Geschlechtergerechtigkeit in den Fairtrade-Standards

Fairtrade fördert gezielt die Gleichstellung von Frauen und Männern

Bananen-Arbeiter*innen auf einer Fairtrade-Farm

Die Fairtrade-Standards bilden das Regelwerk, das Kleinbauernorganisationen, Plantagen und Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette einhalten. Sie umfassen neben sozialen, ökologischen und ökonomischen Kriterien eine Vielzahl von Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern.

Der Fairtrade-Standard für lohnabhängig Beschäftige

Der Fairtrade-Standard für lohnabhängig Beschäftigte bezieht sich auf vor allem auf die Produktionsverhältnisse auf Bananen, Tee-, und Blumenplantagen. Er baut auf den Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO) und vergleichbarer Dokumente der Vereinten Nationen auf. Darunter fallen Kriterien wie:

  • Gesundheits- und Arbeitsschutz
  • Sicherheit am Arbeitsplatz
  • Organisations- und Vereinigungsfreiheit, z.B. in Gewerkschaften
  • gleiche Rechte und Löhne für Saison- und Wanderarbeiter
  • Diskriminierungsverbot
  • Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit
  • gleicher Lohn für gleiche Arbeit für Frauen und Männer
  • die Zahlung von gesetzlichen Mindestlöhnen
  • die Verpflichtung, über schrittweise Anhebung mittel- bis langfristig existenzsichernde Löhne zu erreichen

Der Fairtrade-Standard für Kleinbauernorganisationen

Der Fairtrade-Standard für Kleinbauernorganisationen regelt die Organisationsstruktur der Kooperativen, den Anbau der Produkte, die Arbeits- sowie die Handelsbedingungen. Dabei bezieht er sich jeweils auf die ökologische, soziale und ökonomische Dimension und umfasst unter anderem die folgenden Kriterien:

  • Die Kleinbauern-Organisationen müssen demokratisch organisiert sein
  • Jedem Mitglied muss es möglich sein, an Entscheidungsprozessen innerhalb der Organisation mitzuwirken
  • Vorfinanzierung: Bis zu 60% der vertraglich vereinbarten Abnahmemenge muss bei Bedarf durch den Aufkäufer vorfinanziert werden
  • Die Kleinbauernorganisationen bekommen für ihre Ware einen festgelegten Mindestpreis, falls der aktuelle Weltmarktpreis darunter liegt
  • Die Kleinbauernorganisationen bekommen eine Fairtrade-Prämie, über deren Verwendung sie selbst demokratisch entscheiden
  • Verbot von Diskriminierung sowie Zwangs- und Kinderarbeit

Um die Standardanforderungen zu erfüllen, bilden viele Kooperativen und Plantagen im Fairtrade-System sogenannte „gender-committees“, die sich explizit um Frauenförderung kümmern.