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FAQ
Die am häufigsten gestellten Fragen zu Fairtrade und TransFair
Fairtrade-Produkte
Generell können nur die Produkte ein Fairtrade-Siegel tragen, für die es Fairtrade-Standards gibt. Die Fairtrade-Standards werden von der Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) in Bonn entwickelt.
Fairtrade-Produkte gibt es vor allem unter den klassischen Kolonialwaren wie Kaffee, Tee oder Bananen. Neben Lebensmitteln gibt es auch einige Non-Food-Produktgruppen (Produkte die keine Lebensmittel sind) wie zum Beispiel Blumen, Textilien aus Baumwolle oder Sportbälle, die das Fairtrade-Siegel tragen.
Inzwischen gibt es 19 verschiedene Produktkategorien wie Kaffee, Tee, Bananen, frische Früchte, Nüsse & Öle, Kräuter & Gewürze, Kakao oder Baumwolle zu denen es Fairtrade-Standards gibt.
Unter dem Navigationpunkt Produzenten finden Sie Informationen über die verschiedenen Produkte und Produktgruppen.
Alle Fairtrade-Standards (in Englisch) finden Sie auf der Website von FLO:
Fairtrade-Standards
Welche Produkte mit Fairtrade-Siegel gibt es in Deutschland?
Eine Produktdatenbank mit Fairtrade-Produkten, die in Deutschland erhältlich sind finden Sie unter: Produkte/Produktdatenbank
Einige Organisationen engagieren sich seit vielen Jahren für den Fairen Handel. Viele dieser Organisationen gründeten sich lange bevor die Fairtrade-Zertifizierung überhaupt ins Leben gerufen wurde. Zum Teil bieten diese Unternehmen oder Organisationen auch Produkte an, für die es noch keine Fairtrade-Standards gibt – wie zum Beispiel Kunsthandwerk.
Fairer Handel oder „fair gehandelt“ ist kein geschützter Begriff. Bei Produkten, die den Anspruch erheben, fair gehandelt zu sein, ist es wichtig genau nachzufragen, worauf sich dieser Anspruch gründet. Nur das Fairtrade-Siegel unterliegt unabhängigen Prüfungen und garantiert die Einhaltung festgelegter Standards. Wenn Sie sichergehen wollen, dass kleinbäuerliche Familien und abhängig Beschäftigte auf Plantagen ihre Produkte unter fairen Bedingungen verkaufen, halten Sie Ausschau nach Produkten mit dem Fairtrade-Siegel oder kaufen Sie im Weltladen ein!
Fairtrade-Produkte gibt es inzwischen in ca. 42.000 Supermärkten, Weltläden und Bioläden so wie in 20.000 gastronomischen Betrieben. In der Fairtrade-Produktdatenbank finden Sie fast alle Produkte und ihre Verkaufsstellen. Falls die Verkaufsstellen nicht ausdrücklich genannt werden, wenden Sie sich bitte an den Hersteller. Die Emailadresse finden Sie ebenfalls in der Produktdatenbank.
Unter Unternehmen – Partner-Firmen finden Sie eine Liste aller registrierter Unternehmen, die den Einzelhandel beliefern. Eine Liste unserer Vertragspartner im Außer-Haus-Bereich finden Sie unter Unternehmen – Außer-Haus-Markt – Partner-Firmen.
Links zum Thema:
Liste aller Fairtrade-Partnerfirmen
Liste aller Fairtrade-Partnerfirmen im Außer-Haus-Markt
Kontakt für den Bereich "Außer-Haus-Markt"
Kontakt für den Bereich "Lebensmitteleinzelhandel"
Sprechen Sie mit Mitarbeitern oder dem Geschäftsführer und bitten Sie ihn, Fairtrade-Produkte in das Sortiment aufzunehmen. Informieren Sie die Verkäuferinnen, Verkäufer und die Geschäftsleitung über das Fairtrade-Siegel. Hierfür eignen sich besonders die Fairtrade-Informationsbroschüren, die auf unserer Webseite unter Materialien heruntergeladen oder kostenlos bestellt werden können.
Links zum Thema:
Da TransFair nicht mit Produkten handelt, können wir leider keine Produktproben zur Verfügung stellen. Ihre Anfragen für Produktproben müssen Sie an die jeweiligen Unternehmen und Hersteller von Tee, Kaffee, Zucker oder Schokolade stellen. Wir können leider nicht versprechen, dass diese Firmen kostenlos Produktproben zur Verfügung stellen können.
