Fairphone 2 mit Fairtrade-Gold

Im neuen Fairphone 2 konnte erstmals eine nachhaltige Fairtrade-Gold Lieferkette für die Elektro-Industrie etabliert werden.

Smartphones und Unterhaltungselektronik enthalten Dutzende von Mineralien aus allen Ecken der Welt, darunter auch Gold wegen der guten Leitfähigkeit. Das Edelmetall ist ein wesentlicher Bestandteil der heutigen Unterhaltungselektronik und die Elektronik-Industrie ist der drittgrößte Verbraucher von Gold weltweit, nach der Schmuckmanufaktur und dem Finanzsektor.

Doch die Reise des Rohstoffs - von der Mine bis in das Smartphone - erfolgt unter enormer Ausbeutung von Mensch und Natur. Gold gehört zu den sogenannten Konfliktmineralien, kriminelle Gruppen im Kongo finanzieren sich mit der Ausbeutung des Goldabbaus und es bietet einen besonderen Anreiz zum Schmuggel.

Auch außerhalb von Konfliktgebieten ist Goldbergbau einer Vielzahl von sozialen und ökologischen Herausforderungen ausgesetzt, wie zum Beispiel Landstreitigkeiten, Dumping-Löhne, unsichere Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit und Quecksilberbelastung.

Startup für faire Technik

Um diesen Problemen entgegenzuwirken, hat das Startup Fairphone in den Niederlanden die Idee umgesetzt, ein möglichst fair gehandeltes Smartphone zu bauen, das von der Rohstoffgewinnung bis zur Montage auf Nachhaltigkeit setzt.

Für das neueste Modell „Fairphone 2” konnte das junge Unternehmen erstmals eine vollständige Fairtrade-Gold Lieferkette in der Unterhaltungselektronik-Industrie etablieren.

Von Anfang an hat sich Fairphone auf eine transparente Lieferkette und die Rückverfolgung der verwendeten Materialien konzentriert. Als Bezugsquelle für Gold kam nach einiger Recherche nur Fairtrade-Gold in Frage: Denn neben der Tatsache, dass das Gold nicht aus Konfliktgebieten stammt, werden hier zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Bergleute verfolgt.

 

Die Fairtrade-Goldmine SOTRAMI

Das Gold für das Fairphone 2 stammt aus dem Fairtrade-zertifizierten Goldmine Sotrami. Hier in Santa Filomena, einem kleinen Dorf in der Atacama-Wüste im Süden Perus, schlossen sich Minenarbeiter zusammen, um die Goldmine unter fairen Handels- und Arbeitsbedingungen zu bewirtschaften.

Nach einem zweijährigen, intensiven Prüfverfahren ist SOTRAMI seit Mai 2011 Fairtrade-zertifiziert. Die Arbeiterinnen und Arbeiter von SOTRAMI erhalten nun regelmäßig medizinische Vorsorge und werden zu Sicherheitsbestimmungen im Stollen geschult. Der Einsatz von Chemikalien zur Goldgewinnung unterliegt einem verantwortungsvollen Umgang und wird so weit wie möglich reduziert. Anders als bei den meisten anderen Bergbaufirmen ist Kinderarbeit in Fairtrade-zertifizierten Minen verboten.

 

Aktuellste Technik, austausch- und erweiterbar

Die technische Ausstattung des Fairphone 2 entspricht der aktuellsten High-End-Smartphone-Generation. Zusätzlich ist der 32 GB große Speicher durch MicroSD-Karten erweiterbar, was heutzutage kaum ein Smartphone mehr bietet.

Um eine lange Lebenszeit zu ermöglichen, können die Bauteile des Geräts modular ausgetauscht werden. Nicht nur der Wechsel des Akkus ist damit problemlos möglich, selbst Komponenten wie Kamera oder Display können einzeln ersetzt werden. Somit wird es laut Hersteller auch technische Upgrades geben.

Weitere Ausstattungsmerkmale: Als Betriebssystem ist die aktuelle Android-Version Lollipop 5.1 im Einsatz und neben zwei Top-Kameras ermöglichen zwei Simkarten-Slots die Nutzung zweier Mobilfunknummern parallel.

Die Reparatur-Community iFixit testet und analysiert, wie gut sich Elektrogeräte aller Art reparieren lassen. Hier hat das Fairphone 2 als erstes und bisher einziges Smartphone die volle Punktzahl erreicht. Die leicht austauschbaren Module haben die Prüfer überzeugt.

 

Weiterführende Links:

Fairphone.com

Fairtrade-Gold im Fairphone: Die Lieferkette (englisch)

Fairphone 2 Testbericht vom Technik-Magazin WIRED

Artikel zum Fairphone 2 von heise online