Gonzalo David Rueda

Die Unterstützung von Kleinbauern ist der Kern von Fairtrade

Gonzalo David Rueda von der Kooperative „Caficultores de Antioquia"
Gonzalo David Rueda arbeitet für die kolumbianische Kaffee-Kooperative „Caficultores de Antioquia“ und berät die angegliederten Kleinbäuerinnen und -bauern bei der Umsetzung der Fairtrade-Standards.

Gonzalo arbeitet für die Kooperative „Caficultores de Antioquia“, ein Zusammenschluss vieler kleiner Kooperativen im kolumbianischen Antioquia. Seine Aufgabe ist es angegliederten Kaffeebäuerinnen und -bauern bei der Umsetzung der Fairtrade-Standards zu beraten. „Wir, als die Techniker und die Personen die dabei helfen, die unterschiedlichen Normen umzusetzen wissen, dass Fairtrade einen Unterschied macht, weil es sich direkt an die Kleinproduzenten richtet. Fairtrade geht es um die Unterstützung der kleinen Kaffeebauern, denen es häufig an vielem fehlt.“

Angesprochen auf seine Vision für den fairen Handel fallen ihm sofort zwei Dinge ein: „Aus unserer Sicht sollte man heute das Thema der Minderjährigen nochmals überdenken. Auch wenn wir alle internationalen Kriterien erfüllen, ist Kolumbien diesbezüglich besonders anspruchsvoll – es gibt eine Norm, die besagt, dass es unter 18-Jahren nicht erlaubt ist, auf dem Feld zu arbeiten. Wir sehen, dass die Realität eine andere ist. Und dass 17- oder 18-Jährige ohne Risiko durchaus einige Arbeiten übernehmen können. Und das andere wichtige Thema ist, dass ein Teil der 20 Cent, die uns die Fairtrade-Prämie einbringt in Initiativen fließen, die sich mit dem globalen Klimawandel auseinandersetzen. Das ist ein Thema, das wirklich alle umtreibt und um das wir uns kollektiv kümmern müssen. Auch wir als Organisation müssen Initiativen anstoßen, die sich mit dem Klimawandel beschäftigen, weil das schon sehr bald den ganzen Kaffeesektor schwer treffen könnte. Das sind meiner Meinung nach die zwei zentrale Dinge für die zukünftige Gestaltung des fairen Handels.“.  Um wirkliche Veränderung in Gang zu setzen sieht er aber auch den staatlichen Sektor in der Pflicht: „Die Umstände, die sich verändern müssen, sind nicht so sehr auf Ebene der Organisationen zu finden, als vielmehr in der Gesetzgebung. Dafür müsste es eine Annäherung zwischen Fairtrade und den Regierungen geben, damit angepasst werden kann, wie auch Minderjährige etwas zur Organisation beisteuern können.“

Für die Zukunft wünscht sich der 39-jährige gelernte Ingenieur, dass die Vermarktung ihres Kaffees weiter voran geht „Das ist es, was wir am meisten brauchen: Die Unterstützung unserer Kunden, den Verbrauchern, die immer mehr unserer Produkte konsumieren – und wenn möglich soll der Kaffee natürlich von uns Kaffeeproduzenten aus Antioquia kommen.“