News / Pressemitteilung

100 Prozent faire Bananen bei Lidl

Heute kündigte Lidl an, als erster Händler in Deutschland sein Bananensortiment nach und nach auf 100 % Fairtrade umzustellen.

Seit 2006 sind bei Lidl bundesweit Bio-Bananen mit dem Fairtrade-Siegel erhältlich, ab Mitte Oktober beginnt nun auch die Umstellung der konventionellen Bananen. Bild: Linus Hallgren

„Damit nimmt Lidl ein weiteres Mal die Vorreiterrolle im fairen Handel für den Einzelhandel ein. Diesen Schritt begrüßen wir ausdrücklich und wünschen uns, dass weitere Händler folgen“, lobte Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender bei Transfair e.V. Seit 2006 sind bei Lidl bundesweit Bio-Bananen mit dem Fairtrade-Siegel erhältlich, ab Mitte Oktober beginnt nun auch die Umstellung der konventionellen Bananen in 330 Lidl-Filialen im süddeutschen Raum. Schrittweise wird in weiteren Regionen das Angebot ausgeweitet. Mit der Umstellung können Bananenproduzenten 150.000 Tonnen Bananen zu Fairtrade-Bedingungen verkaufen. Neben den festen Mindestpreisen, Planungssicherheit und Ressourcen für umweltfreundliche Anbaubedingungen erhalten sie umgerechnet rund 7 Millionen Euro Fairtrade-Prämie für Investitionen in die Zukunft. „Wir hoffen, dass der Jahrzehnte lange Preiskampf mit billigen Bananen jetzt zu Ende geht“, betont Overath weiter.

Hintergrund

Der faire Handel trägt zu nachhaltigerem Bananen-Anbau bei. Stabile Mindestpreise sorgen für Planungssicherheit. Die zusätzliche Fairtrade-Prämie fließt in Projekte für besseres Abfall- und Wassermanagement, Methoden, um die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern und Grundbedarfe, wie Bildung und Gesundheitsvorsorge. Die Produzentennetzwerke fördern den Wissenstransfer unter den Bauern, bieten Trainings an und steigern Qualität und Effizienz im Anbau. Diese Maßnahmen helfen, die Erträge zu steigern und den Wasserverbrauch und Düngemittel zu reduzieren, was die externen Kosten weiter senkt.

Fairtrade und Bio

Bisher waren in Deutschland ausschließlich Fairtrade-Bananen auf biologischen Anbau erhältlich. Aber: „Nicht alle Bauern können auf Bio umstellen. Wir brauchen deshalb nicht nur die gute Biobanane, sondern die bessere konventionelle Banane, und die sollte das Fairtrade-Siegel tragen“, erklärt Overath. Fairtrade setzt seinen Schwerpunkt in der Verbesserung der ökonomischen und sozialen Lebens- und Arbeitsbedingungen der Produzenten. Dennoch wird mit zahlreichen Umweltkriterien in den Fairtrade-Standards das Ziel verfolgt, sämtliche landwirtschaftlichen Fairtrade-Produkte ressourcenschonend und umweltverträglich anzubauen. Insbesondere die Kriterien zum Einsatz von Pestiziden zählen zu den strengsten im Nachhaltigkeitssektor.

Mehr Marktzugang für Bananenpflanzer

In den Niederlanden bieten bereits mehrere Supermarktketten, wie zum Beispiel Plus und Spar, ausschließlich Fairtrade-Bananen aus biologischem oder konventionellem Anbau an, und auch in der Schweiz hat Coop bereits im Jahr 2004 auf 100 % Fairtrade-Bananen umgestellt. Fairtrade-Bananen aus konventionellem Anbau wurden bisher in Deutschland nicht angeboten. Dabei benötigen insbesondere Produzent*innen von herkömmlich angebauten Bananen Absatzkanäle, denn nur mit entsprechendem Absatz können sie von Fairtrade-Preis und -Prämie profitieren und langfristig in eine nachhaltige Zukunft investieren.

Neun von 10 Bananen verkaufen sich unter Wert

Am 28. September endet die diesjährige Bananenkampagne. In Bananenkostümen klären Fairtrade-Aktivisten bundesweit unter anderem in Schulen, auf öffentlichen Plätzen sowie in Veranstaltungen über die prekäre Situation im Bananenanbau auf. Produzenten aus Kolumbien geben Einblick in den Alltag der Bananenbauern. Verbraucher können bis zum 28. September auf der Aktionswebsite unter www.BananaFairday.de online ihre Stimme für die Supermarktkette abgeben, von der sie sich ebenfalls eine Umstellung auf 100 % Fairtrade-Bananen wünschen. Das Ergebnis wird am Banana Fairday am 28. September in Köln bekannt gegeben.