700 Schulen engagieren sich für fairen Handel

Neuer Meilenstein: Freie Schule Güstrow wird 700. Fairtrade-School

Die Freie Schule Güstrow bekommt als 700. Schule den Titel „Fairtrade-School“ verliehen. Bild: Katrin Witt / Fairtrade.

•    Fairer Handel von der Schulkantine bis ins Klassenzimmer
•    Engagement bei Stadtrundgang und Kleidertauschpartys

Wie können wir Armut und Hunger in der Welt verringern? Oder was muss geschehen, damit wir in Zukunft, friedlich miteinander leben? Mit diesen und vielen weiteren Fragen haben sich Schüler der Freien Schule Güstrow erfolgreich im Rahmen ihrer Bewerbung zur Fairtrade-School beschäftigt. Seit heute darf sich die Schule offiziell als Fairtrade-School bezeichnen. Mit der Freien Schule Güstrow erreicht die Kampagne einen neuen Meilenstein: „700 Schulen in ganz Deutschland zeigen, dass Fairtrade keine Altersgrenze kennt“, sagte Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland). „Vom Schulkiosk über AGs, Aktionen, Themenwochen bis in den Unterricht – der faire Handel zieht sich wie ein roter Faden durch den Alltag der Schüler. Dadurch lernen sie nicht nur die Probleme und Ungerechtigkeiten im Welthandel kennen, sondern erfahren gleichzeitig, wie wir diese gemeinsam lösen können“, erklärte Overath im Rahmen der Auszeichnungsfeier. Mit Hilfe der Kampagne engagieren sich deutschlandweit Schüler aller Stufen für mehr Gerechtigkeit im Handel.

Fairer Smoothie- statt Infostand  

Mit einem konsumkritischen Stadtrundgang, einem Fairtrade-Smoothie-Stand auf dem Schulfest und einer Kleidertauschparty hatten die Schülerinnen und Schüler aus Güstrow über den fairen Handel aufgeklärt. „Wir erleben jeden Tag soziale Ungerechtigkeit. Fairtrade kann dazu beitragen, die Welt ein Stückchen gerechter zu machen und Menschen in ärmeren Regionen eine Chance auf ein besseres Leben zu geben, indem ihre Arbeit anerkannt und fair bezahlt wird“, erklärte Schülerin Gerda Pergande.

Die Freie Schule Güstrow ist die vierte Schule in Mecklenburg-Vorpommern, die den Titel verliehen bekommt. „Bei uns im Norden ist die Kampagne noch nicht so bekannt wie in anderen Bundesländern“, sagte Schulleiter Dr. Ralf Boldt. „Aus diesem Grund freuen wir uns besonders, das künftig zu ändern und mit gutem Beispiel voranzugehen – im Klassenzimmer, bei Schulfesten, aber auch über den Schulhof hinaus, indem wir einen Beitrag für einen bewussteren Konsum leisten“, sagte Boldt.

Die Fairtrade-Schools-Kampagne

Seit 2012 gibt es die Fairtrade-Schools-Kampagne, die fairen Handel in die Klassenräume bringt. Für den Titel müssen die Schulen insgesamt fünf Kriterien erfüllen. Zunächst bekennt sich die Schule offiziell zum fairen Handel. Außerdem braucht es ein Schulteam aus engagierten Schülern, Lehrenden und Eltern, das die geplanten Aktivitäten koordiniert und den Verkauf fair gehandelter Produkte an Kiosken und Schulkantinen sicherstellt. Neben Infoveranstaltungen, Workshops oder anderen kreativen Ideen rund um einen gerechteren Handel, müssen die Lehrkräfte das Prinzip „Fairtrade“ im Unterricht behandeln. In welchem Fach fairer Handel thematisiert wird, ob im Mathe-, im Philosophie- oder Geografieunterricht, bleibt den Schulen selbst überlassen. Für ihren Beitrag für eine nachhaltigere Entwicklung wurde die Kampagne wiederholt ausgezeichnet: 2014 als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ sowie 2015 als „Werkstatt-N-Projekt“ des Rates für Nachhaltige Entwicklung.

Mehr zur Kampagne unter: www.fairtrade-schools.de