Inhaltsbereich: TransFair-Chronik
TransFair - Chronik
1992: Der 1991 gegründete Verein »AG Kleinbauernkaffee e.V.«, wird in »TransFair e.V.« umbenannt. Die Gründungsmitglieder sind Bischöfliches Hilfswerk Misereor e.V., DGB Bildungswerk e.V., Die Verbraucher Initiative e.V., Christliche Initiative Romero e.V., Aktion Dritte Welt Handel, Arbeitsgemeinschaft Dritte Welt Läden e.V., Quäker-Hilfe e.V., Kirchlicher Entwicklungsdienst, Aktion Arme Welt, Friedrich-Ebert-Stiftung e.V., Frente de Cafetaleros Solidarios de América Latina und Wirtschaftsstelle Evangelischer Missionsgesellschaft. Der mit dem Aufbau der Organisation beauftragte Geschäftsführer Dieter Overath gibt im Juni die Umbenennung des Vereins in einem Interview mit dem WDR bekannt. Dabei wird das neue Siegel des Vereins vorgestellt. Erster Lizenznehmer von TransFair wird die Gepa und der Edeka Markt in Minden nimmt als erster Supermarkt Deutschlands ein TransFair gesiegeltes Produkt in sein Sortiment auf: Schirmer-Kaffee.
1993: Die Aktion »TransFair-Kaffee in die Supermärkte« der Katholischen Frauen Deutschlands (KFD) und Evangelische Frauen in Deutschland (EFID) im Rahmen des Weltgebetstages hatte Folgen: Als erste Handelskette bietet Rewe den fairen Kaffee bundesweit an. Andere Händler folgen, so dass TransFair-Kaffee innerhalb kurzer Zeit in über 20.000 Supermärkten angeboten wird. Erstmals ist TransFair auch mit einem eigenen Stand auf der Nahrungs-und Genussmittel-Ausstellung Anuga vertreten. Auf der Messe erhält Geschäftsführer Dieter Overath Unterstützung von dem Schauspieler Willy Millowitsch, Moderator Jean Pütz und Eduardo Delgado, einem Produzenten aus Costa Rica. Erste Erfolge stellen sich ein: Bereits eine Million TransFair-gesiegelte Kaffeepäckchen sind verkauft worden. Der bekannte Kaffeeröster J. J. Darboven wird Lizenznehmer.
1994: Waren es bislang ausschließlich Kleinbäuerinnen und –bauern denen TransFair Zugang zum Fairen Handel ermöglichte, erweitert TransFair seine Standards 1994 auch auf Plantagenprodukte. Die Einführung von gesiegeltem Tee ein Jahr später ist die Folge und mit der Teekanne kommt ein bekannter Markenartikler an Bord.
Wie alles begann - in Bildern von 1992 - 1999







1995: In Tutzingen lädt TransFair zur ersten internationalen Produzentenversammlung. Außerdem fällt der Startschuss zum TransFair-Promotorennetzwerk: Freiwillige Unterstützer, die in ihrer Region Informationsveranstaltungen für den Fairen Handel durchführen.
1996: Nach der Einführung von Kakao und Zucker ein Jahr zuvor fehlt TransFair natürlich auch nicht auf der internationalen Süßwarenmesse ISM in Köln. Bundespräsident Roman Herzog besucht eine TransFair-Partnerorganisation in Nicaragua und der Umsatz mit TransFair-gesiegelten Produkten knackt erstmals die 100 Millionen DM-Marke.
1997: In Bonn wird die Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) gegründet, was in den folgenden Jahren weitreichende Folgen im Bezug auf Standardsetzung, Zertifizierung und Internationalisierung des gesamten Fairtrade-Systems haben wird. Einführung eines neuen Produkts: TransFair-gesiegelter Honig ist erstmals auf dem deutschen Markt erhältlich. Außerdem ist TransFair auf dem evangelischen Kirchentag vertreten.
