The Only Way is Up

Zusammenarbeit für einen gerechten Handel und gerechte Löhne für alle - vom 05. bis 06. November fand in Rotterdam die Konferenz für existenzsichernde Löhne und Einkommen statt.

Ein junger Angestellter auf einer Fairtrade-Bananen-Plantage.

Ziele der Konferenz sind es, die Erfahrungen der teilnehmenden Vereine und Organisationen untereinander auszutauschen und gemeinsam neue Wege und Lösungen zu finden, um existenzsichernde Löhne und Einkommen entlang der globalen Lieferketten gewährleisten zu können. Fairtrade gehört neben der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und dem niederländischen Außenministerium zu den sieben Organisatoren der „The Only Way is Up“ Konferenz in Rotterdam. Alle sieben Organisationen haben sich der Nachhaltigkeit in globalen Lieferketten landwirtschaftlicher Erzeugnisse verschrieben.


An den zwei Veranstaltungstagen wurden Workshops von den beteiligten Organisationen zu Fragen des existenzsichernden Einkommens gehalten. Dazu zählten Themen wie zum Beispiel der Einsatz neuer Technologien auf Farmen, die Verbindung von Nachhaltigkeit und Wettbewerbsrecht und die Frage, wie man eine Umgebung schafft, die existenzsichernde Löhne ermöglicht. Fairtrade selbst veranstaltete an den zwei Tagen drei Workshops, unter anderem mit Hivos und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Klarer Konsens herrschte im Raum, dass existenzsichernde Löhne und Einkommen ein Menschenrecht sind und das dieses Konzept und die vereinheitlichte Berechnungsmethoden, der auch Fairtrade Vorschub leistet  , als Game-Changer fungieren könnte. Um die gemeinsamen langfristigen Ziele zu erreichen, müssen alle Beteiligten ihre Zusammenarbeit und Engagement intensivieren.

Fortschritte für Vanille - und Bananenproduzent*innen

Begleitend zu der Konferenz veröffentlichte Fairtrade International zwei Artikel, die die Thematik von „The Only Way is Up“ aufgreifen. Zu der Erhöhung des Kakao-Mindestpreises im Oktober dieses Jahres, fanden global weitere Entwicklungen zugunsten von Einkommenssicherheit von Kleinbauern  und Kleinbäuerinnen statt. So zum Beispiel der Referenzpreis für Vanille zur Existenzsicherung. Der momentan sehr hohe Vanillepreis ist starken Schwankungen unterworfen und kann den Bäuerinnen und Bauern keine sicheren und vorhersehbaren Einkommen bieten. Aus diesem Grund wurde von Fairtrade ein Referenzpreis für ein existenzsicherndes Einkommen bestimmt, der in Madagaskar bei 16.60€/kg und in Uganda bei 15.60€/kg liegt. Dieser Preis soll auch bei der Neuberechnung des Mindestpreises für Vanille 2020 berücksichtigt werden und soll für die Bäuerinnen und Bauern für Wohnen, ausgewogene Ernährung, Gesundheitsmaßnahmen, Bildung und eine  Rücklage reichen.


Eine weitere bemerkenswerte Entwicklung auf dem Weg zu existenzsichernden Löhnen kommt aus dem Bananensektor. Dieses Jahr wurde in Ecuador von der Regierung ein salario digno verabschiedet, ein anständiges Einkommen, welches über dem Mindestlohn des Landes liegt und allen Plantagenarbeiter*innen  zusteht. Dieses Einkommen wird zwar immer noch von dem Einkommen Angestellter auf Fairtrade-Plantagen übertroffen, ist aber ein großer Schritt in die richtige Richtung. Auch in Kolumbien wurden 2019, durch eine starke Kollaboration von Gewerkschaften und Plantagenbesitzer*innen, die Löhne der Plantagenarbeiter*innen angehoben. Um diesen Ländern nachzuziehen, setzt sich Fairtrade global in Herkunftsländern für eine enge Zusammenarbeit von Regierungen, Gewerkschaften und Arbeitgeber*innen  ein, um eine Einführung existenzsichernder Einkommen und Löhne voranzutreiben.


Konferenzen wie die „The Only Way is Up” ermöglichen es verschiedenen Akteur*innen  des fairen Handels ihre Expertise und Best Practices weiterzugeben und gemeinsam mehr zu erreichen.