Pressemitteilung

Internationale Charta des Fairen Handels definiert Vision für eine gerechtere Welt

Anlässlich des dritten Jahrestages der Verabschiedung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung feiert die Fair-Handels-Bewegung weltweit die Veröffentlichung ihrer neuen Internationalen Charta.

Internationale Vertreter*innen der Fair-Handels-Bewegung feiern die Prinzipien der Charta des Fairen Handels. Foto: Forum Fairer Handel/Andreas Müller

Die World Fair Trade Organization und Fairtrade International haben diese in den letzten Jahren unter Einbeziehung weiterer Fair-Handels-Akteure erarbeitet. Die Charta legt die grundlegenden Werte des Fairen Handels fest und definiert eine gemeinsame Vision zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (SDGs).

Viele Menschen verwenden die Begriffe „Fair Trade" oder „Fairer Handel“. Doch was ist damit konkret gemeint? Heute schließen sich weltweit mehr als 250 Organisationen zusammen, um die Internationale Charta des Fairen Handels und ihre gemeinsamen Werte und Vision einer gerechteren Welt sowie einer nachhaltigen Entwicklung zu verbreiten.

„Business as usual“ wird den notwendigen Schritt zur Umsetzung der SDGs nicht herbeiführen. Als diese am 25. September 2015 von der internationalen Staatengemeinschaft verabschiedet wurden, löste das eine Welle der Euphorie aus. Heute, am dritten Jahrestag der SDGs, sind wir von einem klaren Kurs zur Erreichung dieser globalen Ziele bis 2030 weit entfernt. Einige Studien zeigen sogar Rückschritte auf. So wächst die Zahl der Hungernden wieder nach einer langen Phase des Rückgangs. Das belegt ein aktueller Bericht der Vereinten Nationen, wonach weltweit jeder neunte Mensch unterernährt ist. Während die Weltwirtschaft gewachsen ist, zeigt der „World Inequality Report“, dass die Ungleichheit seit 1980 global stark angestiegen ist.

Mit ihrer Vision zeigt die Internationale Charta für Fairen Handel, dass ein anderer Weg möglich ist: eine Welt, in der Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung im Mittelpunkt der Handelsstrukturen, Geschäftsmodelle und -praktiken stehen, damit jeder durch seine Arbeit einen angemessenen und würdigen Lebensunterhalt erreichen und sein volles menschliches Potenzial entwickeln kann. Das hat eine wachsende Zahl verschiedener lokaler, nationaler und internationaler Organisationen aus Genossenschafts-,  Öko-  und Solidaritätsbewegungen anerkannt.

"Wir sehen, dass Ungleichheit und Armut zunehmen, weil die meisten konventionellen Unternehmen und der Handel den Profit über alles stellen. Der Faire Handel zeigt, dass ein anderer Weg möglich ist. Die neue Charta verdeutlicht, wie unsere Vision und Erfahrung dazu beitragen kann, Wirtschaft und Handel auf der ganzen Welt neu zu gestalten", erklärt Erinch Sahan, Geschäftsführer der World Fair Trade Organization.

Im Mittelpunkt der Internationalen Charta des Fairen Handels steht ein gemeinsames Verständnis davon, dass die Vorteile des globalen Handels gerechter zwischen Landwirt*innen, Arbeitnehmer*innen, Unternehmen und Verbraucher*innen verteilt werden müssen.

Dario Soto Abril, Vorstandsvorsitzender von Fairtrade International, betont: "Der Handel auf Augenhöhe kann und sollte als Instrument genutzt werden, soziale Ungerechtigkeiten zwischen den Ländern des globalen Südens und Nordens zu überwinden. Seit Jahrzehnten ist die Fair-Trade-Bewegung Vorreiter mit Ansätzen, die das Potenzial haben, die gesamte Weltwirtschaft zu verändern. Die Internationale Charta des Fairen Handels bietet einen Bezugspunkt und Inspiration für alle, die diesem Beispiel folgen wollen."

Die globale Fair-Handels-Bewegung fordert Entscheidungsträger*innen aus Politik und Wirtschaft, Bürger*innen sowie Verbraucher*innen auf, die Vision der Internationalen Charta des Fairen Handels zu übernehmen und ein globales Handelssystem zu schaffen, das von Lieferketten und Geschäftsmodellen geprägt ist, die niemanden zurücklassen.

Durch die Unterstützung von Fair-Handels-Produzent*innen und -Unternehmen, den Einsatz für einen gerechteren Welthandel und den Kauf von Produkten aus Fairem Handel können wir alle zu einer nachhaltigen und fairen Entwicklung beitragen. Damit geben wir der Welt eine realistische Chance, die Ziele zu erreichen, die sie sich vor drei Jahren mit der Agenda 2030 gesetzt hat.

