Presseinformation

Wir brauchen eine Fashion Revolution

TransFair fordert faire Mode statt Fast Fashion | #PushFairtrade

Zu Gast in Deutschland ist SethuLakshmy Chakkenchath, Mitarbeiterin des Fairtrade-Produzentennetzwerks NAPP. Bild: Fairtrade / filmreif.biz / T. Kleinschmidt, J. Mende

•    Bessere Arbeitsbedingungen durch das Fairtrade-Textilprogramm
•    Online die Fashion Revolution ins Rollen bringen: #PushFairtrade

Am 24. April 2013 stürzte die Textilfabrik Rana Plaza ein, tausende Menschen starben. Der Aufschrei, den die Tragödie auslöste, ist nicht verhallt. Dafür steht die Fashion Revolution zum Tag des Unglücks. Die Arbeitsbedingungen für Beschäftigte der Textilbranche sind nach wie vor inakzeptabel. Transfair e.V. fordert gemeinsam mit weiteren zivilgesellschaftlichen Akteuren daher von Wirtschaft, Politik und Verbrauchern: faire Kleidung statt Fast Fashion und Ausbeutung. Mode mit Fairtrade-Baumwolle gibt es bereits. Fairtrade ist aber auch entlang der langen Herstellungskette aktiv. Um auf faire Mode aufmerksam zu machen, sind zur Fashion Revolution Gäste aus der indischen Textilbranche bei verschiedenen Veranstaltungen in Deutschland zu Gast.

Arbeiterinnen und Management für Arbeitsrechte sensibilisieren

Zu Gast in Deutschland sind die indische Näherin Sharmilaben Kamli und Sethu Lakshmy Chakkenchath, Mitarbeiterin des Fairtrade-Produzentennetzwerks NAPP. Sie führt Trainings zu Arbeitsrechten und -sicherheit durch. „Die Textilindustrie ist der zweitgrößte Arbeitgeber in Indien. In der Branche sind viele Frauen beschäftigt“, erklärt Sethu Lakshmy Chakkenchath. „Es gibt immer noch Schwierigkeiten wie Diskriminierung, sexuelle Belästigung oder ungleiche Bezahlung. Manchmal haben sie niemanden, zu dem sie gehen können, wenn es Probleme gibt. Es ist sehr wichtig, ein besseres Umfeld für sie zu schaffen.“ Das haben das Fairtrade-Textilprogramm und der Textilstandard zum Ziel. Die gelernte Umweltwissenschaftlerin und Personalmanagerin besucht die teilnehmenden Fabriken und gibt Schulungen für Beschäftigte und Management. Sie sensibilisiert letztere zu Themen wie Arbeitsschutz und -sicherheit und hilft den Beschäftigten, Mitsprache- und Organisationsstrukturen aufzubauen.

Eine bessere Arbeitssituation im Textilbereich ist möglich

Eines der Unternehmen, die am Fairtrade-Textilprogramm teilnehmen, ist Purecotz im westindischen Gujarat. Dort arbeitet Sharmilaben Kamli seit 13 Jahren. Begonnen als ungelernte Näherin, hat sie durch Fortbildungen viel Erfahrung gesammelt, ihr Einkommen kontinuierlich erhöht und es geschafft, als alleinerziehende Witwe ein eigenes Haus zu finanzieren und ihre vier Kinder großzuziehen. Sie wünscht sich, auch andere Unternehmen würden den hohen Standard ihres Arbeitgebers übernehmen. „Es gibt Arbeiter-Komitees, in denen wir Probleme diskutieren. Wir können damit direkt zum Management gehen und werden ernst genommen“ sagt Sharmilaben Kamli. „Ich habe viele Freunden, die in anderen Bekleidungsfabriken arbeiten. Aber dort ist es nicht wie bei uns. Dort gibt es keine Komitees und kein Mitspracherecht.“

Die Fashion Revolution ins Rollen bringen: #PushFairtrade

Im Rahmen der Fashion Revolution Week beteiligen sich Tausende mit dem Hashtag #PushFairtrade daran, Druck auf die Modeindustrie auszuüben, endlich etwas zu ändern und mehr Fairness in die Textillieferkette zu bringen. „Kleider sind keine Wegwerfware!“, betonte Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von TransFair. „Durch Billigmentalität und Fast Fashion werden Menschen und Umwelt ausgebeutet. Wir brauchen eine Fashion Revolution, die auf Fairness und Transparenz setzt.“

Veranstaltungen mit Sharmilaben Kamli und Sethu Lakshmy Chakkenchath im Rahmen der Fashion Revolution Week sowie weitere Informationen finden Sie unter www.fairtrade-deutschland.de/fashionrevolution