1998: Die Kaffeepreise befinden sich weltweit auf dem Tiefstand und erschweren die Suche nach neuen Handelspartnern. Zweiter Schock: Im Herbst zerstört Hurrikan Mitch die Fairtrade-Bananenanbaugebiete in der Dominikanischen Republik. Die gerade erst eingeführte TransFair-Banane »verschwindet« vorrübergehend vom deutschen Markt.
1999: TransFair bekommt Zuwachs: Einführung des Rugmark-Siegels für Teppiche, die ohne illegale Kinderarbeit geknüpft wurden. Zur Einführung des TransFair-Orangensafts erklimmt Norbert Blüm Orangenbäume und die TransFair-Aktionswochen bei Karstadt mit Unterstützung des Umweltministers Jürgen Trittin werden zu einem großen Erfolg.
Rückblick 2000 - 2007







2000: Schwere Zeiten für TransFair: Nach den Kaffeepreisen fallen 2000 die Kakaopreise in den Keller. Kleinbäuerinnen und -bauern sind gezwungen ihre Felder aufzugeben. Viele verlassen ihr Land und flüchten in die Slums der großen Städte. Unfairer Fernsehangriff: Zweifelhafte Reportage über die Arbeit von TransFair. Zur Richtigstellung reist TransFair gemeinsam mit Norbert Blüm zu der Kakaokooperative Kuapa Kokoo nach Ghana.
2001: Kaffeebauern ziehen vor die Jacobs-Zentrale nach Bremen und fordern eine »faire Krönung«. Im September 2001 organisieren die Akteure des Fairen Handels in Deutschland erstmalig gemeinsam eine »Faire Woche«, unterstützt von MISEREOR und dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED). Neuss wird Faire Hauptstadt und TransFair-Kaffee erhält Einzug in den Deutschen Bundestag.
2002: TransFair wird zehn und zu einem Empfang bei Bundespräsident Johannes Rau eingeladen. Passend dazu schenkt das Schloss Bellevue ausschließlich fair gehandelten Kaffee, Tee und Orangensaft aus. TransFair organisiert sich gemeinsam mit Fair-Handels-Importeuren und weiteren Akteuren des Fairen Handels im »Forum Fairen Handel«, um Kampagnen zu organisieren und politische Ziele voranzubringen.
2003: Vielbeachteter Start der Logoumstellung in Berlin mit drei Bundesministern: Im Zuge der Internationalisierung einigen sich die 19 Siegelorganisation auf das heute noch aktuelle grün-blaue Fairtrade-Logo – in Deutschland zunächst noch unter Beibehaltung der Wortmarke »TransFair«. Der Fußball wird als erstes Non-Food Produkt fair gehandelt und Mariele Millowitsch feiert den Verkauf von einer Million Liter Orangensaft bei Rewe. Start der Informationskampagne »fair feels good.«. TransFair erhält staatliche Unterstützung für die Entwicklung neuer Produkte und dem Aufbau eines Großverbraucherbereichs für Fairtrade-Produkte.
2004: Einführung von Fairtrade-Wein und hervorragende Testergebnisse: Fairtrade-Produkte belegen Spitzenplätze bei Stiftung Warentest und Öko-Test. Über 100 Firmen nutzen mittlerweile das Fairtrade-Siegel und Kaiser’s Tengelmann nimmt die Fairtrade-Banane wieder in sein Sortiment auf.
2005: Zur Einführung der Fairtrade-Blumen empfängt UN-Exekutivdirektor Klaus Töpfer eine Fairtrade-Delegation in Nairobi und in Berlin freut sich Bundespräsident Horst Köhler über die ersten fair gehandelten Rosen aus Afrika. Fernsehkoch Johann Lafer lädt TransFair Geschäftsführer Dieter Overath zum gemeinsamen Kochen mit Fairtrade-Produkten in seine Sendung ein.
2006: Neue Produkte und großes Wachstum: Reis und Zucker erweitern das Fairtrade-Sortiment. Insgesamt das stärkste Wachstumsjahr mit einem Absatzplus von 100 Prozent. Weitere Erfolge bietet der Außer-Haus-Markt: Die Bäckereikette Gilgens und Air Berlin stellen ebenso auf Fairtrade-Kaffee um, wie mehrere Uni-Mensen und Firmenkantinen.
