Gäste aus Kolumbien

Informationen zur Rundreise und Portraits von Sandra Palacios Martínez und Sol Maria Toro Arcos.

Sierra Nevada in Kolumbien

Fairer Handel schafft Perspektiven! Im Rahmen der Fairen Woche 2017 und zum Coffee Fairday freute sich TransFair e.V. auf den Besuch von Sandra Palacio Martínez und Sol Maria Toro aus Kolumbien. Als Kaffeeproduzentin und Geschäftsführerin der Kaffeekooperative COOAGRONEVADA berichtet Sandra Palacio Martínez von den Herausforderungen im Kaffeeanbau. Begleitet wurde sie von Sol Maria Toro einer Koordinatorin für Kolumbien im Produzentennetzwerk CLAC.

Sandra Palacios Martínez

Leiterin von COOAGRONEVADA aus Kolumbien

Vom 15. bis 29. September 2017 wird Sandra Palacios Martínez, die schon mit 18 Jahren die Kaffeefarm ihres Vaters übernahm und damit als Frau vor großen Herausforderungen stand, über ihre Erfahrungen und die Arbeit der Kaffee-Kooperative in Kolumbien berichten.

Sandra Palacios Martínez ist Leiterin der Organisation Cooperativa de Caficultores y Agricultores de la Sierra Nevada de Santa Marta, kurz: COOAGRONEVADA. Die Kooperative wurde 2007 von einer kleinen Gruppe Kaffeeproduzenten und deren Familien gegründet. Sie liegt in der gebirgigen Region Sierra Nevada, im Norden Kolumbiens an der karibischen Küste. Im Laufe der Zeit ist die Mitgliederzahl der Organisation auf 78 Familien gewachsen. Besonders am Herzen liegt Sandra Palacios die Förderung und Beteiligung von Frauen im Kaffeegeschäft. Bereits heute sind in der Kooperative Frauen zu einem Drittel aktiv vertreten.

Seit  2010 ist COOAGRONEVADA Fairtrade-zertifiziert und fördert seine Mitglieder in der Kaffeeproduktion durch Weiterbildung. Ziel ist die beste Produktqualität und Ansehen am nationalen und internationalen Kaffeemarkt zu erreichen.

„Ich bin stolz auf das Wachstum und die weltweite Anerkennung des Fairtrade-zertifizierten Kaffees von COOAGRONEVADA in den letzten sieben Jahren. Mit dem Kauf von unseren Produkten unterstützen Konsumenten die Verbesserung der Lebensqualität von Kleinbauernfamilien und den Schutz der Umwelt.“

Sandra Palacios Martínez

Darüber hinaus fördert die Kooperative eine umweltschonende Produktion und Biodiversität im Anbau, basierend auf dem Prinzip der Agroforstwirtschaft. So wächst der Kaffee zwischen einer Vielzahl verschiedener Bäume und Gewächse, wie beispielsweise Bananenstauden, Walnuss-, Avocado- und Orangenbäumen. Neben dem Kaffeeanbau und deren Weiterverarbeitung wird auch Honig als Nebenprodukt hergestellt.

Fairtrade bedeutet für COOAGRONEVADA  ethische Handelsbeziehungen  aufzubauen und  das Leben der an der Produktion beteiligten Menschen und Familien zu verbessern. Durch die Fairtrade-Prämien konnten sie bereits verschiedene Projekte verwirklichen, wie z.B. die Steigerung der Produktqualität und Ressourcenschutz. So wurde ein Wasseraufbereitungssystem entwickelt, welches nur 5 statt 40 Liter Wasser zur Reinigung eines Kilos grüner Kaffeebohnen verbraucht.

Sol Maria Toro Arcos

CLAC -Koordinatorin aus Kolumbien

Sol

Sol Maria Toro Arcos arbeitet als Koordinatorin im Produzentennetzwerk CLAC für Kolumbien. Sie unterstützt die Produzentinnen und Produzenten in ihrer Region mit Rat und Tat in Sachen Zertifizierung Fortbildungen und Finanzierungsmöglichkeiten. Für Sol  Maria Toro steht die Stärkung der kolumbianischen Produzent*innen und die Verbesserung der Lebensumstände an erster Stelle. Fairtrade spielt dabei eine entscheidende Rolle.

„Fairtrade ist nicht nur ein Zertifikat – für Produzent*innen bedeutet es eine Veränderung der Lebensumstände! Fairtrade ist Teil meines Lebens sowie Teil des Lebens unserer Produzent*innen. Ich habe gesehen, wie sie Tag für Tag auf der Suche nach Stärkung sind, um ein würdevolles Leben zu erreichen.“- Sol Maria Toro

Produzentinnen und Produzenten sind über das Produzentennetzwerk der CLAC an allen Entscheidungen beteiligt, die im Fairtrade-System getroffen werden. Sie entscheiden mit über wichtige Weichenstellungen für ihre eigene Zukunft.

“Die Herausforderung der CLAC-Koordinatoren besteht darin, die Kooperativen auf dem Weg zur nachhaltigen Entwicklung zu stärken.“

Sol Maria Toro

Die CLAC ist das traditionsreichste Fairtrade-Produzenten-Netzwerk und als Organisation zuständig für Kleinbauernkooperativen in Lateinamerika und der Karibik. 1996 gegründet, vertritt das Netzwerk diese von einem Verwaltungsbüro in El Salvador aus. Von dort aus managed die CLAC die Beratungs- und Unterstützung Angebote für die Produzentenorganisationen und kümmert sich auch um die politische Lobbyarbeit in Lateinamerika.  In den einzelnen lateinamerikanischen Ländern sind die Produzentenorganisationen außerdem in unabhängigen, nationalen Netzwerken organisiert, den sog. „Coordinadoras nacionales“.