Fairtrade-Award - Rückblick 2016

Auszeichnungsfeier in Berlin

Gruppenbild der Gewinner und Teilnehmer des Fairtrade-Award 2016

In Berlin verlieh TransFair am 3. März 2016 zum fünften Mal die Fairtrade-Awards für herausragenden Einsatz für den Fairen Handel.

„Fairtrade rückt die Welt ein bisschen näher zusammen“, sagte Anke Engelke, die durch den Gala-Abend führte. „Die Preisträger aus Nord und Süd zeigen uns, dass fairer Handel in allen Bereichen Platz hat: Vom Anfang der Lieferkette, über den Konsum bis zur 'Verdauung' bei Kunst und Kultur“.

Keine leichte Aufgabe für die Jury, die aus der Vielfalt der Bewerbungen die Gewinner in den Kategorien Hersteller, Handel und Zivilgesellschaft wählten. „Alle Nominierten setzen sich wirklich vorbildlich für den fairen Handel ein“, sagte Dieter Overath, TransFair-Vorstandsvorsitzender und Jury-Mitglied des Fairtrade-Awards. „Es war ein spannender aber auch ein diskussionsreicher Prozess, sich auf die Gewinner zu einigen.“

Am 3. März 2016 verlieh TransFair zum fünften Mal die Fairtrade-Awards

Der Publikumspreisträger wurde im Vorfeld online gewählt. Erstmalig wurden im Rahmen der Gala auch die Internationalen Fairtrade Awards an die engagierteste Kleinbauernorganisation, das überzeugendste Prämienkomitee einer Plantage sowie den international größten „Fairtrade Fan“ vergeben.

Eindrücke vom Fairtrade-Award 2016

Die Gewinner


Die Hersteller übernehmen im System des Fairen Handels eine wichtige Rolle. Denn Produkte, die unter fairen Bedingungen in Asien, Lateinamerika oder Afrika produziert werden, müssen nach Europa importiert und weiter verarbeitet werden. Und dies so attraktiv, dass sie auch eine Kundschaft auf dem deutschen Markt finden. Über 270 Hersteller haben es sich derzeit in Deutschland zur Aufgabe gemacht, bei der Herstellung ihrer Produkte auf faire Waren zurückzugreifen.

Kategorie "Hersteller"

1. Platz – Ethletic - Fair Deal Trading GmbH

Ethletic stellt fair produzierte Sneaker aus Fairtrade-Biobaumwolle her. Der erste Schuh, der das Fairtrade-Siegel tragen durfte und der erste Fußball mit Fairtrade-Siegel entsprang diesem Unternehmen.

2. Platz (1/2) – Breitsamer + Ulrich GmbH

Breitsamer + Ulrich GmbH überzeugte die Fairtrade-Award-Jury durch langjähriges, aber auch innovatives Engagement für fair gehandelten Honig um mehr Transparenz und Nachhaltigkeit.

2. Platz (2/2) – Jan Spille Schmuck Atelier

Seit 2003 verarbeitet Jan Spille fair gehandeltes Gold und Silber und engagiert sich aktiv für nachhaltige Bedingungen bei der Edelmetallgewinnung.


Der Handel ist das Nadelöhr für jedes Produkt, das auf den Markt kommt. Das gilt auch und vor allem für fair gehandelte Waren, die sich im Wettbewerb behaupten wollen.

Die Jury zeichnete jene aus, die besonders gute Wege gefunden haben, fair gehandelte Produkte zum Endverbraucher zu bringen.

Kategorie "Handel"

1. Platz – Lidl Stiftung & Co. KG

Die Lidl Stiftung führte 2006 als erster Händler in Deutschland bundesweit Fairtrade-zertifizierte Produkte ein. Neben dem kontinuierlichen Ausbau des Fairtrade Angebots unterstützt das Handelsunternehmen auch direkt Partnerprojekte in den Ursprungsländern.

2. Platz – Rewe Boppard

Der Rewe-Markt in Boppard führt bereits seit 1993 fair gehandelte Produkte. Das Angebot wird von regelmäßigen Verkostungsaktionen, Sponsoring von fairen Bällen für den örtlichen Sportverein oder fairen Blumengrüße an die Kunden begleitet.

3. Platz – Pakka AG

In konstanter und persönlicher Zusammenarbeit mit dem Südpartner Fair Trade Alliance Kerala (FTAK) konnte Pakka AG den Vertrieb eines Bio und Fairtrade zertifizierten Kokosnussöl verwirklichen, welches komplett und inklusive Verpackung aus dem Ursprungsland kommt.


In der Kategorie "Zivilgesellschaft" sieht man, dass der Faire Handel mehr ist als ein anerkanntes Siegel auf einer Verpackung. Der Faire Handel lebt von der Vielzahl engagierter Bürgerinnen und Bürger, die sich Tag für Tag einsetzen, ihn zu verbessern und bekannter zu machen.

