Mythos #06

„Fairtrade bietet Bauern keine Anreize, die Qualität ihrer Produkte zu verbessern.“

Grafik - Mensch im Liegestuhl

Dieser Mythos richtet sich immer wieder vor allem gegen Kaffee- und Kakaobauern, die mit Fairtrade zusammenarbeiten. Argumentiert wird, dass das Sicherheitsnetz des Fairtrade-Mindestpreises den Produzenten kaum oder keinen Anreiz gäbe, die Qualität der von ihnen angebauten Rohstoffe zu verbessern.

Doch wie in Mythos #04 dargestellt, sind die Produzentengruppen nicht an den Mindestpreis gebunden. Mit höherer Qualität lassen sich auch höhere Preise verhandeln. Von daher besteht durchaus ein Anreiz für Fairtrade-Bauern, innovativ zu sein und die Qualität ihrer Produkte zu steigern.
Fairtrade-Bauern erhalten zusätzlich zum Preis eine Prämie für Projekte, von denen ihr Betrieb oder ihre Gemeinschaft profitiert. Kaffeebäuerinnen und -bauern müssen 25 Prozent davon verpflichtend in Aktivitäten zur Qualitäts- und Produktivitätssteigerung investieren, also in grundlegende Maßnahmen, die ihnen helfen, ein höheres Einkommen zu erzielen.

Fairtrade-Produkte rangieren nicht im luftleeren Raum: Sie müssen sich in ihrer Qualität genauso mit anderen, konventionellen Produkten messen! Beispielsweise bieten allein in Deutschland über 140 angesehene Partner fair gehandelten Markenkaffee an und riskieren bestimmt nicht, hierfür schlechte Bewertungen zu erhalten. Im Gegenteil: Fairtrade-Produkte sind immer wieder unter den Siegern verschiedener Verbrauchertests. Das Qualitätsmanagement der Kaffeeröster und die hohe Qualität entstehen meist dort, wo Händler und Produzentenorganisationen ein gutes Verhältnis verbindet. Verlässliche, transparente und langfristige Beziehungen und eine klare Kommunikation kommen beiden Seiten zugute und sind auch auf persönlicher Ebene ein Erfolgsrezept.