Eine Liste aller Firmen, die mit Fairtrade-Produkten handeln finden Sie hier:
Das System der Fairtrade-Zertifizierung wurde ursprünglich für Produkte des Rohstoffmarktes entwickelt. Es ist sehr schwierig, dieses Modell standardisierter Mindestpreise an kunsthandwerkliche und andere spezielle Produkte anzupassen. Denn die Situation kleingewerblicher Kunsthandwerker und Handwerker ist jeweils einzigartig. Kunsthandwerkliche Produkte bestehen oft aus verschiedenen Materialien und sind in ihren Produktionsprozessen und -kosten völlig verschieden. Die Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) arbeitet jedoch zusammen mit der World Fair Trade Organization (WFTO) an möglichen Lösungen für ein Zertifizierungsprogramm im kunsthandwerklichen Bereich.
In naher Zukunft wird es jedoch keine Fairtrade-Standards für kunstwerkhandliche Produkte geben, die die Grundlage für eine Fairtrade-Zertifizierung darstellen.
Gleichwohl sind viele fair gehandelte kunsthandwerkliche Produkte ohne Fairtrade-Zertifizierung in den bundesweiten Weltläden erhältlich [www.weltladen.de]
Tabak kann weder aus sozialer noch aus gesundheitlicher oder ökologischer Sicht als ethisch vertretbares Produkt bezeichnet werden und kommt deshalb für Fairtrade grundsätzlich nicht in Frage.
Erwiesenermaßen ist Tabakkonsum bereits in kleinsten Mengen gesundheitsschädlich. Er macht abhängig und gefährdet nicht nur die Gesundheit der Konsumenten sondern auch der Produzenten in den Anbauländern.
Tabakanbau verdrängt in einigen afrikanischen Ländern wie zum Beispiel Malawi oder Simbabwe zunehmend den Nahrungsmittelanbau, so dass die Bevölkerung dort verstärkt auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen ist.
Die Umweltbilanz des Tabakanbaus ist verheerend, denn für die Anbauflächen und das Holz für die Tabaktrocknung werden tropische Regen- und Trockenwälder abgeholzt. Um ein Kilogramm Tabak zu trocken, werden rund 160 kg Holz verbrannt. Als Faustregel gilt: Ein durchschnittlicher deutscher Raucher vernichtet alle drei Monate einen Tropenbaum (www.alles-ueber-tabak.de). Durch den Tabakanbau wurden bereits große Teile des so genannten Miombo-Trockenwaldes im südöstlichen Afrika zerstört (zum Beispiel in Malawi, Sambia, Simbabwe, Mosambik oder Tansania).
Der Faire Handel entwickelt sich kontinuierlich weiter. Dazu gehört auch die Diskussion um den so genannten „fairen Handel im Norden“. Es gibt Produzenten im Norden, die beispielsweise durch Konzentrationsprozesse bei Milchproduzenten und - verarbeitern, benachteiligt sein können. Jedoch geht es bei dem in diesem Kontext gebrauchten Begriff „fair“ aber nicht vorrangig um Armutsbekämpfung. Es geht vielmehr um die Einhaltung von z.B. Sozialgesetzgebung oder Tarifrecht – also eigentlich „korrektem Verhalten“, was ohnehin selbstverständlich sein sollte.
Die Ausdehnung des klassischen Fairen Handels auf den „Norden“ ist unserer Ansicht nach nur mit erheblichen finanziellen und personellen Ressourcen möglich – Ressourcen, die Fairtrade lieber in die Stärkung der klassischen Zielgruppen des Fairen Handels im „Süden“ investiert. Unsichere Rohstoffmärkte, Finanzkrise, Globalisierung, Klimawandel und nur geringe Fortschritte bei der Armutsbekämpfung erfordern dies mehr denn je. TransFair als auch unser Dachverband Fairtrade International (FLO e.V.) sehen daher aktuell keinen Grund das „Süd-Konzept“ des Fairen Handels auf den „Norden“ auszudehnen.
Standards und Zertifizierung
Rund 70 Prozent der Kaffeebauern weltweit sind Kleinbauern. Und genau diese leiden besonders unter den Schwierigkeiten des konventionellen Weltmarktes. Das wichtigste Ziel von Fairtrade ist es, den benachteiligten Produzenten einen Marktzugang zu ermöglichen. Daher wurde auf weltweiter Ebene beschlossen, nur nachhaltig angebauten Kaffee von Kaffee-Kleinbauern-Organisationen anzubieten.
Fairtrade-Mindestpreis und Fairtrade-Prämie verstehen sich nicht als bestimmter Prozentsatz des End-Handelspreises, der zwischen Produkthersteller und Einzelhandel ausgehandelt wird und den die Verbraucherinnen und Verbraucher im Laden bezahlen.
