Klimawandel gefährdet Honigproduktion

Die Zunahme von extremen Wetter- und Klimaereignissen verursacht unvorhergesehene Situationen und zusätzliche Risiken für Imker*innen in Mittel- und Südamerika. Aus diesem Grund konzentriert sich das lateinamerikanische Produzentennetzwerk von Fairtrade (CLAC), gemeinsam mit TransFair, zunehmend auf die Anpassung an den Klimawandel.

Die Imkerei muss sich zunehmend mit den Auswirkungen des Klimawandels auseinanderesezten und sich an die Veränderungen anpassen. Foto: © Sean Hawkey

Informationsgewinnung, Wissensaustausch und Bewusstseinsbildung, sowie insbesondere die Identifizierung und Anwendung konkreter Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel stehen dabei Im Fokus. Dazu hat die CLAC und Fairtrade Deutschland eine gemeinsame Initiative entwickelt, um einen Leitfaden zu „Best Practices und Klimawandel“ in der Imkerei zu erstellen. Dieser Leitfaden dient als Werkzeug zur Verbesserung der Produktivität und Honigqualität bei Fairtrade-Produzent*innen in Mittel- und Südamerika.

Um die Ziele zu erreichen, wurde die Initiative von weiteren Institutionen wie dem "Bee Team" des El Colegio de la Frontera Sur (ECOSUR) in Mexiko und dem National Institute of Agricultural Technology (INTA-PROAPI) in Argentinien unterstützt.

Umsetzung der Initiative

Im ersten Schritt wurde im Rahmen einer Umfrage 33 Produzentenorganisationen aus sechs Ländern zu den klimatischen Bedingungen für die Bienenzucht sowie die notwendigen Maßnahmen zur Verringerung ihrer negativen Auswirkungen auf die Honigproduktion und die Honigqualität befragt.  Die Ergebnisse dieser Umfrage wurde anschließend in Schulungen zu „Best Practices und Klimawandel“ für Produzentenorganisationen aus Mexiko, Guatemala, Bolivien, Chile, Uruguay und Argentinien vorgestellt.

Durch die Analyse klimatischer Bedingungen, die sich direkt auf die Qualität und Produktion des Honigs auswirken, können Produzent*innen die erforderlichen Maßnahmen zur Anpassung an Klimawandel identifizieren und anwenden. Zu den grundlegenden Anpassungsmaßnahmen gehören unter anderem: Bewegung und Lage der Bienenstöcke, Ernährung der Bienenvölker oder Aufforstung von Flächen mit bienenfreundlichen Pflanzen. Durch „Best Practices“ sowie ein Augenmerk auf Gesundheit und Ernährung der Bienen, können die Imker*innen die Auswirkungen des Klimawandels verringern und eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Honigproduktion fortzusetzen. Darüber hinaus befasst sich die Initiative mit den Ursachen des Klimawandels unter Berücksichtigung der aktuellen Produktionssysteme und Verbrauchsmuster.

Bewusstseinsbildung und Zusammenarbeit – insbesondere zwischen wissenschaftlichen und technologischen Organisationen, Institutionen sowie Handelspartnern und Regierungen – ist eine der aktuellen Herausforderungen für die Gesellschaft im Umgang mit den Flogen des Klimawandels. In diesem Zusammenhang ist das lateinamerikanische Produzentennetzwerk von Fairtrade (CLAC) nach wie vor ein wichtiger Akteur, der das Ziel verfolgt, die Menge der Treibhausgasemissionen zu reduzieren und Produzentenorganisationen bei der Anpassung an die Auswirkungen von Klimaveränderungen zu unterstützen.