Blick hinter die Produkte zu den Menschen, die sie anbauen

Fairtrade Bio-Kaffee – Quality made in Bolivia  

Sara Villalba Quighua, Kaffeeproduzentin bei CORACA, Bolivien:

„Eine intakte Umwelt, in der wir weiter unseren Kaffee anbauen können und in der wir alle unsere Lebensqualität verbessern können – das ist für mich das Wichtigste.“

Im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern produziert Bolivien eine sehr kleine Menge Kaffee. Doch wird der bolivianische Hochlandkaffee von Kaffee-Expert*innen sehr geschätzt. Besonders, wenn er von Kleinbäuerinnen und -bauern stammt, die fair und in Bio-Qualität anbauen, so wie Sara Villalba Quighua. Erfahre mehr darüber, wie sich Saras Leben durch Fairtrade verändert hat.

Sara Villalba Quighu hat das Kaffeehandwerk von ihrem Vater gelernt und baut in der Kooperative CORACA seit fünf Jahren ihren eigenen Kaffee an.

Rund 60 Kleinbäuerinnen und -bauern umfasst die Kooperative, die zwischen sechs und acht Container Fairtrade Bio-Kaffee im Jahr produziert. Saras Ertrag ist zwar verhältnismäßig klein, dennoch profitiert sie im selben Maße wie alle Mitglieder der Kooperative von den Vorteilen, die der faire Handel bietet. So verwendet CORACA etwa die Fairtrade-Prämie, um die Kaffeeproduktion und die Qualität der Bohnen zu verbessern, aber auch für Zwecke abseits des Kaffees.

„Wir verwenden die Prämie auch, um die Bedürftigsten in der Kooperative zu unterstützen oder um unserer Gesundheitsversorgung zu verbessern“, erläutert Sara. Auf die Frage, wie sich ihr Leben und das ihrer Gemeinde durch Fairtrade verändert hat, verdeutlicht die junge Frau, wie wichtig vor allem der finanzielle Aspekt für die Familien ist: „Wir bekommen bessere Preise für unseren Kaffee. Die Kinder von CORACA können heute Dank der besseren Einkommen ihrer Eltern die Schule beenden, viele von uns gehen sogar zum Studieren an die Universität.“ Die Lebensqualität habe sich allgemein verbessert, erzählt sie. „Früher haben wir gerade so überlebt, jetzt können wir uns kleine Annehmlichkeiten leisten.“

Und die Bäuerinnen und -bauern von CORACA legen alles daran, damit das auch so bleibt. Ihr Kaffee gilt als herausragend und wird von internationalen Expert*innen geschätzt.

Mehr Sicherheit, mehr Perspektiven

Roberto Gallo, Bananenarbeiter bei APBOSMAM, Peru

„Unsere Arbeit ist hart, aber wir kümmern uns umeinander. Wir machen Sozialarbeit, das Personal wurde geschult. Ohne Fairtrade hätte es keinen Sinn, Bananenbauer zu sein.“

Der Bananenanbau, seit Jahren gebeutelt durch Preisdumping und gestiegene Exportkosten, steht vor vielen Herausforderungen. Erfahre mehr über den Weg von Fairtrade-Bananenarbeiter* zu existenzsichernden Löhnen.

Der Bananenanbau, seit Jahren gebeutelt durch Preisdumping und gestiegene Exportkosten, steht vor vielen Herausforderungen.

Die meisten Beschäftigten der Branche haben kein angemessenes Einkommen. Denn obwohl auf Bananenplantagen vieler Anbauländern staatliche Mindestlöhne gelten, sind diese längst nicht immer existenzsichernd – Ausgaben für Bildung, medizinische Versorgung oder gar Rücklagen für Notsituationen sind kaum möglich. Darum hat Fairtrade 2021 einen Grundlohn für Beschäftigte im Bananenanbau eingeführt: Alle zertifizierten Plantagen haben sich verpflichtet, ihren Beschäftigten mindestens 70 Prozent eines existenzsichernden Nettolohnes zu zahlen und die Löhne nach und nach zu steigern.

Vor allem Arbeiter*innen in der Dominikanischen Republik und Westafrika profitieren von diesem wichtigen Schritt auf dem Weg zu existenzsichernden Einkommen. Das neue Grundgehalt bedeutet für die dortigen Beschäftigten eine durchschnittliche Lohnerhöhung von bis zu 15 Prozent. Insgesamt profitieren über 12.000 Beschäftigte von der neuen Regel – etwa die Hälfte aller Fairtrade-Bananenarbeiter*innen weltweit.