Das Fairtrade-Siegel garantiert, dass die Produzenten-Organisationen einen festgelegten Mindestpreis sowie eine Fairtrade-Prämie zur Finanzierung von Gemeinschafts-Projekten erhalten. Die festgelegten Fairtrade-Preise gelten für den Verkauf des Produktes von der Produzentenorganisation an das nächste Glied in der Handelskette (üblicherweise den Exporteur oder Importeur). Der Fairtrade-Mindestpreis deckt die Kosten einer Produktion unter nachhaltiger Anbauweise.
Wie entsteht der Preis für ein Fairtrade-Produkt?
Zusätzlich zu den Rohproduktpreisen fallen für den Händler weitere Kosten an. Diese sind zum Beispiel Ausgaben für Verpackung, Versand, Vertrieb oder Werbung. Jeder Hersteller erstellt dann seine individuelle Produktkalkulation, die sich nach der Kostenstruktur und der gewünschten Gewinnmarge richtet. Daraus errechnet sich dann der so genannte Einstandspreis für die Abgabe an den Handel.
Der jeweilige Händler (oder die Handelskette) ermittelt unter Berücksichtigung der eigenen Kostenstruktur, einer Handelsspanne und der Mehrwertsteuer den Endverbraucherpreis.
Die Unterschiede in den Endverbraucherpreisen werden durch die Beteiligung verschiedener Akteure an der Wertschöpfungskette sowie deren Marktverhalten beeinflusst. Dies gilt für alle Handelspartner, die sich im Wettbewerb befinden, und ist keineswegs ein Phänomen des Fairen Handels.
TransFair hat keinen Einfluss noch Einblick auf die Preisgestaltung im Verkaufsregal.
Eine Tabelle mit Mindestpreisen und Fairtrade-Prämien finden Sie auf der Website von FLO (Fairtrade Labelling Organizations International). Dort können Sie genau nachlesen, welchen Preis die Produzenten-Organisationen für Ihre Produkte erhalten
Mindestpreise / Fairtrade-Prämie von FLO (engl. / 132 KB)
Für einige Produktgruppen sind die Fairtrade-Mindestpreise weltweit gültig. Für andere Produkte gelten jedoch Länder- oder Regions-spezifische Preise. Grund dafür: Die Preise richten sich nach den Produktionskosten, die rund um die Welt stark variieren.
Die Nachfrage nach Mindestpreisen für neue Produkte, für die noch kein Preis festgelegt wurde, steigt stetig. Daher tendiert die zuständige Stelle für Standardentwicklung der Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) – die FLO-Standards Unit – dazu, die Mindestpreise regional festzulegen, anstatt einen weltweit gültigen Preis vorzuschreiben. Der Prozess der Preisfestlegung ist regional schneller zu bewältigen, als einen weltweiten Mindestpreis zu ermitteln.
Das Festlegen eines Mindestpreises setzt aufwendige Untersuchungen und Beratungen voraus. Die Entscheidung einen weltweiten Mindestpreis oder regionale Preise zuzulassen, ist stark von der Produktions- und Anbauweise des jeweiligen Produkts abhängig. Der Mindestpreis soll schließlich die Kosten für eine nachhaltige Produktion decken.
Letztendlich richtet sich die Entscheidung, ob ein weltweiter oder ein regionaler Mindestpreis festgelegt wird, danach, von welcher Lösung die Produzentinnen und Produzenten am meisten profitieren.
Link zum Thema:
Fairtrade-Mindestpreise von FLO (engl. / 132 KB)
Für die meisten Produkte schreiben die Fairtrade-Standards einen festen Mindestpreis vor. Dieser muss von den Händlern direkt an die Produzenten-Kooperativen oder Plantagen ausgezahlt werden. Für bestimmte Produkte jedoch – wie einige Kräuter und Gewürze, Rohrzucker oder einige Teesorten (Kamelie, Kamille, Hibiskus, Minze), die auf Plantagen angebaut werden – gibt Fairtrade keinen festen Mindestpreis vor. Die frei ausgehandelten Preise sollen aber die Kosten einer nachhaltigen Produktion decken. Die ausgehandelten Löhne für Arbeiter und Arbeiterinnen dürfen nicht niedriger sein, als die gesetzlichen oder lokalen Mindestlöhne.
