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Fairtrade Africa bei TransFair

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens von TransFair sind Chief Adam Tampuri und Michael Nkonu vom Produzentnetzwerk Fairtrade Afrika zu Gast in Deutschland.

19.06.2012

Der Apell ist deutlich. „Die Stimme der Produzenten darf nicht überhört werden. Wir müssen unseren Kurs selbst bestimmen können.“ Chief Adam Tampuri ist Vorstandsvorsitzender des Produzentennetzwerks Fairtrade Africa, das seit 2005 die Interessen der afrikanischen Produzenten vertritt. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens von TransFair sind er und der Geschäftsführer Michael Nkonu zu Gast in Deutschland. Fast 60 Prozent der Bauern und Arbeiter im Fairtrade-System leben auf dem afrikanischen Kontinent. Ihnen Gehör zu verschaffen ist existenziell, damit Hilfe zur Selbsthilfe funktioniert. „Die Produzentenorganisationen haben durch Fairtrade große Entwicklungsschritte gemacht“, erklärte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath. „Auf internationaler Ebene setzen wir ‚Empowerment‘ dadurch um, dass die Produzenten gleichwertig an Entscheidungsprozessen mitwirken und Fairtrade mit gestalten.“


Höhere Absätze für mehr Prämien


Rund 700.000 Menschen arbeiten in Afrika unter Fairtrade-Bedingungen. Trotz des hohen Anteils fließt der Großteil der Fairtrade-Prämie nach Lateinamerika, wo die absatzstarken Kaffee- und Bananen-Kooperativen sitzen, nur knapp 27 Prozent der Prämien gehen nach Afrika. „Kakaobauern aus Ghana oder der Elfenbeinküste können oft nur einen kleinen Teil ihrer Ernte zu Fairtrade-Bedingungen verkaufen, weil die Nachfrage nicht groß genug ist“, erläuterte Overath, „für Kaffee und Bananen aus Lateinamerika ist der Absatzmarkt größer. Auch auf dem deutschen Markt fehlen noch große Markenartikler für Kakaoprodukte. In Großbritannien haben bekannte Markenartikler auf Fairtrade umgestellt. Das sichert Absätze für die Produzenten. Hier muss Deutschland nachziehen.“


Afrika rundherum und innendrin: Chancen des Süd-zu-Süd Handels


In Ländern wie Südafrika und Kenia etabliert sich zunehmend eine bürgerliche Mittelschicht und öffnet neue Absatzchancen für Fairtrade. Größter Erfolg bisher: Ende 2011 stellte Cadbury sein Vollmilch-Schokoladensortiment in Südafrika auf Fairtrade um. Anfang 2012 folgte die Umstellung in Kenia. Alle Produktionsschritte, vom Anbau über Verarbeitung bis zur Verpackung, finden auf afrikanischem Boden statt. „Die Umstellung ist ein wichtiger Schritt für Fairtrade Africas Vision, Verbrauchern in Afrika zu ermöglichen, Produzenten ihres eigenen Landes zu unterstützen”, erklärte Michael Nkonu. Für ihn ist Fairtrade ein Gewinn für alle: „Fairtrade sorgt dafür, dass Konsumenten Produkte kaufen können, die in Einklang mit ihren Werten und Prinzipien stehen. Das leistet einen Beitrag zu einer gerechteren Welt.”


Klimawandel stellt Fairtrade vor Herausforderungen

Seit einem Jahr ist Chief Adam Tampuri Vorstand von Fairtrade Africa. Der Cashew-Bauer aus Ghana kennt die Probleme, denen Kleinbauern gegenüberstehen. Einen Tag vor Beginn des Klimagipfels Rio+20 appellierte Tampuri an die Entscheidungsträger, schnell und konkret Handlungsschritte einzuleiten, um den Klimawandel zu bremsen und Entwicklungsländern bei der Anpassung zu helfen: „Durch die lange Dürre im vergangenen Jahr mussten alle Bauern in der Region, in der ich lebe, starke Ertragsverluste hinnehmen. Das hat uns und unsere Familien in eine sehr verletzliche Position gebracht.“ Für ihn ist ökologische Nachhaltigkeit nur Hand in Hand mit Armutsbekämpfung erreichbar. Ein Instrument dafür ist die Fairtrade-Prämie. Sie ermöglicht Produzentenorganisationen in Umweltschutz und ressourcenschonende Anbaumethoden zu investieren, darunter Wasser-Aufbereitungsanlagen, Erosionsschutz- oder Aufforstungsprojekte.


Faire Woche: Fair Handeln – Zukunft gestalten

Zum elften Mal findet in Deutschland vom 14. bis 28. September die Faire Woche statt. Mit Events, Verkostungen und Mitmach-Aktionen rufen die Veranstalter zu fairen Handelsalternativen auf. Auch bei der Fairen Woche haben Produzentenvertreter eine wichtige Stimme: Gast von TransFair ist dann Felicia Evangelista del Rosario von der Fairtrade-zertifizierten Kakao-Organisation Conacado aus der Dominikanischen Republik. Gemeinsam produzieren die Mitgliedskooperativen von Concado etwa 25 Prozent des gesamten Kakaos der Insel. Auch am „Schoko-Tag“ am 20. September dreht sich alles die „Speise der Götter“. Bundesweit ruft TransFair dazu auf, sich von seiner fairen Schokoladenseite zu zeigen und beim Einkauf auf fair gehandelte Süßwaren umzusteigen.

Ein ausführliches Interview mit Michael Nkonu und weitere Informationen zu Fairtrade Africa finden Sie in unserer digitalen Pressemappe

 

Abbildung - Chief Adams (l.) und Michael Nkonu bei TransFair in Köln

Für Michael Nkonu (r.) ist Fairtrade ein Gewinn für alle: „Fairtrade sorgt dafür, dass Konsumenten Produkte kaufen können, die in Einklang mit ihren Werten und Prinzipien stehen. Das leistet einen Beitrag zu einer gerechteren Welt.”

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