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Chronik des Fairen Handels

Wie alles anfing
Der Faire Handel hat eine gewaltige Entwicklung hingelegt: Anfangs konnten Konsumenten fair gehandelten Kaffee nur im Weltladen oder auf dem Kirchenbasar kaufen. Den weltweit ersten fair produzierten Kaffee hatte 1973 die niederländische Stiftung S.O.S. Wereldhandel nach Holland importiert; die Bohnen stammten von einer guatemaltekischen Kleinbauernvereinigung.
Fairtrade im Aufwind
Heute, über drei Jahrzehnte später, gibt es Fairtrade-Kaffee fast in jedem Lebensmittelladen. Aber nicht nur der Kaffee hat Einzug in die Regale unsere Supermärkte erhalten: War der Faire Handel in seinen Anfängen auf Kunsthandwerk oder klassische Kolonialwaren wie Kaffee und Bananen beschränkt, können Konsumenten heute in Deutschland zwischen vielen Produkten wählen: 150 Partnerfirmen bieten rund 1.000 Fairtrade-gesiegelte Produkte an, die bundesweit in über 30.000 Geschäften, Weltläden und Bioläden sowie in über 15.000 gastronomischen Betrieben erhältlich sind.
Etappen der Erfolgsgeschichte
Aus der Solidaritäts-Initiative einiger weniger Menschen ist eine gut organisierte, weltumspannende Bewegung entstanden. Hier stellen wir Ihnen einige der wichtigsten Etappen dieser Erfolgsgeschichte vor:
1946: Self Help Crafts (heute Ten Thousand Villages) verkauft in den USA Handarbeiten aus Puerto Rico
1958: In den USA eröffnet der erste Laden mit fair gehandelter Ware
1964: Die englische Hilfsorganisation Oxfam gründet mit Oxfam Trading eine eigene Handelsgesellschaft
1973: Die niederländische Stiftung S.O.S. Wereldhandel importiert den weltweit ersten fair produzierten Kaffee aus Guatemala
1984: Gründung der European Fair Trade Association (EFTA)
Sechs Jahrzehnte Fairer Handel - die Akteure im Portrait







1988: Start der Siegelinitiative Max Havelaar in Holland. Fair gehandelter Kaffee wird zum ersten Mal in Supermärkten verkauft
1989: Gründung der International Fair Trade Association (IFAT)
1992: Der Verein TransFair nimmt in Deutschland seine Arbeit auf, ebenso wie TransFair in Österreich (heute Fairtrade Österreich) und die MaxHavelaar Stiftung in der Schweiz
1994: Gründung des Netzwerkes europäischer Weltläden (NEWS!)
1997: Gründung der Fairtrade Labelling Organizations International (FLO)
2000: Das englische Städtchen Garstang wird zur ersten Fairtrade-Town
2000: Acht Fairtrade- und Umweltschutzinitiativen, darunter FLO und die Rainforest Alliance, gründen die International Social and Environmental Accreditation and Labelling Alliance (ISEAL)
2001: EFTA, FLO, IFAT und NEWS! verabschieden eine gemeinsame Definitiondes Fairen Handels
2002: FLO präsentiert das internationale Fairtrade-Siegel (Fairtrade Certification Mark)
2004: IFAT präsentiert das Logo Fair Trade Organization Mark
2004: FLO teilt sich auf in: FLO (Standards und Produzentenunterstützung) und FLO-CERT (Inspektionen und Zertifizierung)
2007: Vertreter von Produzentengruppen treten dem FLO-Direktorium bei
2008: Mit Fairtrade-zertifizierten Produkten werden in Deutschland mehr als 213 Millionen Euro umgesetzt. (Schweiz 168, Österreich 65 Millionen Euro)
2009: IFAT wird in World Fair Trade Organization (WFTO) umbenannt
2009: Saarbrücken wird die erste deutsche Fairtrade-Town
2010: Der Umsatz von Fairtrade-Produkten steigt um 27 Prozent auf 340 Millionen Euro. Mehr als 7.200 Tonnen Fairtrade-Kaffee werden in Deutschland verkauft.
