Zyklon Idai trifft auch Fairtrade-Produzent*innen in Malawi

Verheerende Überschwemmungen in Ostafrika vernichten große Teile der Zuckerrohrernten – in einer Region, die regemäßig von Dürreperioden betroffen ist.

Große Teile der Zuckerrohrernte der Zucker-Kooperative Kasinthula in Malawi wurde durch Überschwemmungen zerstört. Foto: © The Fairtrade Foundation

Nach zwei Dürrejahren in Folge war es ein vielversprechender Jahresbeginn für viele Kleinbauernfamilien im Shire-Tal. Insbesondere viele Fairtrade-zertifizierte Mitglieder der Kasinthula Cane Growers Association (KCGA) hatten die Hoffnung, Rekordernten zu erzielen. Stattdessen hat der Zyklon Idai katastrophale Schäden angerichtet und auf tragische Weise alle Hoffnungen der Kleinbäuerinnen und -bauern zunichtegemacht.

"Alles begann mit Regenschauern am Morgen des 5. März 2019, mit heftigen Regenfällen mitten am Tag. Dies dauerte noch drei weitere Tage, wobei sich die Situation von Tag zu Tag verschlimmerte, bis die meisten hochwassergefährdeten Gebieten vollständig überflutete waren. Vor allem die, in der Nähe der Ufer des Shire waren besonders stark betroffen", so Rossettie Gullo, Verwaltungsassistent der KCGA. "Aufgrund dieser starken und anhaltenden Regenfälle traten viele kleine Flüsse über ihre Ufer. Dies führte dazu, dass sich der Fluss Shire so schnell füllte, dass er schließlich seine Ufer überflutete. Das Ergebnis waren massiven Überschwemmungen im Shire-Tal, die schlimmsten seit vier Jahrzehnten.", so Rossettie Gullo weiter.

Mindestens dreißig Fairtrade-Bauernhäuser wurden durch die Überschwemmungen völlig zerstört. Neben den Schäden an ihren Wohnhäusern wurde wurden auch 55 Tiere von den Fluten mitgerissen und auf 33 Hektar fast sämtliches Zuckerrohr zerstört.

Fairtrade-Zucker als Hoffnung für bessere Lebensbedingungen

Die KCGA ist eine von drei Fairtrade-zertifizierten Zucker-Kooperativen in Malawi und wurde 1996 zur Armutsbekämpfung in der Region gegründet. Ein weitestgehend brachliegendes Gebiet wurde zur Zuckerrohproduktion umgewandelt und Produzent*innen erhielten Flächen von zwei bis drei Hektar, um den Menschen in der Region bessere Lebensbedingungen zu ermöglichen. Die kommerzielle Nutzung der Flächen wurde erst durch die Installation neuer Bewässerungssysteme möglich.

Seit 2003 ist die KSGA Fairtrade-zertifiziert. Neben dem Fairtrade-Mindestpreis erhält die Kooperative zusätzlich die Fairtrade-Prämie für die Umsetzung sozialer Projekte. Die Fairtrade-Prämien wurde neben der Verbesserung der Produktionsbedingungen in Gesundheitsversorgung, sauberes Trinkwasser, Bildung, Stromerzeugung in den lokalen Dörfern und viele andere Projekte zur Linderung der Armut investiert.

Die Region ist immer wieder von Hungersnöten betroffen

Das Shire-Tal ist eine heiße und trockene Region mit langen, geographisch bedingten Trockenzeiten. Die Alphabetisierungsrate ist gering und große Teile der Bevölkerung leben in Armut. Viele Menschen wohnen in einfachen Lehmhütten und nur wenige Familien können es sich leisten, Vieh zu halten. Einige Kleinbauernfamilien können zusätzlich Geld durch den Verkauf von Zuckerrohr oder Baumwolle oder durch Arbeit auf nahegelegenen Zuckerplantagen verdienen. Der überwiegende Teil der Region versorgt sich selbst mit Mais-, Maniok-, Sorghum-, Hirse- und Reis. All diese Umstände tragen dazu bei, dass Hungersnöte weiterhin keine Seltenheit sind.