Pressemitteilung: 9 von 10 Bananen verkaufen sich unter Wert

TransFair e.V. fordert mehr Fairtrade-Bananen im Handel

Der Preis, zu dem konventionelle Bananen im Handel angeboten werden, entspricht in keiner Weise den realen Produktionskosten der gelben Frucht.

Billige Bananen machen arm! Der Preisdruck entlang der Lieferkette führt zu schlechter sozialer Absicherung, niedrigen Einkommen und Umweltverschmutzung. Fairtrade schneidet im Vergleich zum konventionellen Anbau besser ab, aber nur jede zehnte Banane in Deutschland wird mit Fairtrade-Siegel verkauft.

Dieses unfaire Verhältnis will TransFair, der Verein zur Förderung des Fairen Handels, ändern. Die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher unterstützt Fairtrade dabei. Wie die neueste Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach zeigt, wären 5 von 10 Verbrauchern bereit, teilweise deutlich tiefer für faire Bananen in die Tasche zu greifen.

Mit der diesjährigen Bananen-Kampagne, die bis zum 28. September bundesweit die Missstände im Bananensektor thematisiert, möchte TransFair ein konkretes Ziel erreichen: führende Supermarktketten in Deutschland zu einer Komplettumstellung auf 100 Prozent Fairtrade-Bananen zu bewegen.

Wahre Preise

Der Preis, zu dem konventionelle Bananen im Handel angeboten werden, entspricht in keiner Weise den realen Produktionskosten der gelben Frucht. Wichtige Faktoren wie existenzsichernde Löhne und Einkommen, Arbeits- und Gesundheitsschutz, der Schutz der Umwelt oder die Folgen des Klimawandels für die Produzenten werden bei der Festsetzung des Bananenpreises nicht berücksichtigt. Dies hatten im Frühjahr die Organisationen True Price und Truecost in einer Studie belegt. Die niedrigen Preise in den Supermärkten werden durch einen enormen Preisdruck erzielt, den die Supermärkte auf die gesamte Lieferkette ausüben. Am härtesten wirkt sich dies auf die Produzentenfamilien im Süden aus, deren Einkommen oftmals kaum zum Überleben reicht, geschweige denn einen nachhaltigen Anbau ermöglicht. Dass der Handel mit dieser Preispolitik am Kunden vorbeikalkuliert, zeigt die aktuelle Allensbach-Umfrage: Demnach sind gut die Hälfte der Verbraucher bereit, für eine Bananenproduktion ohne Ausbeutung von Mensch und Umwelt mehr zu bezahlen.    

Aktiv für 100% Fairtrade-Bananen

In Bananenkostümen klären Fairtrade-Aktivisten bundesweit unter anderem in Schulen, auf öffentlichen Plätzen sowie in Veranstaltungen über die prekäre Situation im Bananenanbau auf. Produzenten aus Kolumbien geben auf Diskussionsveranstaltungen Einblick in den Alltag der Bananenbauern. Außerdem werben Sie für einen Markteintritt unter fairen Bedingungen. Verbraucher können ab sofort auf der Aktionswebsite unter www.BananaFairday.de online ihre Stimme für die Supermarktkette abgeben, von der sie sich eine 100% Umstellung auf Fairtrade-Bananen wünschen. Das Ergebnis wird am Banana Fairday am 28. September in Köln bekannt gegeben. 

Es geht auch anders: Nachbarländer machen es vor

Mit Fairtrade können Supermärkte Verantwortung übernehmen und ein globales Netzwerk stärken, das die Einhaltung von Menschenrechten einfordert und umsetzt. Unsere Nachbarn machen es vor: In den Niederlanden bieten bereits mehrere Supermarktketten, wie zum Beispiel Plus und Spar, ausschließlich Fairtrade-Bananen aus biologischem oder konventionellem Anbau an, und auch in der Schweiz hat Coop bereits im Jahr 2004 auf 100% Fairtrade-Bananen umgestellt. Fairtrade-Bananen aus konventionellem Anbau werden bisher in Deutschland nicht angeboten. Dabei benötigen insbesondere Produzent*innen von herkömmlich angebauten Bananen Absatzkanäle, denn nur mit entsprechendem Absatz können sie von Fairtrade-Preis und -Prämie profitieren und langfristig in eine nachhaltige Zukunft investieren.  

Besuch aus Kolumbien zur Fairen Woche

Der Banana Fairday von TransFair e.V. ist eine Aktion im Rahmen der Fairen Woche 2018, Deutschlands größter Aktionswoche zum fairen Handel mit den Ländern des Südens. In diesem Jahr ist Richard Padilla Duran der Einladung von TransFair gefolgt, um interessierte Verbraucher*innen aus erster Hand über die Wirkung des fairen Handels zu informieren. Richard Padilla Duran ist Bananenkleinbauer und Mitglied der Fairtrade-zertifizierten Kooperative EMPREBANCOOP in Kolumbien. Vom 17. bis 28. September 2018 besucht er auf seiner bundesweiten Rundreise Veranstaltungen im Rahmen der Fairen Woche und des Banana Fairdays. Die Faire Woche 2018 steht unter dem Motto „Gemeinsam für ein gutes Klima“ und findet vom 14. bis 28. September mit über 2000 Aktionen bundesweit statt.