Mit Fairtrade zu

mehr Nachhaltigkeit

Jahres- und Wirkungsbericht 2019

Fairtrade in Deutschland

Zahlen & Fakten

Südperspektive

Preise, Prämien und Projekte

+12% gesamt 27.600 Tonnen

Um die drastischen finanziellen Folgen der niedrigen Weltmarktpreise für die Produzentenfamilien aufzufangen, entwickelt Fairtrade zurzeit einen Living-Income-Preis für Kaffee. Projekte wie etwa zur Steigerung der Qualität, Einbindung von Frauen und Jugendlichen, zum Schutz von Kindern oder zur Anpassung an den Klimawandel bauen die Leistungsfähigkeit der Bäuerinnen und Bauern aus. Zudem fördern Qualitätswettbewerbe in verschiedenen Anbauregionen die Bekanntheit und den Absatz von hochwertigem Fairtrade-Kaffee. Um darüber hinaus die Verhandlungsposition der Kleinbauernorganisationen im komplexen Gefüge des Kaffeehandels zu stärken, überarbeitet Fairtrade aktuell den Kaffee-Standard.

+41% gesamt 130.200 Tonnen

Während die Produktions- und Transportkosten für Bananen steigen, bleiben die Endverbraucherpreise zu niedrig, um eine nachhaltige Produktion gewährleisten und angemessene Löhne bezahlen zu können. Im Sommer 2019 tauchte erstmalig der Pilz Tropical Race 4 (TR4) in Kolumbien auf, der eine massive Bedrohung für die lateinamerikanische Bananenindustrie darstellt, Investitionen erforderlich macht und den Preisdruck auf die gesamte Lieferkette zusätzlich erhöht. Fairtrade arbeitet mit dem lateinamerikanischen Fairtrade-Produzentennetzwerk CLAC daran, das Ausbreiten des Pilzes zu verhindern. Die gute Nachricht: Das Projekt der CLAC, um die Produktivität der Bananengenossenschaften zu steigern, läuft weiterhin sehr erfolgreich. Im Schnitt hat sich die Produktivität der Kleinbäuerinnen und -bauern um 36% verbessert.

+45% gesamt 79.200 Tonnen

Im Oktober 2019 hat Fairtrade einen wichtigen Schritt unternommen, um höhere Einkommen für Kakaoproduzenten zu erreichen: Fairtrade-Mindestpreis und -Prämie wurden jeweils um 20 Prozent angehoben. Diese finanziellen Verbesserungen werden nur dann sichtbar, wenn relevante Kakao-Mengen zu Fairtrade-Bedingungen verkauft werden können. Zurzeit ist jedoch das Angebot höher als die Nachfrage. Gemeinsam mit einigen Partnern hat Fairtrade erste Projekte für existenzsichernde Einkommen gestartet. Bäuerinnen und Bauern erhalten neben Mindestpreis und Prämie einen monetären Aufschlag – das sogenannte „Living Income Differential“. Ziel ist es, die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Bauern zu verbessern und ihnen zu ermöglichen, aus den Einnahmen ihrer Landwirtschaft ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen. Zudem arbeitet das afrikanische Produzentennetzwerk Fairtrade Africa mit verschiedenen Partnern daran, Kakao-Monokulturen in biologisch vielfältige Agroforstparzellen umzuwandeln.

+19% gesamt 500 Mio. Stiele

Das Flower Enhancement Project in Ostafrika zeigte 2019 erste messbare Erfolge, etwa durch Trainings zur Prämiennutzung oder zum sicheren Umgang mit Pestiziden, sowie durch die rechtliche Legitimierung von Prämienkomitees. Ein großer Erfolg war auch der Start der Women’s Schools of Leadership in Äthiopien zur Stärkung der Rechte von Arbeiterinnen.

+45% gesamt 9.500 Tonnen

Die indische Textilfabrik Purecotz ist als erste Näherei nach dem Fairtrade-Textilstandard zertifiziert worden. 2020 sollen weitere Fabriken, Spinnereien und Entkörnungsfabriken folgen. Dann können die ersten Lizenzpartner für Fairtrade-Textilien auf eine komplett Fairtrade-zertifizierte Lieferkette zurückgreifen. Seit Beginn des Textilprogramms schulte Fairtrade rund 4.000 Arbeiterinnen und Arbeiter zu Themen wie Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Produktivität. Bei den Baumwollproduzierenden setzt Fairtrade die Projektarbeit vor Ort fort: Das asiatische Produzentennetzwerk NAPP führte offiziell die Gender Leadership School zur Stärkung von Baumwollproduzentinnen ein, organisierte Schulungen zu Produktion und Verkauf von gentechnikfreiem Saatgut in Zentralasien und half zwei Produzenten-organisationen aus Indien bei der Umstellung vom Vertragsanbau zur Selbstständigkeit.

Unsere Arbeit

… mit der Zivilgesellschaft

… in der Politik

… über die Zertifizierung hinaus

JAHRES- & WirkungsBERICHT

Mit Fairtrade zu mehr Nachhaltigkeit

Das Coronavirus hält die Welt in Atem. Trotz der massiven gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen bietet ein Neustart nach der Krise die Chance, den Konsum mittel- und langfristig nachhaltiger zu gestalten.

