15. Mai 2014

Zehnmal fair auf einen Streich

Das Fairtrade-Sortiment bei Aldi Süd wird breit ausgebaut. Zehn neue Artikel sind dort nun in den Regalen zu finden, darunter auch Honig.

Köln, 15. Mai: Trinkschokolade, Tee, Saft und Nektar, Kaffee, Blütenhonig und Bananen. Aldi Süd baut das Angebot an fair gehandelten Waren aus und nimmt zehn neue Fairtrade-zertifizierte Produkte fest ins Sortiment. Von den zusätzlichen Absatzkanälen profitieren Produzenten in Entwicklungsländern. Sie bauen die Rohstoffe unter Fairtrade-Bedingungen an und erhalten für den Verkauf einen stabilen Preis und zusätzlich die Fairtrade-Prämie für Gemeinschaftsprojekte. „Vor allem fair gehandelter Tee und Honig sind in Deutschland noch Nischenprodukte. Dass diese Produkte jetzt fest ins Sortiment aufgenommen werden, öffnet dringend benötigte Absatzchancen für Produzenten“, sagte Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair. Viele Produzentenorganisationen können nur einen Teil ihrer Ernte unter Fairtrade-Bedingungen verkaufen. Ein breiteres Angebot und größere Nachfrage nach fair gehandelten Produkten trägt dazu bei, ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Das Engagement im Handel wächst: In den letzten Jahren wurde das Angebot der Fairtrade-zertifizierten Produkte unter Handelseigenmarken kontinuierlich ausgebaut.

Eine zarte Blüte mit Potenzial – Honig aus Fairem Handel
Mehr als ein Kilo Honig essen die Menschen in Deutschland pro Kopf und Jahr. Insgesamt liegt der Verbrauch laut Landwirtschaftsministerium bei rund 85.000 Tonnen. Die heimische Produktion kann von dieser Menge nur ein Fünftel abdecken, der Rest wird importiert. Fairtrade-Honig ist mit rund 280 Tonnen Absatz 2013 noch eine zarte Blüte. Fair gehandelter Honig kommt aus Lateinamerika. Beispielsweise von der Honig-Kooperative Apicoop (Cooperativa Campesina Apícola Valdivia) in Chile. Hier kümmern sich mehr als 140 Imker um ihre wichtigste Arbeitsgrundlage: die Bienen. Apicoop wurde 1980 in der Provinz Valdivia am Fuße der Anden, knapp 1000 Kilometer südlich von Santiago de Chile, gegründet und ist seit 1994 Fairtrade-zertifiziert. Heute produziert die Kooperative fast 1000 Tonnen Honig pro Jahr. Für den Honig, den sie über den Fairen Handel verkaufen können, erhalten die Imker einen stabilen Mindestpreis und eine Prämie für Gemeinschaftsprojekte. „Diese Kooperative verschafft Hunderten von Familien neue Zukunftsperspektiven. Die Lebensbedingungen in dieser Region haben sich deutlich verbessert, so konnten etwa die Dörfer mit Strom versorgt werden“, erklärte der Direktor der Kooperative Juan Eduardo Henríquez. Mit der Fairtrade-Prämie kaufte die Kooperative unter anderem einen Lastwagen, um den Transport zu erleichtern.

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