Förderung von Gentechnik-freiem Baumwollsaatgut in Zentralasien

Laufzeit: 01.09.2018 - 30.04.2020

Baumwollproduzentinnen aus Zentralasien. Bild: Transfair e.V.

Erwartete Wirkung

Das Projekt hat das Ziel, Kleinbäuerinnen und Kleinbauern eine Verbesserung der Baumwollqualität und die Versorgung mit Gentechnik-freiem Saatgut zu ermöglichen.

Projektbeschreibung

Weltweit steigt der Bedarf an nachhaltig produzierter Baumwolle. Während jedoch 85 Prozent der verbrauchten Baumwolle auf dem Weltmarkt gentechnisch modifiziert ist, macht der Anteil an biologisch angebauter Baumwolle gerade einmal 0,4 Prozent aus. Zusätzlich bewirkt die starke Verbreitung gentechnisch modifizierter Baumwolle ein höheres Kontaminierungsrisiko für natürlich wachsende Pflanzen, was die Marktverfügbarkeit von gentechnikfrei produzierter Baumwolle weiter beeinträchtigt. Aus diesem Grund suchen verschiedene Unternehmen aktuell nach Möglichkeiten, nach Fairtrade- oder Bio-Standards angebaute Baumwolle zu verarbeiten und damit auf die Wünsche ihrer Kunden nach einer höheren Qualität ohne den Einsatz von Gentechnik einzugehen. Die Nutzung von Gentechnik ist sowohl im Bio-Anbau als auch in den Fairtrade-Standards nicht erlaubt.

Das Einkommen von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Kirgisistan und Tadschikistan hängt zum Großteil von ihren Nutzpflanzen ab. Jedoch sind ihre Möglichkeiten, sich in einem höheren Marktsegment zu etablieren und damit den eigenen Lebensstandard nachhaltig zu verbessern stark begrenzt. Ein Grund dafür ist der schwierige Zugang zu Gentechnik-freiem Saatgut. Da der Großteil des Saatguts in der Region genetisch modifiziert ist, sind die Fairtrade-zertifizierten Bauern und -Bäuerinnen einem stetigen und kaum tragbaren Kontaminierungsrisiko ausgesetzt, das ihre Existenz gefährdet.

Ziele der Zusammenarbeit

Das Projekt zielt darauf ab, die Verfügbarkeit und den Zugang zu gentechnisch unverändertem Baumwoll-Saatgut zu verbessern, die verfügbare Menge hochwertiger Fairtrade- und Bio-Baumwolle zu erhöhen und dadurch langfristig zu höheren Einkommen der Baumwoll-Kleinbäuerinnen und -bauern beizutragen. Zu diesem Zweck sind folgende Maßnahmen geplant:

  • Schulungen für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in zu relevanten Themen zur Verbesserung des Anbaus von Gentechnik-freier Baumwolle, z.B. Schutz vor Kontaminierung, Saatgutauswahl, Schädlingsbekämpfung.
  • Unterstützung der teilnehmenden Kooperativen bei der eigenen Saatgutproduktion und Gentechnik-Tests.
  • Maßnahmen, um der Kontaminierung durch gentechnisch modifizierte Pflanzen entgegenzuwirken.
  • Vergrößerung der Anbaufläche für Gentechnik-frei produzierte Baumwolle.
  • Vermittlung und Verbreitung der Projektergebnisse und Erkenntnisse in der Region.

Der Fokus des Projekts liegt auf Tadschikistan. Zusätzlich wird eine Fairtrade-zertifizierte Kooperative in Kirgisistan unterstützt. Durch das Projekt sollen die Lebensbedingungen der Produzent*innen dauerhaft verbessert werden. Dazu zählt es, das Verkaufsvolumen an nachhaltig produzierteer Baumwolle und damit das Einkommen der Produzent*innen zu erhöhen sowie eine naturfreundliche Produktion im Sinne der globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs – Sustainable Development Goals/Agenda 2030) zu etablieren.

Partner vor Ort

Das Projekt wird in Tadschikistan durch die GIZ Tadschikistan und in Kirgisistan durch das Fairtrade-Network of Asia & Pacific Producers (NAPP) in Kooperation mit den beiden Fairtrade-zertifizierten Baumwollkooperativen Bio Kishovarz (Tadschikistan) und Bio Farmer (Kirgisistan) umgesetzt. Die Unternehmensgruppen ALDI Nord und ALDI SÜD unterstützen das Projekt finanziell und durch die Abnahme festgelegter Baumwollmengen.