Die Gewiner in dieser Kategorie spiegeln das umfangreiche und vielfältige Engagement von Organisationen, Kampagnen und Personen wider.

Kategorie "Zivilgesellschaft"

1. Platz – Aktionsbündnis Faire Uni Saar

Seit Mai 2014 ist die Universität Saarbrücken die erste Fairtrade-University in Deutschland. Und diese Erfahrung gibt das Aktionsbündnis bundesweit an interessierte Hochschulen weiter.

2. Platz – AG Fairtrade-Insel Langeoog

Das Projekt "Langeoog als Multiplikator für Fairtrade" nutzt die Urlaubsstimmung und Zeit, um Menschen für Fairtrade zu begeistern und ihnen den Gedanken fairen Handelns nahezubringen.

3. Platz – Künstler für Gerechtigkeit

"Global Playerz" ist ein buntes, schrilles und vergnügliches Musical, das das komplexe Thema Globalisierung und Verantwortung auf jugendgerechte Weise erklärt und Mut und Lust macht, selbst aktiv und kreativ zu werden.


Es war das dritte Mal, dass der Fairtrade Award in der Kategorie Publikumspreis verliehen wurde. Über zwei Monate hinweg stimmten Besucher der TransFair-Webseite und Facebook-Seite darüber ab, welcher der Wettbewerbsteilnehmer Preisträger wird.

Kategorie "Publikumspreis"

1. Platz – Confiserie Hans Riegelein & Sohn

Hans Riegelein & Sohn GmbH & Co. KG überzeugte das Fairtrade-Publikum mit seiner Vorreiterrolle für den Einsatz von nachhaltigem Kakao. Riegelein ist der erste Markenhersteller für Schokolade, der sich zu einer 100 prozentige Umstellung auf Fairtrade-zertifizierten Kakao verpflichtet hat. Mit diesem Engagement setzt die Confiserie ein deutliches Zeichen für den fairen Handel - für über 750 Artikel in Deutschland und in über 50 Exportländern weltweit.

Mit über 2.500 Stimmen gewinnt Riegelein den Publikumspreis des Fairtrade-Awards 2016.


Erstmalig wurden in Berlin auch die Internationalen Fairtrade Awards verliehen. Die überzeugendsten Prämienkomitees stammen aus Äthiopien, Indien und Kolumbien.

Kategorie "Premium Committees Of The Year"

Fundación de Trabajadores de Comercio Justo de Urabá (FUNTRAJUSTO)

Die Kooperative Funtrajusto produziert Fairtrade-Bananen in Kolumbien, Lateinamerika.

United Nilgiri Tea Estates Company Limited (UNTEA)

Die Tee-Kooperative UNTEA ist in Tamil Nadu, im Süden Indiens beheimatet.

Yirgacheffe Coffee Farmers Cooperative Union

Die Bäuerinnen und -bauern von Yirgacheffe produzieren im westafrikanischen Äthiopien Kaffee für den Fairen Handel.


Die engagiertesten Kleinbauernorganisationen kommen aus Honduras, Kolumbien und Malawi.

Im Rahmen der Internationalen Fairtrade Awards wurden sie für ihre beispielhafte Arbeit ausgezeichnet.

Kategorie "Small Producer Organisation Of The Year"

Cooperatica Cafetalera Capucas Limitada (COCAFCAL)

Die Kooperative COCAFCAL produziert Fairtrade-Kaffee in Honduras, Lateinamerika.

Small Organic Farmers’ Association (SOFA)

Die Tee- und Gewürz-Kooperative SOFA ist in der Bergregion Kandy im asiatischen Sri Lanka beheimatet.

Sukambizi Association Trust (SAT)

Die Bäuerinnen und -bauern von Sukambizi produzieren am Mount Mulanje im südlichen Malawi Tee für den Fairen Handel.

Die Jury 2016

Die Jury des Fairtrade-Awards bestand aus Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Handel, Verbraucherschutz und entwicklungspolitischen Organisationen:

Jurymitglieder zum Fairtrade-Award 2016
Jurymitglieder zum Fairtrade-Award 2016

Kai Falk: Handelsverband Deutschland (HDE): Geschäftsführer für Kommunikation und Nachhaltigkeit

Helmut Fischer: Bundministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Leiter des Referats 115, Nachhaltigkeitsstandards

Klaus Mehler: Deutscher Fachverlag GmbH, Chefredakteur, LZ-Direkt und Der Handel

Dieter Overath: TransFair e. V., Vorstandsvorsitzender

Ulrike Schell: Verbraucherzentrale NRW, Bereichsleiterin Ernährung und Umwelt

Heike Spielmans: VENRO e.V, Geschäftsführerin