Lesen Sie, wie der faire Handel dazu einen konkreten Beitrag leistet und was wir gemeinsam mit unseren Partnern und Unterstützer:innen im letzten Jahr erreichen haben.

Pressekonferenz

Vorstellung unseres Jahres- und Wirkungsberichts und Austausch über aktuelle Entwicklungen in Zeiten der Corona-Pandemie mit:

  • Dieter Overath (Vorstandsvorsitzender Fairtrade Deutschland) – ab 03:20 Min.
  • Mary Kinyua (Vorstandsvorsitzende Fairtrade Africa) – ab 12:30 Min.
  • Johanna Kusch (Koordinatorin der Initiative Lieferkettengesetz) – ab 22:15 Min.
  • Thilo Hoppe (TransFair-Aufsichtsratsmitglied / Brot für die Welt) – ab 31:30 Min.
  • Moderation: Edith Gmeiner (Pressereferentin Fairtrade Deutschland)

Make the world a better place

Fairtrade und die globalen Nachhaltigkeitsziele

In "Make The World a Better Place" sprechen die Menschen, die direkt erleben, wie nah unsere Welt gerade an einem unumkehrbaren Punkt steht. Menschen, die Initiative ergreifen und etwas verändern, damit wir gemeinsam das Steuer rumreißen und die Welt fair neugestalten.

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Fairtrade Weltweit

Team Fairtrade Together

Faires Handeln in Zeiten von Corona

Die COVID-19-Pandemie hat unseren Arbeitsalltag komplett verändert. Unsere Partner im Süden trifft sie doppelt hart: Einbrechende Märkte können nicht oder kaum durch privatwirtschaftliche oder staatliche Rücklagen kompensiert werden und das Virus trifft auf Gesundheitssysteme, deren Intensivmedizin nicht auf solche Krisen eingestellt ist.

In kurzen Videobotschaften schildern unsere Partner und Kolleg:innen, wie sie auf die neue Situation reagieren und welche Auswirkungen die Krise für ihre Arbeit im Fairtrade-System hat.

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🇸🇻
30.04.2020
🇰🇪
27.03.2020
Dr. Nyagoy Nyong‘o CEO - Fairtrade Afrika
🇩🇪
24.04.2020
Daniel Duarte CEO – koakult GmbH
🇧🇷
27.04.2020
Antonio Carlos Präsident – Gurana-Kooperative Agrofrut
🇰🇪
28.04.2020
Frank Obure General Manager – AAA Flowers
🇸🇻
29.04.2020
Jonathan Romero Fairtrade Kooperative ATAISI
🇩🇪
24.04.2020
Benjamin Drösel Country Manager DACH – Fairtrade Original
🇹🇭
24.04.
Khun Saspin Fairtrade Pineapple Farmer Group
🇧🇷
20.04.2020
Renato Theodoro CEO National Fairtrade Coordinator BRFAIR
🇰🇪
22.04.2020
Gilbert Kiplangat BII Rainforest Farmlands Kenya
🇩🇪
16.04.2020
Mathias Diestelmann CEO Brands Fashion GmbH
🇮🇳
16.04.2020
Ganesh Anantharaman CEO Sags Apparels
🇮🇩
15.04.2020
🇩🇪
04.04.2020
Albert Darboven Vorstandsvorsitzender Geschäftsführer J.J. Darboven
🇮🇳
26.05.2020
Sanjeet Singh Khurana COO - NAPP
🇫🇮
09.04.2020
🇮🇳
28.03.2020
Amit Narke CEO Purecotz Eco Lifestyles Pvt. Ltd.
🇦🇺
27.03.2020
Molly Olson CEO Fairtrade Australien/Neuseeland
🇵🇱
23.03.2020
Krzysztof Rackowiak Communication Manager Fairtrade Polen
🇸🇻
27.03.2020
Xiomara J. Paredes CEO – CLAC
🇩🇪
27.03.2020
Darío Soto Abril CEO - Fairtrade International
🇮🇹
21.03.2020
Paolo Pastore CEO – Fairtrade Italien
🇦🇹
23.03.2020
Hartwig Kirner CEO – Fairtrade Österreich
🇩🇪
19.03.2020
Dieter Overath CEO - Fairtrade Deutschland

Internationaler Jahresbericht

WIE FAIRTRADE MENSCHENRECHTE STÄRKT

Nach wie vor werden im Globalen Süden Produktionskosten häufig auf Mensch und Umwelt abgewälzt. Produkte wie Kaffee, Kakao, Bananen oder Textilien sind so billig, dass diejenigen, die sie anbauen und produzieren, kaum davon leben können. In unserem gemeinsamen Jahresbericht mit Fairtrade Österreich und Max Havelaar Schweiz erfahren Sie mehr über unseren Ansatz für existenzsichernde Einkommen und die Einhaltung der Menschenrechte.