2007: Einführung von Eis und Baumwolle und Übertragung der Zertifizierungsaufgaben an FLO-CERT. Im Fairtrade-Siegel wird künftig auf die Wortmarke »TransFair« verzichtet. Zwischenbilanz nach 15 Jahren: Über 100.000 Tonnen verkauft Fairtrade-gesiegelte Produkte erzielten einen Umsatz von 850 Millionen Euro. Die Partnergruppen in den Entwicklungsländern erhielten so 200 Millionen Euro Direkteinnahmen.
TransFair in Bildern: 2008 bis heute







2008: Die Finanzkrise verstärkt die wirtschaftliche Notlage der Menschen in den ärmsten Ländern. Trotz Krise: 50 Prozent Steigerung bei TransFair und 50 neue Fairtrade-Produkte auf dem deutschen Markt. Neben Lidl bieten auch Penny und Netto Fairtrade-Produkte an. Cosma Shiva Hagen reist mit TransFair nach Burkina Faso zu Fairtrade-Baumwollbauernfamilien. Zum ersten Mal wird ein Vertreter von TransFair zu einer offiziellen Delegationsreise des Bundesratspräsidenten eingeladen. Beim »Banana-Day« werden eine Million Fairtrade-Bananen gegessen und gekauft.
2009: Beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis gewinnt TransFair den Preis in der Kategorie »Deutschlands nachhaltigste Produkte/Dienstleistungen«. Die Fairtrade-Towns Kampagne startet in Deutschland und Saarbrücken wird erste Fairtrade-Stadt, acht weitere folgen noch im gleichen Jahr. Zusammen mit UNICEF und Eva Padberg setzt TransFair ein Zeichen gegen Kinderarbeit im Baumwollanbau und der Textilindustrie. Während der achten Fairen Woche finden erstmals über 3.000 Aktionen in ganz Deutschland statt. TransFair verleiht erstmals den Fairtrade-Award im Rahmen der Internationalen Fairtrade Conference (IFC) in Berlin.
2010: Die Kampagne »Internationales Fairtrade-Frühstück« feiert mit 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Deutschland eine erfolgreiche Premiere. Neun prominente Persönlichkeiten werden mit der Botschafterkampagne für Fairtrade aktiv – in Szene gesetzt von Fotograf Jim Rakete. Die Kult-Eis-Marke Ben&Jerry’s stellt ebenso auf Fairtrade um wie Starbucks all seine Espresso-basierten Getränke. Die Kampagne Fairtrade-Towns wird von der Initiative »Deutschland – Land der Ideen« und dem Rat für Nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. Mit der Steigerung auf 340 Millionen Euro hat sich der Umsatz von Fairtrade-Produkten seit 2002 versiebenfacht.
2011: Mehr Mitsprache und neue Standards: Fairtrade-Produzenten erhalten 50 Prozent der Stimmen im Fairtrade-System und durch das New Standards Framework (NSF) werden die Fairtrade-Standards verständlicher und berücksichtigen das lokale Lebensumfeld der Produzenten noch stärker.
Die Kampagne Fairtrade-Towns erreicht einen ersten Höhepunkt: Über 1.000 Fairtrade-Towns sind es mittlerweile weltweit. Die Faire Woche feiert ihr 10jähriges Jubiläum und knackt dabei alle Rekorde. Als Highlight zum Abschluss stellt TransFair einen neuen Weltrekord im fairen Kaffeetrinken auf: 501.788 Tassen an einem Tag bei über 1.000 Veranstaltungen in der ganzen Bundesrepublik.
Präsent und bekannt: Über 1.900 verschiedene Fairtrade-Produkte werden von 180 Lizenznehmern in 36.000 Supermärkten, Bioläden und Weltläden sowie rund 18.000 gastronomischen Einrichtungen angeboten. Nach der neusten Verbraucherumfrage des Instituts GlobeScan kennen bereits 69 Prozent der Befragten das Fairtrade-Siegel und 93 Prozent halten es für vertrauenswürdig.
