Mit Fairtrade-Rosen Frauenrechte stärken

TransFair ruft dazu auf, faire Rosen zum Weltfrauentag zu verschenken

Agnes Chebi (ganz vorne) startete ihre Berufkarriere als einfache Arbeiterin, heute leitet sie ein Team von 30 Angestellten. Bild: Fairtrade / Christoph Köstlin.

•    Bundesweit beteiligen sich 150 Städte und Schulen
•    Fairtrade-Farmen sichern Geschlechtergerechtigkeit

Zum internationalen Weltfrauentag am 8. März fordert TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland) mehr Solidarität mit Frauen des globalen Südens. „Gleichberechtigung ist ein globales Thema“, sagte Claudia Brück, Vorstandsmitglied von TransFair. „Im Norden wie im Süden geht es darum, dass mehr Frauen in Führungspositionen kommen und dass Frauen und Männer gleich entlohnt werden. In Ländern wie Kenia fängt die Benachteiligung von Frauen allerdings weit vor dem Berufsleben an. Landtitel werden bevorzugt an Söhne vererbt, eine verkürzte Schulbildung für Mädchen führt zu geringeren Berufschancen, sodass Frauen traditionell unbezahlte Tätigkeiten wie die Haushaltsführung und Kindererziehung erfüllen müssen.“ Mit der jährlich stattfindenden Flower-Power-Kampagne macht der gemeinnützige Verein TransFair auf die Arbeitsbedingungen in Ländern des globalen Südens aufmerksam und setzt sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter ein. Bis zum 22. März können sich Freiwillige an der bundesweiten Aktion beteiligen, indem sie faire Rosen in Fußgängerzonen und an anderen öffentlichen Orten verteilen.

Rosen als Symbol für Gleichberechtigung?

Rosen werden zum Weltfrauentag gerne als Zeichen der Anerkennung und Gleichberechtigung an Frauen verschenkt. Dabei sind die Bedingungen auf konventionellen Blumenfarmen besonders für Frauen widrig: Etwa 80 Prozent, der in Deutschland verkauften Schnittblumen kommen aus Anbauländern des globalen Südens, vor allem aus Ostafrika. Für viele Frauen gehören schlechte Bezahlung, sexuelle Belästigung und Diskriminierung dort zum Alltag. Die Fairtrade-Standards schützen diese Beschäftigten mithilfe von festen Arbeitsverträgen, Mindestlöhnen und sozialen Regeln wie Mutterschutz. Bereits jede dritte in Deutschland verkaufte Rose trägt das Fairtrade-Siegel. Seit 2019 schreiben die Standards zudem eine neue Gender-Strategie vor: Fairtrade-zertifizierte Farmen müssen innerhalb eines festgelegten Zeitraumes einen Plan vorlegen, um allen Beschäftigten die gleichen Chancen zu ermöglichen und Diskriminierung aller Art zu verhindern.

Fairtrade-Farmen gründen Gender-Komitees

Für die Umsetzung der Gender-Strategie gründen viele Farmen sogenannte Gender-Komitees. Diese prüfen alle an sie herangetragenen Anliegen, sprechen mit Beteiligten und leitet entsprechende Schritte ein, wenn sich ein Verdacht auf sexuelle Belästigung oder Diskriminierung erhärtet. „Früher waren sexuelle Übergriffe gegen Arbeiterinnen an der Tagesordnung – sowohl zu Hause als auch auf der Farm. Dank der Geschlechterpolitik von Fairtrade hat sich das geändert. Auch die Geschäftsführung der Farm unterstützt uns bei Vorfällen dieser Art“, sagte Agnes Chebii, Vorsitzende des Gender-Komitees der Fairtrade-Blumenfarm Karen Roses. Die 41-jährige Kenianerin ist das Gesicht der diesjährigen Flower-Power-Kampage und der beste Beweis dafür, dass Gleichberechtigung funktioniert: Sie startete ihre Berufkarriere als einfache Arbeiterin, heute leitet sie ein Team von 30 Angestellten.

Mehr zur Kampagne unter: https://www.fairtrade-deutschland.de/aktiv-werden/aktuelle-aktionen/rosenaktion.html