Pressekontakt

Katrin Frank, Forum Fairer Handel e.V.,
Tel.: 030 - 28045 259, E-Mail: presse@forum-fairer-handel.de
Claudia Brück, TransFair e.V.,
Tel.: 0221 - 94204031, c.brueck@fairtrade-deutschland.de

Service

Die englische und deutsche Fassung der Internationalen Charta des Fairen Handels sowie ein Pressefoto erhalten Sie unter www.forum-fairer-handel.de/Presse zum Download. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.Fair-Trade.website

Unterstützer der Charta in Deutschland

In Deutschland wird die Internationale Charta des Fairen Handels von folgenden Organisationen unterstützt:

  • Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e.V. (agl)
  • BanaFair e.V.
  • Brot für die Welt
  • CHA DÔ Teehandels GmbH
  • Chotanagpurgruppe-Faire Handelsgesellschaft mbH
  • Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG)
  • dwp - die WeltPartner
  • EL PUENTE GmbH
  • FAIR BAND - Bundesverband für fairen Import und Vertrieb e.V.
  • FAIR-NETZ e.V. Netzwerk regionaler Fair-Handelszentren
  • Femnet e.V.
  • Forum Fairer Handel e.V.
  • Friedrich-Ebert-Stiftung
  • GEPA - The Fair Trade Company
  • GLOBO Fair Trade Partner GmbH
  • INKOTA-netzwerk
  • Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e.V.
  • Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB)
  • Kindermissionswerk „Die Sternsinger“
  • MISEREOR
  • Oikocredit
  • terre des hommes
  • Transfair e.V.
  • Welthungerhilfe
  • Weltladen-Dachverband e.V.

Über die World Fair Trade Organization

Die World Fair Trade Orgnanization ist ein globales Netzwerk von Produzenten- und Vermarktungs-Organisationen, Exporteuren, Importeuren, Groß- und Einzelhändlern, die sich zu 100 Prozent dem Fairen Handel verschrieben haben und die 10 Fair-Handels-Prinzipien der WFTO in ihrer Lieferkette anwenden. Die WFTO ist in über 70 Ländern in fünf Regionen (Afrika mit dem Nahen Osten, Asien, Europa, Lateinamerika und Nordamerika mit dem Pazifischen Raum) mit gewählten globalen und regionalen Vorständen vertreten. www.wfto.com

Über Fairtrade International

Faitrade International ist die Organisation, die das Fairtrade-Siegelsystem koordiniert. Sie befindet sich im gemeinsamen Besitz von drei regionalen Produzenten-Netzwerken (mit über 1.400 Organisationen in 73 Ländern, die gemäß der Fairtrade-Standards zertifiziert werden) und 19 nationalen Fairtrade-Organisationen, die die Lizenzen für das Fairtrade-Siegel vergeben und es bei Handelsunternehmen und Verbraucher*innen bewerben. www.fairtrade.net

Über das Forum Fairer Handel

Das Forum Fairer Handel e.V. (FFH) ist der Verband des Fairen Handels in Deutschland. Sein Ziel ist, das Profil des Fairen Handels zu schärfen, gemeinsame Forderungen gegenüber Politik und Handel durchzusetzen und eine stärkere Ausweitung des Fairen Handels zu erreichen. Das FFH versteht sich als die politische Stimme der Fair-Handels-Bewegung in Deutschland und setzt sich für veränderte Regeln für Handel und Landwirtschaft weltweit ein. Das FFH erhebt jährlich umfangreiche Daten zu Umsätzen und Absatzmengen des Fairen Handels, auf deren Grundlage sich aktuelle Trends und Entwicklungen des Fairen Handels in Deutschland einschätzen lassen. Einmal im Jahr veranstaltet das Forum Fairer Handel die Faire Woche – die größte Aktionswoche des Fairen Handels in Deutschland.

Die Mitglieder des Forum Fairer Handel sind Organisationen, die ausschließlich im Fairen Handel arbeiten, und Akteure, die die Förderung des Fairen Handels als einen der Schwerpunkte ihrer Arbeit ansehen: die Fair-Handels-Importeure GEPA – The Fair Trade Company, EL PUENTE, dwp – die WeltPartner, BanaFair e.V. und GLOBO – Fair Trade Partner; der Weltladen-Dachverband e. V., außerdem Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V. , FAIR BAND – Bundesverband für fairen Import und Vertrieb e.V. sowie Dr. Bronner's Europe als vorläufiges Mitglied. Ein breites Netzwerk von Partnerorganisationen arbeitet in den Arbeitsgruppen des Forum Fairer Handel mit. www.forum-fairer-handel.de