IFC - Rückblick 2016

Blick auf den Konferenzsaal mit Besuchern der International Fairtrade Conference

Globale Lieferketten nachhaltig "gestalten". Unter diesem Zukunftsdiskurs fand am 3. März 2016 in der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin zum sechsten Mal die International Fairtrade Conference (IFC) statt.

Verantwortung in globalen Lieferketten durchsetzen – aber wie?

Wie neue Nachhaltigkeitsansätze zu besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Anbauländern und zu qualitativ hochwertigen Produkten führen, darüber diskutierten in Berlin Akteure aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft.

Unter den Sprechern der Konferenz waren unter anderem Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Andreas Huber, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft Club of Rome, sowie Matthias Berninger, Leiter Public Policy bei Mars Inc. und Almut Feller, Leiterin Institutional & Corporate Affairs, Ferrero Deutschland GmbH.

Die Internationale Fairtrade Conference 2016 in Berlin - eine Zusammenfassung in Bildern

Larry Attipoe (International Development Director, Fairtrade International) stellte die neue internationale Offensive "Fairtrade Roadmap 2020" vor und Dieter Overath (Geschäftsführender Vorstandsvorsitzender von TransFair) präsentierte den Kongressteilnehmern die jüngsten Entwicklungen und Erfolge im Fairtrade-System. Kooperationspartner der Veranstaltung ist der Deutsche Fachverlag.

Eindrücke von der International Fairtrade Conference 2016

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz konnten durch umfangreiche Vorträge ihre Erfahrungen miteinander austauschen und ihre Zusammenarbeit im Dialog festigen.

Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium sieht es als Aufgabe, das Klimaabkommen von Paris und die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in die globale Wirtschaft zu übersetzen: "Der faire Handel ist Vorbild und Wegweiser, wie nachhaltige Entwicklung in der Praxis innovativ und partizipativ umgesetzt werden kann."

"Mit dem Klimaabkommen von Paris und den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen liegen uns zwei neue und umfassende Weltzukunftsverträge vor. Die große Aufgabe ist es nun, diese vom Papier in unser nationales und globales Wirtschaften und in unsere politische Agenda zu übersetzen. Der faire Handel ist Vorbild und Wegweiser, wie nachhaltige Entwicklung in der Praxis innovativ und partizipativ umgesetzt werden kann."

Fairtrade als wertvolle Plattform

Abishek Jani, Geschäftsführer der Fairtrade Foundation Indien hebt hervor, dass Fairtrade mit über 20 Jahren Erfahrung in der Arbeit mit benachteiligten Produzenten eine innovative und wirkungsvolle Plattform darstellt, den wirtschaftlichen Wandel in Asien nachhaltig voranzubringen.

Sandra Bätge, M.A., Wissenschaftlerin am Ceval-Institut in Saarbrücken, erforscht neben der Wirkung von Fairtrade auf Menschen im globalen Süden nun auch Veränderungen, die der faire Handel möglicherweise für Konsumenten und Handel in Deutschland gebracht hat.

"Globale Lieferketten fair zu gestalten, ist eine Verantwortung aller Beteiligten", sagt Dieter Overath, TransFair-Vorstandsvorsitzender. "Für Händler und Hersteller steckt dahinter der Wunsch ihre Lieferketten zu sichern. Wir sind überzeugt, dass das nur durch eine konkrete Verbesserung der Situation für die Kleinbauern und Arbeiter vor Ort möglich ist." Er bestätigte seine Forderung, den Anbau attraktiver zu machen, damit junge Menschen in den Produzentenländern nachhaltig unter besseren Bedingungen arbeiten und leben können. Wege und Ansätze, Veränderungen in die Tat umzusetzen, wurden im Rahmen der Konferenz aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und diskutiert.

Im Anschluss an die Konferenz fand die Preisverleihung der Fairtrade-Awards für herausragenden Einsatz für den fairen Handel im Berliner Ellington Hotel statt.