Kaufland unterstützt Bananenbauern

Die Fairtrade-Kooperative APOQ hat mit Hilfe von Fairtrade International und Kaufland ein Anpassungsprogramm an den Klimawandel durchgeführt.

Mitte 2013 wurden Biobananenbauern und -bäuerinnen aus Piura in Peru von heftigen Schädlingsausbrüchen getroffen, die durch den Klimawandel begünstigt werden. Kleine Insekten essen die Bananenpflanzen und junge Bananen und hinterlassen rote Punkte auf den Schalen, sodass sie für den Export ungeeignet sind. 40 Prozent der Bananenfarmen war betroffen, der Export sank rapide um 30 Prozent.
Dies ist nur ein Beispiel, das deutlich zeigt, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Lieferkette von Bananen haben wird – mit Kleinbäuerinnen und -bauern als die am schlimmsten betroffene Gruppe. Fairtrade sieht alle Beteiligten der Lieferkette  in der Verantwortung Maßnahmen als Antwort auf den Klimawandel zu ergreifen und Produzentinnen und Produzenten zu Unterstützen, um sich anpassen zu können.

Widerstandskraft und Anpassung unter nachhaltigen Bedingungen

Das Klimawandel Programm von Fairtrade zielt darauf ab die Widerstand- und Anpassungsfähigkeit der Bäuerinnen und Bauern beziehungsweise ihrer Bananenstauden  zu steigern während die Nachhaltigkeit der Produktion gesichert wird.

Als Reaktion auf diese Herausforderung hat Fairtrade unterstützt vom Fairtrade Award 2014-Gewinner Kaufland in Zusammenarbeit mit der Fairtrade-Kooperative APOQ (Asociación de Pequeños Productores Orgánicos de Querecotillo) und der Nationalen Universität Piura in Sullana, Peru ein einjähriges Projekt durchgeführt, um Bananenproduzentinnen und -produzenten zu helfen lokale Lösungen zur Kontrolle der Schädlinge zu finden, das Bewusstsein zu schärfen und die Widerstandskraft gegen den Klimawandel zu stärken.

Das Projekt bestand aus vier Ausbildungs-Phasen. Zunächst erhielten 200 Kleinbäuerinnen und -bauern ein besseres Verständnis zum Klimawandel, dessen Auswirkungen auf die Bananenproduktion in ihrer Region und erarbeiteten Anpassungsmechanismen für ihre Bananenplantagen.
In drei Feldschulen wurden sie in nachhaltigen landwirtschaftlichen Praktiken, angemessener Düngung in Bezug auf die Erdstrukturen, Integriertem und kontrolliertem Pflanzenschutz  sowie dem Kulturmanagement der der Bananenfarmen unterrichtet.

Messbare Erfolge

Am Ende des Projekts wendeten 80 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer Praktiken wie Mulchen, Stutzen, Defloration und spezielle Schutzmaßnahmen einzelner Pflanzenteile an. Pflanzenschädlinge und Krankheiten waren unter Kontrolle, sodass ein nur ein minimaler Teiler der Ernte verworfen werden musste.
„Durch das Projekt habe ich gelernt wie ich meine Plantage am besten führe. Zudem habe ich Anerkennung und Lob von meinen Kolleginnen und Kollegen erhalten. Das spornt mich an, mich weiter zu verbessern, weil man nie aufhört dazu zu lernen. Es ist wichtig, die Bäuerinnen und Bauern weiterhin auszubilden“, so Felizandro Bellasmin Ogoña.

Zwei Modellfarmen dienten als Beispiele guter Führung. Dort konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Düngung, biologischen Pflanzenschutz und Kulturmanagement praktisch erfahren. Des weiteren zeigten zwei Bewässerungssysteme anschaulich, wie der Wasserverbrauch gesenkt werden kann. Auf der einen Farm war ein System bestehend aus Gattern und Schläuchen installiert, während auf der anderen Farm eine Sprinklerbewässerungsanlage eingesetzt wurde. Beide Einrichtungen wurden von ausgebildeten technischen Betreuern der APOQ, als Teil des Projekts, bedient.

Schließlich wurden Studierende der Nationalen Universität von Piura eingebunden. Sie erforschten eine organische und biologische Insektenbekämpfung, insbesondere der Thripsen, die Mitte 2013 für die enormen Ernteverluste sorgten. Die Forscher evaluierten die Verwendung von Insekten-Farbfallen und Pflanzen um die Bananengrundstücke. Außerdem testeten sie organische Biozide und pflanzliche Extrakte zur Kontrolle der Schädlinge. Als Ergebnis empfahlen sie den Bananenbäuerinnen und -bauern  die Pflanzung von Lebendzäunen um ihre Grundstücke um die Biodiversität zu erhöhen sowie den Gebrauch von Fallen, um die Insekten einzudämmen. Die kommerziellen Kontrollmethoden die von APOQ an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer weitergegeben wurden, erwiesen sich als effektiv. Zusätzlich wurde ihnen zur Pflanzung heimischer Pflanzen und Knoblauchextrakten geraten, um die Insekten abzuschrecken.

Zukunftsweisend durch die Weitergabe von Wissen

APOQ wird dieses Wissen mit anderen Kleinbäuerinnen und -bauern von Biobananen in Piura teilen und anwenden, um die Effekte des Klimawandels zu bewältigen, ihren Lebensstandard zu sichern und weiterhin für unsere Bananenlieferungen sorgen.

Peru ist sehr anfällig für den Klimawandel. Die Kleinbäuerinnen und -bauern werden höheren Temperaturen und längeren Dürreperioden und Fluten begegnen. Dieses Projekt ist ein Schritt in Richtung Klima-widerstandsfähige Lieferketten, aber es muss noch viel mehr getan werden, um die Widerstandskraft der Produzentinnen und Produzenten zu stärken.

Weiterführende Links:

Das Profil der Fairtrade-Kooperative APOQ finden Sie auf Fairtrade-Code

Mehr Informationen zum Fairtrade Klimawandel Programm (engl.)

Erfahren Sie mehr zu Kaufland’s Nachhaltigkeitsstrategie

Weiterführende Informationen erhalten Sie bei Giannina Cadena von Fairtrade International unter: g.cadena@ fairtrade.net