Hintergrund
Wie Fairtrade für bessere Bedingungen im Kakaoanbau kämpft

Benachteiligung im Kakaohandel bewirkt Perspektivlosigkeit und Armut, eine der Hauptursachen für Kinderarbeit. Der faire Handel will dem ein Ende setzen: durch faire, existenzsichernde Preise, die die Produktions- und Lebenshaltungskosten der Kakaobäuer*innen und ihrer Familien decken.



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Warum braucht es eine Sweet Revolution?

14 Millionen Menschen bestreiten ihren Lebensunterhalt mit der Produktion von Kakao. Schätzungsweise 90 Prozent des weltweit produzierten Kakaos stammt von Familienbetrieben, die oft nur kleine Felder von weniger als fünf Hektar bewirtschaften und für ihre Produkte oft viel zu niedrige Preise erhalten, die unter dem eigentlichen Marktwert liegen. Fairtrade bietet den Kleinbauernfamilien mit seinem Standard- und Beratungssystem die Möglichkeit, ihre Arbeits- und Lebensqualität zu steigern und in eine nachhaltige Zukunft zu investieren. Dah Oho Gboklela ist eine von rund 322.000 Kakaobäuerinnen und -bauern, die Mitglied in einer Fairtrade-zertifizierten Kooperative ist. Wir erzählen dir ihre Geschichte.
 

„Wer morgen noch Schokolade essen möchte, muss heute Kakaobäuerinnen und -bauern angemessen bezahlen.“
Kakao-Produzentin Dah Oho Gboklela von der Fairtrade-Kooperative ECAKOG

 

Wir kämpfen gegen:

Kakaobauernfamilien verdienen so wenig, dass sie unter der Armutsgrenze leben.

  • Wusstest du, dass Fairtrade das einzige Standardsystem ist, das mit einem Mindestpreis und zusätzlichen Prämien gegen Armut kämpft?
  • Die zusätzliche Prämie verbessert die Lebenssituation der Bauernfamilien sowie ihrer Dorfgemeinschaften, indem in Gesundheit, Bildung, Umwelt, Ökonomie usw. investiert wird. Die Bauernfamilien entscheiden in einem demokratischen Prozess selbst darüber, wofür die Prämie genau verwendet werden soll.

Kinder leiden besonders unter Armut. Oft müssen sie arbeiten und können nicht zur Schule gehen.

  • Wusstest du, dass Fairtrade auf Prävention setzt? Kinderarbeit soll verhindert werden, bevor sie entsteht. Liegt eine Fairtrade-Produzentenorganisation in einem Land, in dem die Wahrscheinlichkeit von Kinderarbeit sehr hoch ist, muss die Organisation Präventionsmaßnahmen ergreifen. Hierzu gehört beispielsweise die Einführung eines internen Kontrollsystems, um Risiken für Kinder frühzeitig zu erkennen und proaktiv tätig zu werden.

Junge Menschen landen auf der Suche nach profitablen Alternativen häufig in den Slums der Großstädte.

  • Wusstest du, dass Fairtrade mit einer langfristig angelegten Strategie auf ein existenzsicherndes Einkommen hinarbeitet? Diese beinhaltet noch höhere Preise und Schulungen in Diversifizierung sowie guten landwirtschaftlichen Praktiken.
  • Engagierte Handelspartner wie Tony‘s Chocolonely, REWE sowie die belgischen Unternehmen Oxfam Fair Trade und Chocolaterie Belvas zahlen den Kakaobauernfamilien bereits ein existenzsicherndes Einkommen. Ein langfristiges Lidl-Projekt in Ghana ermöglicht ebenfalls ein zusätzliches Einkommen für Kakaobauernfamilien.

Etablierte Strukturen im Welthandel benachteiligen die Kakaobauernfamilien.

  • Wusstest du, dass Fairtrade sich nicht nur vor Ort für eine Stärkung der Bauernfamilien einsetzt, sondern auch hierzulande mit verstärkter politischer Arbeit, bspw. im Forum nachhaltiger Kakao (GISCO)?

Darum Fair: Für bessere Bedingungen im Kakaohandel

Für alle, die genauer wissen wollen, was Fairtrade unternimmt, um Armut, Kinderarbeit, Perspektivlosigkeit und Benachteiligung im Kakaohandel zu bekämpfen, empfehlen wir einen Blick in unser Kakao-Factsheet. Wer tiefer in die Thematik eintauchen möchte, erfährt mehr in unserem Kakao-Dossier und im "Extra" vom 12. November, der Sonderbeilage der Wochenzeitung "der Freitag".

Zu den Aktionsmaterialien

Unsere politschen Forderungen

Aus unserem Kampf gegen Armut, Kinderarbeit, Perspektivlosingkeit und Benachteiligung speisen sich unsere politischen Ziele im Kakaosektor:

  • Eine kontinuierliche und schnellstmögliche Weiterentwicklung der Unternehmensverantwortung für ihre Lieferketten, immer im Sinne einer Stärkung der kleinbäuerlichen Strukturen und aktiver lokaler Mitgestaltung,
  • die Verankerung von existenzsichernden Einkommen in Kakao-Lieferketten und die entsprechende Etablierung der Preisdebatte („wahre Kosten“), innerhalb derer wir die Fairtrade-Mindestpreis- und die Prämienhöhe kontinuierlich weiter verhandeln und die nach Möglichkeit weiter steigen müssen bis zu einem Punkt, an dem sie durch positive Marktentwicklungen überflüssig geworden sind,
  • solange die Fairtrade-Zertifizierung signifikante Vorteile für die Kakao-Produzentengruppen bietet und ein fairer Handel auf anderen Wegen nicht erreicht ist, politische Unterstützung für höhere Mengen an Fairtrade-zertifiziertem Kakao im deutschen Markt, sowie
  • konkrete Verbesserungen der politischen Rahmenbedingungen durch:
    • verbindliche HRDD-Gesetze, die Vorgaben für existenzsichernde Einkommen und Handelspraktiken beinhalten und Kakao als Risikosektor zur besonderen Beachtung ausweisen
    • die Weiterentwicklung des Wettbewerbsrecht um Nachhaltigkeitsaspekte, damit Sektor-Initiativen kooperieren können
    • Handels- und Partnerschaftsabkommen mit den Produzentenländern zur Stärkung nachhaltiger Produktion und Implementierung flankierender Maßnahmen
    • Maßnahmen zum Ausgleich der ungleichen Machtverteilung in den Lieferketten.

 

 Mit Felix ins Land des Kakaos

Die Elfenbeinküste ist der weltweit größte Produzent von Kakao.
Rund zwei Millionen Tonnen exportiert das Land jährlich.

Etwa zwölf Prozent davon, circa 244.000 Tonnen, gehen allein nach Deutschland.
Damit ist die Elfenbeinküste der wichtigste Kakao-Produzent für unsere Schokolade.  

Um mehr über die Situation der rund 800.000 Kakaobäuerinnen und -bauern im Land zu erfahren,
reisten wir 2018 mit YouTuber Felix von der Laden in das westafrikanische Land.

Seine Erlebnisse kannst du dir auf YouTube anschauen:

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Noch mehr über seine Erlebnisse in der Elfenbeinküste erfahren?

Hier geht's zur Webdoku: 
www.felix-reisen-fuer-den-fairen-handel.de
 

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