf die Aktiven: Die Technische Hochschule ist auf Grund ihres vielfältigen Engagements für den diesjährigen Fairtrade-Award nominiert. Die Oskars des fairen Handels werden am 6. Juni in Berlin vergeben.