Explodierende Produktionskosten: Fairtrade erhöht Bananen-Preise

Um Bananenproduzent*innen vor den Auswirkungen rasant gestiegener Produktions- und Lebenshaltungskosten zu schützen, hat Fairtrade neue Mindestpreise für Bananen beschlossen.

Bananenproduzent*innen geraten aufgrund steigender Produktionskosten immer in finanzielle Bedrängnis

Für Bananenbäuerinnen und -bauern erhöht sich der neue Mindestpreis um durchschnittlich 4,5 Prozent, für exportierende Produzentenorganisationen steigt der Preis zusätzlich im Schnitt um 15 Prozent, um die stark gestiegenen Export- und Verpackungskosten zu decken. Die neuen Preise treten ab 1. Januar 2023 in Kraft.

Steigende Kosten können nicht allein von Produzent*innen getragen werden

Grund für die deutliche Mindestpreiserhöhung ist der wachsende finanzielle Druck, dem Bananen-Produzent*innen seit 2021 verstärkt ausgesetzt sind und der 2022 noch einmal exponentiell angestiegen ist. In einer Zeit, in der einerseits die Volkswirtschaften weltweit mit Inflation und steigenden Lebenshaltungskosten zu kämpfen haben und andererseits die Produktions- und Exportkosten für die Erzeuger*innen in die Höhe schnellen, ist die Mindestpreiserhöhung keine leichte, aber notwendige Entscheidung. „Wir wissen, dass viele Verbraucher*innen, Arbeitnehmer*innen und Landwirt*innen unter der aktuellen Lebenshaltungskostenkrise leiden. Aber die Last der gestiegenen Kosten kann nicht von den Bäuerinnen und Bauern allein getragen werden“, erklärt Silvia Campos, Fairtrade-Beraterin für Bananen.

Immense Verteuerung entlang der Lieferkette

Die von Fairtrade bei zahlreichen Fairtrade-zertifizierten Bananenfarmen erhobenen und von Fachleuten überprüften Daten haben gezeigt, wie sehr die Preise seit 2021 gestiegen sind: Düngemittel um 70 Prozent, Treibstoff um 39 Prozent, Paletten und Plastikverpackungen um mehr als 20 Prozent. Auch die Kosten für Arbeit, Kartons, Binnenfracht und Hafengebühren sind gestiegen. Um größtmögliche Transparenz und Verständnis zu schaffen, veröffentlicht Fairtrade erstmalig die Produktionskosten für jedes einzelne Erzeugerland – auch um Produzentenorganisationen und Händlern zu helfen, bessere Verträge auszuhandeln.

Der Handel muss Verantwortung übernehmen 

Laut Silvia Campos war die Festlegung der neuen Mindestpreise ein schwieriger Balanceakt, da viele Erzeugerorganisationen befürchten, dass die Forderung nach höheren Preisen zu einem völligen Verlust des Fairtrade-Absatzes führen könnte. Sie fordert den Handel darum auf, den Fairtrade-Produzent*innen zur Seite zu stehen und weiterhin Fairtrade-Bananen zu kaufen: „Der Handel muss sich zu gemeinsamer Verantwortung und nachhaltigen Preisen verpflichten, um dem wachsenden Preisdruck zu stoppen und um sicherzustellen, dass die Bananenfarmen im Geschäft bleiben können.“ Die Abnahmeverträge für 2023 unter den neuen Konditionen werden derzeit zwischen Käufern und Produzentenorganisationen ausgehandelt.

Fairtrade ist das einzige Zertifizierungssystem mit einem festen Mindestpreis – ein wichtiges finanzielles Sicherheitsnetz für die Erzeuger*innen. Fairtrade überprüft seine Mindestpreise für Bananen jährlich in Absprache mit den Produzentenorganisationen und Händlern.