Die Standards beinhalten jedoch immer – egal um welches Produkt es sich handelt – eine Fairtrade-Prämie, die den Produzenten-Gruppen und einem gemeinsamen Komitee aus Arbeitern, Arbeiterinnen und dem Management der Plantage (der so genannte Joint Body) zusätzlich ausgezahlt werden muss. Diese Prämie ist unabhängig von der Existenz eines Mindestpreises und bildet eines der wichtigsten Elemente von Fairtrade. Sie ermöglicht es den Produzenten verschiedene Projekte zu finanzieren, die der Gemeinschaft zu Gute kommen. Zum Beispiel den Bau einer Schule, einer Kantine, Investitionen in die Gesundheitsvorsorge oder in die Infrastruktur der Gemeinde. Dadurch wird die Lebens- und Arbeitssituation der Menschen vor Ort nachhaltig verbessert.
Gute Gründe für den Verzicht auf Mindestpreise:
Der Verzicht auf einen Fairtrade-Mindestpreis dient letztendlich dazu, dass so viele Bauern und Bäuerinnen wie möglich am Fairen Handel teilhaben und neue Produkte aus unterschiedlichen Ländern Fairtrade-zertifiziert werden können. So wird ein schneller und einfacher Einstieg ins Fairtrade-System ermöglicht. Wichtig ist, dass nur auf einen Mindestpreis verzichtet wird, wenn auch die Bauern und Bäuerinnen oder die abhängig Beschäftigten von der Entscheidung profitieren und dieser zustimmen.
Eine der wichtigsten Aufgaben von Fairtrade ist es, die Interessen und Bedürfnisse von Kleinbäuerinnen und -bauern zu schützen. Aus diesem Grund behält es sich Fairtrade vor, auf Bitte von Produzentenorganisationen doch noch einen Mindestpreis festzulegen. Zum Beispiel wenn es vermehrt zu Schwierigkeiten bei der Preisverhandlung gekommen ist oder die Situation am Weltmarkt zu starken Preisschwankungen führt.
Auch sogenannte Mischprodukte, die mehrere Fairtrade-Bestandteile enthalten, können mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet werden.
Eine Tafel Schokolade zum Beispiel enthält Fairtrade-Kakao, Fairtrade-Zucker und weitere Zutaten wie Milchpulver, die nicht aus Fairem Handel stammen.
Damit ein Mischprodukt mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet werden darf, müssen die nachfolgenden Anforderungen erfüllt sein:
- Damit ein Mischprodukt im Lebensmittel-Bereich als Fairtrade gelten kann, muss es zu mindestens 20 Prozent aus Fairtrade-zertifizierten Inhaltsstoffen bestehen.
- Außerdem müssen alle Inhaltsstoffe, die als Fairtrade-zertifiziertes Produkt erhältlich sind, auch Fairtrade zertifiziert sein. Dabei ist der prozentuale Anteil, den dieser Inhaltsstoff letztendlich im Endprodukt ausmacht, unbedeutend. Auch Inhaltsstoffe, die in nur kleinen Mengen im Produkt enthalten sind, müssen aus Fairtrade-zertifiziertem Anbau sein. Wie beispielsweise Kräuter, Gewürze oder Vanille.
Unter Unternehmen – Fairtrade-Partnerfirma werden finden Sie einen genauen Leitfaden, der Ihnen beschreibt, was Sie tun müssen um Ihre Produkte mit dem Fairtrade-Siegel auszeichnen lassen zu können.
Fairtrade, Umwelt und Klima
Umweltstandards bilden einen wichtigen Teil von Fairtrade, trotzdem ist Fairtrade kein Bio-Siegel. Das Fairtrade-Siegel ist in erster Linie ein Sozialsiegel und kein Umweltsiegel. Dennoch wird mit den Umweltkriterien in den Fairtrade-Standards das Ziel verfolgt, sämtliche landwirtschaftlichen Produkte ressourcenschonend und umweltverträglich anzubauen. Oft bietet auch der Faire Handel erst die Voraussetzung auf biologischen Anbau umzustellen. Rund 65 Prozent der Fairtrade-Produkte stammen aus biologischem Anbau.
Eine genaue Abgrenzung und Beschreibung zu Fairtrade und Bio finden Sie auch in unserem Statement:
Statement Fairtrade und Bio (209 KB)
Die öffentliche Diskussion zu Klimawandel und CO2-Ausstoß hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, und es besteht kein Zweifel daran, dass weltweit Maßnahmen erforderlich sind, um den Auswirkungen der Klimaerwärmung entgegenzuwirken.
