Die Kaffee-Kooperative Fedecocagua in Guatemala

1969 beschlossen die Mitglieder von 19 Kooperativen, sich in der Federación de Cooperativas de Productores de Café de Guatemala zusammenzuschließen. Sie hatten verstanden, dass es ihnen nur dann gelingen würde, ihr Leben und das ihrer Familien zu verbessern, wenn sie sich geeint gegen die mächtigen Großhändler wehrten, die ihren Kaffee zu Niedrigstpreisen erwarben. Das Ziel der Fedecocagua ist es seither, den Mitgliedern zu helfen, ihre Produktion zu steigern und die Qualität des Kaffees zu verbessern. So verdienen sie mehr Geld und können nach und nach ihre Lebensbedingungen verbessern. Damit das gelingt, bietet die Fedecocagua eine ganze Reihe von Dienstleistungen an. Da geht es vor allem um Weiterbildung im technischen und administrativen Bereich, den Zugang zu Krediten, die Erschließung von neuen Märkten sowie die Verteidigung der Rechte der Kleinbauern. Heute ist die Fedecocagua die größte Kooperative Guatemalas.

Die Kaffee-Kooperative Fedecocagua in Guatemala

Federación de Cooperativas Agrícolas de Productores de Café


Guatemala

Diese Plantage konnte unter anderem dank der Fairtrade-Prämie saniert werden.

Rodolfo de León, Kleinproduzent der FEDECOCAGUA

1973 exportierte die Fedecocagua erstmals selbst den Kaffee ihrer Mitglieder. Die ersten 3 Container gingen nach Holland, im Rahmen einer neuen Initiative, die sich Gerechter Handel nannte. Doch schon bald erlitt die neue Genossenschaft Rückschläge. Mitte der siebziger Jahre stürzte der Kaffeepreis in den Keller, am 4. Februar 1976 erschütterte ein Erdbeben das Land mit schrecklichen Folgen und der Bürgerkrieg forderte vor allem zu Beginn der achtziger Jahre unzählige Opfer unter den Mitgliedern. Die Kooperativen standen im Sperrfeuer beider Lager: für die Armee waren sie subversive Organisationen, also "Kommunisten", für die Guerilla waren sie kleine Unternehmer, also "Klassenfeinde".

Heute gibt es in Guatemala nach wie vor Gewalt, Korruption, soziale Ungerechtigkeit und Armut. Doch die Fortschritte in den Kooperativen der Fedecocagua sind sichtbar und nachhaltig. Die Kaffee-Kooperative ermöglicht den Kleinbauern Zugang zu technischer Unterstützung, Weiterbildung und zum Finanzmarkt. In demokratisch organisierten Gremien entscheiden sie selbst über die Weiterentwicklung ihrer Genossenschaft. So beweist die Fedecocagua, dass die Guatemaltekinnen und Guatemalteken in der Lage sind, unternehmerisch zu handeln, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.

92 Kooperativen mit rund 23‘000 Mitgliedern in allen Landesteilen sind ihr heute angeschlossen und exportieren durch sie ihren Kaffee. Im letzten Jahr hat die Fedecocagua 225‘000 Säcke zu 69kg im Wert von ca. 60‘000‘000 $ nach Europa, Amerika und Asien exportiert. Dabei besitzt Fairtrade einen Marktanteil von aktuell 35%, welcher der Fedecocagua dabei hilft, in Guatemala ein Pfeiler des fairen Handels auf globaler Ebene zu sein.

 

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