Kolumbien: Erste Fairtrade "Taza Dorada"-Awards

In Kolumbien fanden die ersten jährlichen „Goldene Tasse“-Awards statt.

© CLAC comercio justo

Die Fairtrade-zertifizierte Kaffeekooperative Federación Campesina de Cauca aus dem Südwesten des Landes gewann den Hauptpreis. 79 unterschiedliche Kaffees von 31 zertifizierten Kooperativen wurden eingereicht, getestet und bewertet.

Das lateinamerikanische Fairtrade-Netzwerk CLAC verfolgte als Träger und Organisator des Events zwei grundlegende Absichten: Zum einen die Motivation für Kaffeebäuer*innen, ihren qualitativ hochwertigen Kaffee zu präsentieren und zum anderen die Stärkung des Bewusstseins für fair gehandelten und hochwertigen Kaffee innerhalb der kolumbianischen Gesellschaft.

Kaffeespezialitäten fair machen

Kaffeespezialitäten werden von der Specialty Coffee Association auf einer Skala von 1 bis 100 bewertet. Immer mehr fair gehandelte Kaffeesorten erreichen und überschreiten mittlerweile die 84-Punkte-Marke, ab der man von exzellentem Kaffee spricht. Dadurch verbreitet sich fairer Kaffee momentan stark auf dem kolumbianischen Markt, wovon sowohl Produzent*innen wie auch Händler*innen profitieren. Fairtrade sorgt wiederum durch seine Produzentennetzwerke an Ort und Stelle für einen leichteren Marktzugang, rentable Anbaumethoden und führt gezielte Schulungen durch, um fairen Kaffee langfristig im Land zu etablieren.

„Taza Dorada“ – ein Ansporn für die Zukunft

Vor ungefähr zwei Jahren begann die CLAC gemeinsam mit den nationalen Netzwerken, die ersten „Goldene Tasse“-Events in Lateinamerika zu organisieren. „Wir wurden im letzten Jahr von CLAC eingeladen, an dem Wettbewerb teilzunehmen“, erklärt Maricel Vivas, Sprecherin der siegreichen Federación Campesina de Cauca. „Tatsächlich gestaltet sich der Markteinstieg bei Kaffeespezialitäten oft schwierig und es ist ein dauerhafter Kampf, wettbewerbsfähig zu bleiben, vor allem wegen der Probleme des Klimawandels. Aber wir empfangen den Preis mit Dankbarkeit. Wir glauben, dass sich durch Teamarbeit immer wieder neue Möglichkeiten ergeben.“

Technologie nutzen und Kunden weltweit erreichen

Beim diesjährigen Award wurden erstmals die Kaffeesorten der Finalisten über eine Internet-Plattform versteigert. Beyco (“Beyond Coffee”), eine auf Blockchain-Technologie basierende globale Vernetzungs- und Handelsplattform wurde von der Progreso Foundation entwickelt, um Kaffeeproduzent*innen den Markteinstieg zu erleichtern. Dadurch können Produzent*innen und Händler*innen eine direkte Geschäftsbeziehung aufbauen und auch andere Kaffeesorten auf den Markt bringen.

„Wir wollen mehr als nur Werbung machen und das allgemeine Bewusstsein stärken“, sagt Joao Mattos von CLAC. „Wir hoffen, durch die Auszeichnungen und Auktionen Unternehmen auf die Produzent*innen aufmerksam zu machen, die so hart für den besten Kaffee arbeiten. Hoffentlich werden daraus langfristige Partnerschaften.”

Joseph Tavenier, zuständig für Qualitätskontrolle bei Bridgehead Coffee, konnte an dem Event teilnehmen. „Nachdem der Kaffee durch diesen Wettbewerb gegangen ist, habe ich keinen Grund an seiner Qualität zu zweifeln. Und das ist eine große Entlastung. Unsere Aufgabe ist es, Kooperativen zu finden, die hochwertigen, fair gehandelten und ökologisch produzierten Kaffee anbauen. Das hat dieser Wettbewerb getan.“

Im Kielwasser des großen Zuspruchs für den kolumbianischen Award sind bereits weitere nationale „Taza Dorada“-Awards in Lateinamerika in Planung. Auch Fairtrade Africa arbeitet daran, das Konzept in afrikanischen Ländern umzusetzen.