Sollten Verbraucher und Verbraucherinnen angesichts des Klimawandels also weiter Fairtrade-Produkte kaufen? Fairtrade hat einen klaren entwicklungspolitischen Auftrag mit dem Ziel die Lebensbedingungen benachteiligter Produzenten und Produzentinnen langfristig zu verbessern. Produzierende erhalten einen fairen Preis für ihre Produkte, profitieren von langfristigen Lieferbeziehungen, erhalten die Fairtrade-Prämie und auf Wunsch eine Vorfinanzierung. Das Fairtrade System hat sich als sehr erfolgreich erwiesen: Es zeigt, dass ein auf die Menschen ausgerichtetes Handelsmodell sowohl wirksam Armut verringern als auch das Leben der Menschen im Süden nachhaltig verbessern kann.
Eine grundlegende Rolle in der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung von Entwicklungsländern spielt die Landwirtschaft. Allein in Afrika wird die Zahl der Menschen, die von dem Konsum ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse in Deutschland abhängig sind, mit 1,5 Millionen angegeben. 70 Prozent der armen afrikanischen Landbevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig, daher ist das Wachstum auf dem Agrarsektor ein wichtiger Schlüssel für wirtschaftliches Wachstum in Afrika.
Der Klimaschutz darf nicht auf Kosten der Armutsbekämpfung gehen, die benachteiligten Produzenten und Produzentinnen im Süden müssen auch weiterhin unterstützt werden.
Häufig ist der Einwand zu hören, dass es gerade in Zeiten des Klimawandels fragwürdig sei, Produkte aus weit entfernten Ländern zu kaufen. Diese Argumentation trifft nicht zu, da gerade bei Nahrungsmitteln die Produktion und Verarbeitung eine wichtigere Rolle für den Klima-Fußabdruck spielen als die Transportkosten.
Lesen Sie dazu auch unsere Statements:
Fairtrade und Klima (117 KB)
Fairtrade und Biodiversität (81 KB)
Nein, denn Fairtrade steht nicht in Konkurrenz mit der deutschen Landwirtschaft. Der Einkauf von lokalen Produkten oder nach Fairtrade-Standards erzeugten Produkten schließt sich nicht gegenseitig aus.
Fairtrade konzentriert sich auf tropische Agrarprodukte, wie Kaffee und Bananen, die im gemäßigten Klima unserer Breitengrade nicht angebaut werden können. In den Fällen, in denen regional produzierte Agrarprodukte mit Fairtrade-Produkten konkurrieren, lohnt sich ein sorgfältiger Blick auf die Ökobilanz. Fairtrade-Produkte werden nachhaltig produziert und sind daher umweltverträglich und ressourcenschonend.
Andere Fairtrade-zertifizierte Produktgruppen, wie Honig und Blumen, werden in den europäischen Ländern nicht in ausreichender Menge hergestellt. Da die heimische Produktion die Nachfrage nicht decken kann um den Kaufgewohnheiten der Konsumentinnen und Konsumenten nachzukommen, sind wir auch hier in Deutschland auf Importe angewiesen.
Konsumierende haben häufig nicht die Wahl zwischen heimischen und Fairtrade-zertifizierten Produkten. Sie wählen vielmehr zwischen Fairtrade-Honig und über den konventionellen Markt importierten Honig aus den USA oder China. Es bleibt jedem selbst überlassen, hier die Vor- und Nachteile abzuwägen und Entscheidungen zu treffen.
Sonstige Fragen zu TransFair
Das Fairtrade-Siegel steht für den Optimismus von Produzentenfamilien und Arbeiterinnen und Arbeitern in Entwicklungsländern. Es verbindet ihr Bedürfnis nach einem selbstbestimmten Leben mit dem Wunsch von Verbraucherinnen und Verbrauchern nach mehr Gerechtigkeit.
Blau steht für Chancen und Möglichkeiten, Grün ist die Farbe der Hoffnung und des Wachstums. Im Mittelpunkt unseres Handels stehen die Menschen im Süden, stellvertretend symbolisiert durch einen Produzenten mit gehobenem Arm.
Jedes einzelne Fairtrade-gesiegelte-Produkt erfüllt - unabhängig davon wo es verkauft wird - die international festgelegten Standards von Fairtrade International (FLO). Aus der vertraglichen Vereinbarung entstehen mit jeder Produkteinführung neue Marktzugänge und Absatzmöglichkeiten für Produzentengruppen.
Alle Produzentinnen und Produzenten erhalten dementsprechendend dieselben Mindestpreise und Fairtrade-Prämien, unabhängig davon, wo ihr Produkt verkauft wird. Zudem entstehen aus der vertraglich festgeschriebenen Kooperation Marktzugänge für Produzentengruppen, die bisher nicht möglich waren.
