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Fairer Handel mit Kakao

Situation am Kakao-Markt
In mehr als 30 Entwicklungsländern wird Kakao angebaut - 14 Millionen Menschen bestreiten ihren Lebensunterhalt mit seiner Produktion. In zahlreichen Ländern Westafrikas und Lateinamerikas ist die Kakao-Produktion Haupteinnahmequelle von vielen Familien. Zum Beispiel an der Elfenbeinküste oder in Ghana wo 90 Prozent der Bauernfamilien von der Produktion von Kakao abhängig sind.
Während der Kakao-Anbau hauptsächlich in tropischen Regionen in den Ländern des Südens stattfindet, spielt sich der Großteil der Weiterverarbeitung und des Konsums von Kakao-Produkten in den Industrieländern ab.
Schwieriger Zugang zu den Märkten
Schätzungsweise 90 Prozent des weltweit produzierten Kakaos stammen von Familienbetrieben, die oft nur kleine Felder von weniger als fünf Hektar bewirtschaften. Nur fünf Prozent der Kakaoproduktion findet hingegen auf Plantagen statt, die größer sind als 40 Hektar.
Fairtrade-Kakao Film
Der Faire Handel mit Kakao verhilft den Kleinbauern einer Kooperative in der Dominikanischen Republik zu einer Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen.
Viele Kleinbauern wissen gar nicht, was ihre Produkte wert sind. Zwischenhändler nutzen diesen Zustand aus und bezahlen ihnen deshalb oft viel zu niedrige Preise, die unter dem eigentlichen Marktwert liegen.
Die schwierige Situation am Kakao-Markt und das sehr geringen Einkommen der Produzenten, haben dazu geführt, dass der Anteil an Kinderarbeit und Sklavenarbeit in Westafrika gestiegen ist. 2001 berichteten die ILO (Internationale Arbeiter Organisation) und andere Organisationen von Kinder- und Sklavenarbeit auf vielen Kakaofarmen an der Elfenbeinküste. Von dort stammen 43 Prozent der weltweiten Kakaoproduktion. Laut Unicef mussten 2008 60 Millionen Kinder in afrikanischen Ländern südlich der Sahara arbeiten – häufig in der Landwirtschaft, in Steinbrüchen oder auf Baustellen.
Die Fairtrade-Standards schließen illegale Kinderarbeit aus. Der Faire Handel bietet den Bauern und Bäuerinnen die Möglichkeit einen festen Mindestpreis für ihren Kakao zu erwirtschaften, so dass sie ihre Lebensqualität steigern können und nicht mehr darauf angewiesen sind, dass ihre Kinder zum Familien-Einkommen beitragen. Zusätzlich wird den Kleinbauern-Organisationen eine Fairtrade-Prämie bezahlt. Von ihr werden Gemeinschaftsprojekte finanziert – wie zum Beispiel der Bau von Schulen.
Genuss mit Verantwortung
Fairtrade schafft Perspektiven für Kakaobauern: Die zertifizierten Kooperativen bekommen feste Mindestpreise. Dadurch bekommen die Bauern und Bäuerinnen eine faire Bezahlung für ihre harte Arbeit.
Fairtrade schreibt vor, dass zusätzlich zum Mindestpreis immer eine Fairtrade-Prämie ausgezahlt wird. Dieses zusätzliche Geld können die Produzenten in Gemeinschaftsprojekte finanzieren: wie zum Beispiel den Bau einer Schule, die Umstellung auf ökologischen Anbau oder in Investionen in die Infrastruktur.
Weitere Informationen zu Fairtrade-Kakao
Fairtrade-Standards Kakao - Cocoa (engl.)
Fairtrade-Mindestpreise und Prämie (engl.)
Liste aller Fairtrade-Kakao-Kooperativen (engl.)
Fact-Sheet "Kakao" (1,7 MB)
Statement: Fairtrade und Rückverfolgbarkeit (104 KB)
Statement: Fairtrade und Kinderarbeit (210 KB)
Hintergrund: Fairer Handel am Beispiel Kakao (503 KB)



