Die Kaffeekooperative Corcasan aus Nicaragua

Die Kooperative Corcasan (Cooperativa regional de Cafetaleros de San Juan del Rio Coco) liegt im Osten der Region Madriz in Nord-Nicaragua. Der Norden Nicaraguas ist geprägt von feuchttropischen Wäldern und dem Wechsel zwischen Trockenzeit von Dezember bis April und der Regenzeit von Mai bis November.

Corcasan hat sich zum Ziel gesetzt, unter Berücksichtigung der natürlichen Ressourcen und ohne Kinderarbeit hochwertigen Qualitätskaffee zu produzieren. Seit 2009 ist Corcasan Fairtrade-zertifiziert.

Kaffeekirschen am Strauch

Die Kaffeekooperative Corcasan aus Nicaragua

Cooperativa Regional de Cafetaleros de San Juan de Río Coco


San Juan del Rio Coco
Nicaragua

"Die Regierung hat sich keine Mühe gemacht, sich für kleine und mittlere Produzenten einzusetzen. Die Zertifizierung hat uns geholfen, Umweltbelastungen zu reduzieren und eine gute Produktqualität zu erreichen."

Der Kaffeebauer Salvador Ortez Matute ist Mitglied der Kooperative:

1994 wurde die Genossenschaft Corcasan von fast 90 Kleinbauern-Gruppen gegründet, die aus über 1300 Männern und rund 60 Frauen bestanden. Die Vision der Kaffeebauern und -bäuerinnen war es, eine Alternative zu den gegebenen Handelsbedingungen zu schaffen und sich durch die eigene Vermarktung ihrer Produkte unabhängig von den großen Kaffee-Unternehmen Nicaraguas zu machen, die den Markt hauptsächlich kontrollieren. Heute umfasst die Kooperative gut 250 Kleinbauern-Gemeinden und organisiert den Export ihres Kaffees selbst.

Der meiste Kaffee Nicaraguas wird über große Unternehmen verkauft. Zwischenhändler schmälerten lange Zeit die Gewinne für die Produzenten in der Region um San Juan del Rio Coco. Erst durch die Gründung der Kooperative und die Fairtrade-Zertifizierung verbesserten sich die Handelsbedingungen der Mitglieder: Fairtrade ermöglichte den Produzenten Zugang zum internationalen Markt auch ohne Zwischenhandel. Fairtrade fördert durch Kontakte zu den Importeuren die Kooperative.

Um den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden war es den Mitgliedern Corcasans ein großes Anliegen, Trainingsprogramme zu organisieren und die Produktionsqualität und -kapazität zu verbessern. Daher flossen erste Investitionen in ein Labor zur Kaffee-Verkostung und die Schulung von zwei Prüfern, die die Qualität des Kaffees kontrollieren. Neben Weiterbildungen in Qualitäts- und Produktivitätsmanagement werden auch Marketing-Fortbildungen gefördert.

 

Hand mit Kaffeekirschen
Ein zentrales Anliegen der Kooperative Corcasan ist es, das sensible Ökosystem und die artenreiche Umwelt, in der die Kaffee-Anbaugebiete liegen, besonders zu schützen. Deshalb entschlossen sich die Mitglieder dazu, zehn Prozent des Gesamtumsatzes in den Umweltschutz zu investieren. Zusätzlich zur Fairtrade-Zertifizierung arbeiten die Kaffeebauern intensiv daran, nachhaltige Anbauweisen zu fördern und Kaffee in Bioqualität zu erzeugen. Dies ist den Produzenten von Corcasan auch wichtig, um die Einzigartigkeit ihres Kaffees zu unterstreichen. Die Kaffeebauern und -bäuerinnen teilen die Überzeugung, dass sie durch ihr Engagement und ihre aktive Beteiligung etwas bewegen können: "Wir müssen vereint sein und uns gegenseitig stärken, um einer globalisierten Welt Stand halten zu können."

Zur Stärkung ihrer Unabhängigkeit baute die Kooperative Corcasan einen eigenen Trocknungsraum für die Kaffeebohnen sowie eine Rösterei.

 

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