Fairtrade in den Discount
TransFair hat sowohl den Auftrag als auch das Ziel, benachteiligten Produzenten in der „Dritten Welt“ zu helfen. Dazu gehört insbesondere, diesen Produzenten Absatzmöglichkeiten für ihre Produkte zu schaffen und diese auszubauen. Bereits in den 1990er Jahren wurde die Grundsatzentscheidung getroffen, Fairtrade-gesiegelte Produkte bei Discountern anzubieten. Über lange Zeit führte der Discounter Plus (heute „netto“) diese Produkte, begleitet von saisonalen Fairtrade-Sonderaktionen.
Seitdem sind sowohl Ketten des Lebensmittel-Einzelhandels als auch weitere Discounter hinzugekommen – von denen einige über Beteiligungen und Tochterfirmen miteinander verbunden sind (z.B. REWE Group – Penny; Edeka-Gruppe – Netto).
Über 90 Prozent der Deutschen kaufen gelegentlich oder regelmäßig im Discount ein. Es wäre eine verpasste Chance, diesen wichtigen Vertriebsweg für die Produzentengruppen in den Entwicklungsländern prinzipiell auszuschließen. Das Angebot bei Lidl unter der Eigenmarke Fairglobe, wie auch bei Penny, Netto und inzwischen mit dem ersten Produkt der Eigenmarke One-World in den Aldi-Süd-Filialen, ermöglicht Verbraucherinnen und Verbrauchern auch dort den Einkauf von Fairtrade-Produkten. 250.000 Einkäufe werden wöchentlich allein im Discount getätigt. Von den zusätzlichen Absätzen profitieren die Produzenten, insbesondere Kleinbauern und -bäuerinnen, Kooperativen, Plantagenarbeiter und -arbeiterinnen und deren Familien in Afrika, Asien und Lateinamerika.
Links zum Thema
Statement Fragen und Antworten zur Zusammenarbeit zwischen TransFair und Discountern (38 KB)
Das Fairtrade-Siegel wurde ausdrücklich zur Unterstützung der am meisten benachteiligten Produzentinnen und Produzenten der Welt entwickelt. Dabei stehen die Produzentengruppen in Entwicklungsländer aus Asien, Lateinamerika und Afrika im Fokus.
Die Satzung des TransFair e.V. legt das Vereinsziel klar fest:
Die Förderung der Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Ausgehend von dem Prinzip "Wandel durch Handel" will der Verein den Handel zu fairen Bedingungen mit benachteiligten Produzenten und Produzentinnen in den Ländern Afrikas, Asiens, Ozeaniens und Lateinamerikas als weiterführendes Instrument der Entwicklungshilfe und -zusammenarbeit fördern und stärken, ohne selbst diesen Handel zu betreiben.
Den Bauernfamilien in Entwicklungsländern steht oft nur wenig Infrastruktur zur Verfügung, es fehlen Sozialversicherungssysteme oder sonstige Sicherheitsnetze, die helfen wenn sie für ihre Produkte keine angemessenen Preise erzielen können.
Da die Armut im globalen Süden weiterhin ein großes Problem darstellt und viele Menschen unter Hunger oder sehr schlechten Lebens- und Arbeitsbedingungen leiden müssen, richten sich die Fairtrade-Standards und alle sonstigen Hilfsmaßnahmen speziell darauf aus, Produzierende in Entwicklungsländern darin zu unterstützen, Armut durch Handel zu bekämpfen.
Der gemeinnützige Verein TransFair e.V. finanziert sich hauptsächlich durch Einnahmen aus den Lizenzgebühren für das Fairtrade-Siegel, die von den Lizenznehmern an TransFair gezahlt werden. Diese Lizenzeinnahmen decken den größten Teil der Kosten ab.
TransFair e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der von angesehenen Institutionen aus den Bereichen Entwicklungspolitik, Kirche, Verbraucherschutz, Frauen, Bildung und Soziales getragen wird. Mitgliedsbeiträge tragen ebenfalls zur Finanzierung bei. Als gemeinnütziger Verein strebt TransFair keine Gewinne an. Alle Einnahmen werden zeitnah im Sinne der Vereins-Satzung eingesetzt, um den Fairen Handel, Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit zu fördern.
Die Faire Woche ist derzeit das einzige Projekt von TransFair und anderen Organisationen des Fairen Handels, das mit Hilfe von Zuschüssen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit, des Evangelischen Entwicklungsdienstes / Brot für die Welt und Misereor ermöglicht wurde.
Weitere Informationen enthalten die Jahresberichte von TransFair e.V. unter Materialien – Downlaod.
