Good Clothes, Fair Pay

Unterstütze faire Löhne für Textilarbeiter*innen und unterschreibe jetzt!

Existenzsichernde Löhne sind kein Luxus, sondern ein grundlegendes Menschenrecht. Gemeinsam mit Organisationen wie Fashion Revolution und Fair Wear Foundation fordert Fairtrade mit der Petition „Good Clothes, Fair Pay“ gesetzliche Rahmenbedingungen, die dieses Recht schützen.

FAQs zu "Good Clothes, Fair Pay"

Du hast Fragen zur Kampagne? Eine Reihe von Antworten findest du in unseren FAQs. Falls du nicht fündig wirst, kontaktiere uns gern. 

In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte steht, dass jede*r arbeitende Mensch, das Recht auf einen Lohn hat, der die eigene Existenz und die der Familie sichert. Ein Gesetz, dass dieses Recht schützt gibt es bislang allerdings nicht. In vielen textilproduzierenden Ländern gibt es gesetzlich festgelegte Mindestlöhne. Oft reichen diese aber bei weitem nicht aus. Viele Textilarbeiter*innen sind auf Überstunden angewiesen. Im indischen Tiruppur verdienen Näher*innen per Gesetz gerade einmal 44 Prozent eines existenzsichernden Lohnes.

 

„Good Clothes, Fair Pay“ ist keine normale Petition, sondern eine Europäische Bürgerinitiative. Diese ist ein wichtiges Instrument der Demokratie, mit dem sich EU-Bürger*innen aktiv an politischen Prozessen beteiligen und europäische Gesetze auf direktem Weg einfordern können. Damit eine Forderung Aussicht auf Erfolg hat, braucht es mindestens 1 Million Unterschriften. Erst dann ist die Europäische Kommission verpflichtet, die Forderung zu prüfen. Die einzelnen Unterschriften der Unterstützer*innen werden vorab von den nationalen Behörden des jeweiligen EU-Landes kontrolliert: Dabei wird zum Beispiel geschaut, ob es sich bei den Unterstützenden tatsächlich um EU-Bürger*innen handelt. 

 

 

Alle EU-Bürger*innen können die Petition unterzeichnen. Voraussetzung ist allerdings ein Mindestalter: In Deutschland beträgt dieses 16 Jahre. In anderen EU-Ländern liegt die Altersgrenze teilweise bei 17 oder 18 Jahren. Die Kampagne unterstützen können alle, auch Nicht-EU-Bürger*innen. Einfach die Petition in den sozialen Medien teilen und Familie, Freund*innen und Kolleg*innen informieren. Nutze dazu gerne unsere Sharepics für Social Media.

 

Wenn wir unser Ziel von 1 Million Unterschriften bis zum 19. Juli 2023 erreichen, muss sich die Europäische Kommission mit uns treffen und auf unsere Forderung mit einer offiziellen Mitteilung reagieren. Anschließend kann sie eine Debatte im Europäischen Parlament beantragen.

Die erfolgreiche Petition alleine verpflichtet die Europäische Kommission noch nicht dazu, ein Gesetz zu erlassen. Aus der Vergangenheit wissen wir allerdings, dass selbst Unterschriftenkampagnen, die nicht zu einer Gesetzgebung geführt haben, etwas bewegen können. Öffentlichkeitswirksame Petitionen sind somit eine gute Möglichkeit, Themen auf die politische Agenda zu setzen.

 

Der Zeitpunkt, um existenzsichernde Löhne auf die politische Agenda zu bringen, könte nicht besser sein: Denn die Europäische Kommission hat am 23. Februar 2022 einen Vorschlag für ein europaweites Lieferkettengesetz vorgelegt. Dieses soll Unternehmen dazu verpflichten, Verantwortung für ihre Lieferkette (sowohl im In- als auch im Ausland) zu übernehmen. Menschenrechtsverletzungen und Umweltverstöße entlang der Lieferkette könnten dann künftig nach europäischem Recht bestraft werden. 

 

Im Jahr 2016 haben wir den Fairtrade-Textilstandard eingeführt. Er zielt darauf ab, die Arbeitsbedingungen entlang der gesamten textilen Lieferkette zu verbessern und die Rechte der Arbeiter*innen zu stärken. Ein Kernelement, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, ist die Zahlung existenzsichernder Löhne. Innerhalb von sechs Jahren müssen alle Arbeiter*innen einen solchen Lohn erhalten. Damit ist der Fairtrade-Textilstandard der weitreichendste Standard am Markt.