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Leseempfehlung: Aus Recht wird Unrecht

Der Runde Tisch Zentralamerika veröffentlicht ein 60-seitigea Dossier zur erschwerten Menschenrechtsarbeit in Zentralamerika. Fallbeispiele und Interviews zeigen, wie brenzlig die Lage geworden ist.

Buchcover von "Kriminalisierung von Menschenrechtsverteidiger*innen in Zentralamerika"

Anhand von neun unterschiedlichen Berichten diverser Initiativen wird beleuchtet, wie sich die Situation für Menschenrechtsverteidiger*innen aktuell gestaltet. | © Runder Tisch Zentralamerika

Dass Menschen, die sich in autoritär regierten Staaten für die Rechte anderer einsetzen es selten leicht haben, ist allgemein bekannt. Ihre Arbeit wird schikaniert, sie werden bedroht oder attackiert, verhaftet, in manchen Fällen sogar ermordet. Ein neuer Trend allerdings ist das Vorgehen gegen Engagierte per Gesetz: Ihre Arbeit wird kriminalisiert, also zum Verbrechen erklärt und kann damit völlig legal bestraft werden. Dafür werden Gesetze verbogen, außer Kraft gesetzt oder schlicht neu formuliert, um die Machtposition der Herrschenden zu sichern. In den Geistes- und Kommunikationswissenschaften werden solche Praktiken oft unter dem Begriff des silencing versammelt: Oppositionelle Meinungen werden unterdrückt, Akteur*innen zum Schweigen gebracht und so die bestehende Ordnung gewaltsam durchgesetzt.

Blitzlichter aus Zentralamerika

Der nun erschienene Band beschäftigt sich mit solchen Praktiken in Zentralamerika. Anhand von neun unterschiedlichen Berichten diverser Initiativen wird beleuchtet, wie sich die Situation für Menschenrechtsverteidiger*innen aktuell gestaltet. Die Berichte stammen aus Nicaragua, Guatemala, Honduras und El Salvador und behandeln diverse Thematiken der Zensur und Bestrafung von Menschenrechtsarbeit. Auf 60 Seiten kompakt gebündelt finden sich neben den Fallbeispielen eine Definition von Kriminalisierung, eine quantitative Annäherung an das Phänomen sowie ein Interview mit Anabella Sibrían, Direktorin der Organisation Protection International Mesoamerica. Der gesamte Band ist als Gratis-PDF auf der Website der Heinrich-Böll-Stiftung verfügbar.

Fairtrade und Menschenrechte

Für die Arbeit von Fairtrade ist die Einhaltung der Menschenrechte in den Herkunftsländern unserer Produkte essenziell. Während die Fairtrade-Standards den Ansatz verfolgen, den Schutz von Menschenrechten innerhalb von Produzentenorganisationen und ihrer Aktivitäten grundsätzlich zu verankern, unterstützen wir die menschenrechtliche Arbeit internationaler Organisationen und Initiativen ausdrücklich. Stabile demokratische Systeme sind ein wesentlicher Bestandteil des fairen Handels auf dem Weg zu gerechter mehr Handelsgerechtigkeit  und Transparenz entlang von Lieferketten.

Online-Diskussion am 25. März

Zur gesamten Thematik wird es am 25. März eine Online-Diskussion via Zoom geben. Teilnehmen werden Dr. Bärbel Kofler, Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Anabella Sibrián, Direktorin Protection International Mesoamérica (Guatemala), Edwin Espinal, Menschenrechtsverteidiger (Honduras), Sonia Sánchez, Menschenrechtsverteidigerin (El Salvador), und Edy Tábora, Anwalt Bufete Jurídico Justicia para los Pueblos (Honduras). Moderiert wird die Veranstaltung von der Journalistin Erika Harzer.

Interessierte haben die Möglichkeit, sich online anzumelden.

Der Band ist über den Runden Tisch Zentralamerika erschienen und auf der Website der Heinrich-Böll-Stiftung kostenlos verfügbar. Er umfasst 62 Seiten.


Über die Heinrich-Böll-Stiftung

Die Heinrich-Böll-Stiftung versteht sich als Agentur für grüne Ideen und Projekte, als reformpolitische Zukunftswerkstatt und internationales Netzwerk mit Partnerprojekten in rund 60 Ländern. Sie kooperiert mit 16 Landesstiftungen in allen Bundesländern und unterhält derzeit Büros in 32 Ländern. Das Studienwerk der Stiftung unterstützt rund 1.200 Studierende und Promovierende mit Stipendien.

Die vorrangige Aufgabe der Mitgliedsorganisation von TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland)  ist die politische Bildung im In- und Ausland zur Förderung der demokratischen Willensbildung, des gesellschaftspolitischen Engagements und der Völkerverständigung. Dabei orientiert sie sich an den politischen Grundwerten Ökologie, Demokratie, Solidarität und Gewaltfreiheit.