TransFair ist eine unabhängige Siegelinitiative. TransFair handelt nicht selbst mit Produkten, sondern vergibt sein Siegel an Firmen, die sich vertraglich verpflichten, die Fairtrade-Standards einzuhalten und dies auch kontrollieren zu lassen.
Die Gepa ist das größte europäische Fairhandels-Unternehmen und ein Lizenznehmer unter den fast 200 Partner-Firmen von TransFair. Als ältester Lizenznehmer hat die Gepa dazu beigetragen, das Fairtrade-Siegel in Deutschland bekannter zu machen.
Seit 2012 hat die Gepa ihre Marketingstrategie geändert: Sie stellt jetzt ihr Firmen-Logo in den Mittelpunkt der Kommunikation, um stärker als vorher als eigenständiger Akteur wahrgenommen zu werden. Bedauerlicherweise verzichtet die Gepa dabei bei den vielen Produkten auf das unabhängige Fairtrade-Siegel, obwohl die meisten Produkte weiterhin von Fairtrade-zertifizierten Produzentengruppen stammen. Diese Marketingentscheidung geht leider zu Lasten der Transparenz.
Die Gepa ist auch weiterhin zertifizierter Partner. Die Information darüber, ob und nach welchem Standard das jeweilige Produkt zertifiziert ist, liegt bei nicht gesiegelten Produkten allein bei der Gepa.
Allgemeine Fragen
TransFair stellt eine ganze Reihe kostenloser Info-Materialien zur Verfügung. Jahresberichte, Faltblätter, Poster, Postkarten und vieles mehr, können Sie auf unserer Webseite bestellen oder herunterladen.
Die Filme über Fairtrade und TransFair können Sie unter info(at)fairtrade-deutschland.de bestellen. Bitte geben Sie als Betreff „Filmbestellung“ an.
Fotos von Fairtrade-Produzenten und –Produkten finden Sie in der Fairtrade-Fotodatenbank. TransFair stellt dort eine begrenzte Anzahl Bilder, die gemäß den Urheberrechtsbestimmungen genutzt werden können, zur Verfügung.
Sollten Sie weitere Fragen zur Verwendung von Fotos haben, dann wenden Sie sich bitte direkt an Regina Volkmer (r.volkmer(at)fairtrade-deutschland.de)
TransFair beschäftigt zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen - sogenannte Multiplikatoren. Diese „Multis“ unterstützen Sie gerne dabei Vorträge oder Informationsveranstaltungen abzuhalten.
Bitte suchen Sie in unserem Referenten-Pool nach einem geeigneten Ansprechpartner aus Ihrer Region:
Bei weiteren Fragen zu dem Thema „Referenten“ oder wenn Sie keinen Ansprechpartner in Ihrer Region gefunden haben, wenden Sie sich bitte an Angelika Grote, a.grote(at)fairtrade-deutschland.de
Es freut uns sehr, dass so viele Schülerinnen, Schüler und Studenten und Studentinnen an wissenschaftlichen Arbeiten oder Projekten zu den verschiedenen Aspekten von Fairtrade arbeiten. Auf unserer Website haben wir daher so viele Informationen wie möglich zusammengetragen. Bitte lesen Sie unsere Statements, Info-Broschüren und Jahresberichte, bevor Sie sich mit konkreten Fragen an uns wenden. Denn je besser Sie sich im Vorhinein Informieren, desto besser können unsere Mitarbeiter auf Ihre Fragen reagieren. Bitte haben Sie Verständnis, dass unsere Mitarbeiter unter Umständen etwas Zeit brauchen um Ihre Anfragen zu beantworten.
Links zum Thema:
Materialien bestellen
Glossar
Statements zu Fairtrade-Themen
Schülerecke
Die Betreuung der Fairtrade-Produzentengruppen fällt in den Verantwortungsbereich unseres Dachverbands Fairtrade Labelling Organizations International (FLO). Daher kann TransFair Sie nicht mit einer Produzenten-Kooperative in Kontakt bringen.
Laut FLO erhalten die Produzentengruppen zunehmend Besuchsanfragen aus der Öffentlichkeit. Die meisten Produzentengruppen können keine Besucher empfangen. Es gibt jedoch eine wachsende Zahl Fairtrade-zertifizierter Produzentengruppen, die den Tourismus als alternative Einkommensquelle erschlossen haben.
Hierzu gehören:
CEPICAFE - Central Piurana de Cafetaleros
Besuchen Sie die Kaffee-, Kakao-, und Zuckerproduzenten von Cepicafé, einer Fairtrade-Kooperative in Montero in Nord-Peru, die organische Produkte für den europäischen Markt herstellt.
