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Fairer Handel mit Kaffee

Das schwarze Gold
Kaffee gehört zu den wichtigsten Welthandelsgütern. Für einen Großteil der 25 Millionen Kaffee-Bauern ist er jedoch ein sehr arbeitsintensives Produkt, das sehr viel Aufmerksamkeit erfordert - auf der anderen Seite aber nur sehr wenig Gewinne einbringt.
Für viele Länder des Südens ist die Kaffeeproduktion ein wichtiger Wirtschaftszweig. Die meisten Bauernfamilien, die von der Kaffeeproduktion leben, sind in Entwicklungsländern zu Hause. Zum Beispiel in Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Indonesien oder Mexiko – die größten Export-Länder von Kaffee.
News zu Fairtrade-Kaffee
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Der Handel mit Kaffee – ein unbeständiges Geschäft
Für viele Länder des Südens ist die Kaffeeproduktion ein wichtiger Wirtschaftszweig. Die meisten Bauernfamilien, die von der Kaffeeproduktion leben, sind in Entwicklungsländern zu Hause. Zum Beispiel in Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Indonesien oder Mexiko – die größten Export-Länder von Kaffee.
Kaffee von den Maya-Indianern
Ein Kamerateam hat die Kooperative "Asociación Chajulense" im Hochland von Guatemala Anfang der 90er Jahre und wieder 2011 besucht. Sehen Sie, wie Fairtrade das Dorf Cachul und seine Bewohnerinnen und Bewohner in knapp zwei Jahrzehnten verändert hat.
Die Geschichte des Kaffees ist geprägt durch starke Schwankungen des Weltmarktpreises. Die Preisschwankungen und die damit verbundene Verarmung der Kaffeebauern waren der Grund dafür, dass sich 1962 die Kaffee produzierenden Länder zusammenschlossen und das erste Internationale Kaffeeabkommen (International Coffee Agreement) verabschiedet wurde. Ziel dieses Abkommen war es, ein Überangebot und drohende Kaffeekrisen verhindern zu können. Am 27. Dezember 1963 trat dieses Abkommen in Kraft. Unterzeichnet wurde es von 44 Export- und 18 Importländern, die sich auf Mindestpreise und Exportquoten einigen.
Bis in die achtziger Jahre hinein funktioniert die Regulierung durch das Abkommen. Dann aber drangen neue Exportländer wie Vietnam auf den Markt, die ihre Preise am Abkommen vorbei festlegen konnten. Auch die USA setzen inzwischen auf die selbstheilenden Kräfte des Handelsverkehrs. 1989 brachte die US-Regierung das internationale Kaffeeabkommen zu Fall. Der Kaffeepreis sank dadurch rapide unter 80 US-Cent pro Pfund.
Erst 1994 konnten sich die Vertragsländer auf ein neues internationales Kaffeeabkommen einigen. Es wurde jedoch entschieden, dass die Kaffeepreise nicht länger reguliert werden sollten. Die im Vergleich zu den Vorgängerabkommen bescheidenen Ziele des Abkommens, sind die Förderung der internationalen Zusammenarbeit sowie die Erhaltung der Internationalen Kaffeeorganisation als Diskussionsforum und Forschungseinrichtung.
Im selben Jahr wurde ein großer Teil der Kaffeeernte in Brasilien zerstört, so dass der Weltmarktpreis für Kaffee auf 2,80 US-Dollar pro Pfund anstieg.
Grafiken zum Fairtrade-Kaffee






Die Kaffee-Krise
Der hohe Kaffeepreis hielt sich jedoch nur für eine kurze Zeit. Im Oktober 2001 war der Kaffeepreis so niedrig, wie er es zuletzt vor dreißig Jahren war – dies hatte verheerende Folgen für die Kaffeebauern und -bäuerinnen.
Über Nacht brach der gesamte Kaffeemarkt zusammen und sie bekamen nur noch 45 US-Cent pro Pfund für ihre Ernten. Tausende von Kaffeebauern von Peru bis zum Kilimandscharo verloren ihre Arbeit – ihre Kaffeesträucher waren auf einmal nichts mehr wert. Die Krise zeigte deutlich, wie verwundbar die Kaffeebauern sind und dass sie kaum Chancen haben am internationalen Markt zu bestehen.
Grund für die Krise war vor allem eine Überproduktion von Kaffee. In Vietnam und anderen Ländern wurden auf Plantagen riesige Mengen Robusta-Kaffee angebaut. Vietnam wurde vom Internationalen Währungsfond dazu ermutigt, der die Regierung von Vietnam dazu anwies, den heimischen Kaffee zu subventionieren. Die Qualität dieses Kaffees war jedoch sehr schlecht. Durch die großen Übermengen an Kaffee kletterten die Weltmarktpreise weiter nach unten.
2002 wurden acht Prozent mehr Kaffee produziert, als konsumiert wurde. Die Folge der Kaffeekrise war eine ökonomische Verwüstung für viele Kaffee produzierenden Länder. Über 100 Millionen Menschen - Bauern, Händler und Verkäufer – waren von der Krise betroffen.
Viele Menschen, aus Ländern, die vom Kaffee-Export abhängig sind – wie in Zentral- und Südamerika, in Afrika und Asien, mussten hungern und durch Einsparungen der Regierungen heftige Einschläge im Gesundheits- und im Bildungssystem hinnehmen.
Bis 2009 haben sich die Kaffeepreise wieder stabilisiert. Trotzdem sind die Bauern und Bäuerinnen weiter mit schwankenden Preisen konfrontiert, die abhängig sind von Nachfrage oder Umwelteinflüssen. Da es vier Jahre dauert, bis ein Kaffeestrauch die ersten Früchte trägt, ist es für die Bauern schwierig schnell auf Veränderungen am Markt zu reagieren.
Fairtrade stärkt Kleinbauern
Das Fairtrade-Siegel garantiert Kleinbauerngenossenschaften in den Anbauländern, wie zum Beispiel Mexiko, Peru, Kolumbien, Bolivien, Guatemala, Tansania und Äthiopien, feste Mindestpreise und langfristige Handelsbeziehungen zu gleich bleibend fairen Konditionen. Ohne Zwischenhändler, dafür mit der Möglichkeit der Vorfinan zierung und Aufschlägen für biologisch angebauten Kaffee.
Den Mehrerlös durch den Fairen Handel investieren die Genossenschaften in Projekte zur Steigerung von Produktion und Qualität ihrer Produkte und in Gemeinschafts-Projekte wie etwa den Bau von Schulen oder die medizinische Versorgung. Welche Maßnahmen im Einzelnen realisiert werden, entscheiden
die Mitglieder selbst.