Kontakt: www.cepicafe.com.pe/ // Tel.: 0051 94 83 42 028 // Email: turismo(at)cepicafe.com.pe // Facebookseite "Meet the Makers"
Ecuador: Die El Guabo Banana Growers’ Co-operative.
„Das echte Ecuador erleben. Eine Gelegenheit, die Menschen vor Ort kennen zu lernen, sich über Fairtrade und den Bio-Anbau von Bananen zu informieren und das Alltagsleben einer Plantage zu erleben.“
Belize: Die Toledo Ecotourism Association betreibt Gästehäuser und Wanderungen in kleinen Dörfern, in denen die Bauern ihren Kakao zu Fairtrade-Bedingungen verkaufen.
Auch andere Reiseanbieter bieten Touren zu Fairtrade-Kooperativen an:
Ecuador und Nicaragua: Der österreichische Reiseveranstalter Ruefa bietet Reisen nach Ecuador und Nicaragua an, bei denen auch Fairtrade-Kooperativen besucht werden.
Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, Südafrika und Tansania: Paseo bietet Reisen zu den Produzenten verschiedener Fairtrade-Produkte an - vom Besuch bei Fairtrade-Ananas Farmen in Costa Rica über eine Schokoladen-Tour in der Dominikanischen Republik bis hin zu einer Tour zu der Kaffeekooperative KNCU in Tansania.
Nicaragua: Die Nicaragua Solidarity Campaign organisiert Studienreisen einschließlich Besuchen bei Fairtrade-Kaffeeproduzentengruppen. E-Mail: campaigns@nicaraguasc.org.uk , Tel.+050 (0)20 7561 4836
Links zum Thema:
Infos zur Bananetour; E-Mail: marco.valle(at)asoguabo.com.ec Telefon: +593(0)9 432 7740.
Infos zu Toledo Ecotoursm Association
Infos zur Nicaragua Solidarity Campaign ; E-Mail: campaigns(at)nicaraguasc.org.uk, Tel.+050 (0)20 7561 4836.
Bitte beachten Sie, dass TransFair für diese unabhängigen Projekte keine Verantwortung übernimmt.
Die Nutzungsrechte für das Fairtrade-Logo liegen bei TransFair, das Fairtrade-Siegel darf nur nach Zustimmung oder Freigabe durch TransFair abgebildet werden.
Es gelten folgende Regeln:
- Das Fairtrade-Siegel darf generell nur im Zusammenhang mit Fairtrade, Fairem Handel oder Fairtrade-Produkten verwendet werden. Das Logo muss zudem immer klar im direkten Zusammenhang mit Ihrem Beitrag abgebildet werden.
- Das Fairtrade-Siegel darf für Bildungs- oder Informationszwecke als Illustration eines informativen Textes oder Artikels abgebildet werden, in dem es um den Fairen Handel geht.
- Das Siegel darf nicht auf Produkten erscheinen, die nicht Fairtrade zertifiziert sind.
- Es darf niemals verändert werden oder nur in Teilen abgebildet werden.
Für Websites oder Publikationen gilt:
- Das Fairtrade-Siegel muss klar als Produkt-Siegel zu erkennen sein und darf nicht mit einem Unternehmens-Logo verwechselt werden. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass das Siegel zu einer bestimmten Marke oder Firmenidentität gehört. Das bedeutet, dass das Siegel zum Beispiel nicht auf einer Visitenkarte oder einem Firmenschild auftauchen darf.
- Es muss klar werden, dass Sie - beziehungsweise Ihre Organisation/Unternehmen - der Absender der Website/Publikation sind und nicht Fairtrade/TransFair. Das Fairtrade-Siegel muss immer kleiner abgebildet werden, als Ihr eigenes Logo, beziehungsweise das Logo Ihrer Organisation oder Ihres Unternehmens.
- Firmen, die Fairtrade-Produkte vertreiben und diese mit dem Fairtrade-Logo auf der Webseite oder in einer Publikation bewerben möchten, dürfen das Siegel ebenso ausschließlich im direkten Zusammenhang der Fairtrade-zertifizierten Produkte abbilden – in keinem Fall darf der Eindruck entstehen, dass auch andere Produkte Fairtrade-zertifiziert sind, die nicht die Fairtrade-Standards erfüllen.
- Durch einen Zusatz wie „Wir unterstützten Fairtrade/den Fairen Handel“ oder „Achten Sie auf dieses Zeichen“ können Sie dies besonders deutlich machen.
Link zum Thema:
Foto-Service - Download Siegel
Nutzungbedingungen Fairtrade Siegel (124 KB)
