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Inhaltsbereich: Produzentengeschichte

Fairtrade Nüsse und Trockenfrüchte: Hazir Shah

Hazir Shah ist Vorstandvertreter der Ghazer Fairtrade Farmers
Hazir Shah wurde zum Vorstandsvertreter der Ghazer Fairtrade Farmers gewählt.

Hoffnung für das Yazin-Tal

An Arbeit mangelt es Hazir Shah nicht: Der  70-jährige ist nicht nur Sozialarbeiter im pakistanischen Yazin-Tal, sondern wurde  vor einem Jahr auch zum Vorstandsvertreter der Ghazer Fairtrade Farmers gewählt. Hazir ist stolzer Vater von vier Söhnen und vier Töchtern. In seinem Heimatdorf Barkulthi besitzt er zudem  rund 6000 Quadratmeter Land, die er gemeinsam mit seiner Familie bewirtschaftet.

Es ist ein schwieriges Unterfangen, in den unzugänglichen Bergregionen des Karakorums und des Himalayas im Norden Pakistans effektiv Landwirtschaft zu betreiben. Neben den extremen Tempera­turschwankungen – zwischen über 40 Grad Celsius im Sommer und -10 Grad im Winter - erschweren regelmäßige Überschwemmungen den Kleinbauern das Leben. Da in den armen Dörfern und Kom­munen zudem oft  das Geld fehlt, um neue Straßen zu bauen, schaffen es die Bauern häufig  nicht, ihre Ernte zum Weiterverkauf in die größeren Orte oder Städte zu transportieren, bevor die Waren verderben.

Mit Fairtrade geht’s besser:

Das Fairtrade-zertifizierte Unternehmen Mountain Fruits Ltd. hat es sich daher zum Ziel gesetzt, die Kleinbauern der unzugänglichen Bergregionen Pakistans zu unterstützen. Das auf Nüsse und getrock­nete Früchte spezialisierte Unternehmen verarbeitet, verpackt und exportiert die landwirtschaftli­chen Erzeugnisse, die von  Kleinbauern aus dem Norden Pakistans stammen. Um die Kleinbauern zu unterstützen, organisiert die Mountain Fruits Ltd. Weiterbildungen: Neben effektiveren Anbaume­thoden werden die Bauern auch im Bereich biologischer Landwirtschaft geschult. Zudem lernen sie, wie die geernteten Früchte richtig getrocknet und wie Nüsse bereits vor Ort verarbeitet werden kön­nen. Darüber hinaus  bietet das Unternehmen den Bauern Zugang zu internationalen Märkten – und das mit Erfolg: So produziert Mountain Fruits Ltd. jährlich rund 60 Tonnen Aprikosen, 20 Tonnen Mandeln, 15 Tonnen Walnüsse und acht Tonnen Aprikosen-Kerne, aus denen unter anderem Persipan hergestellt wird, eine Marzipan-ähnliche Masse, die in der Süßwarenindustrie Verwendung findet. Alle diese Waren entsprechen den Fairtrade-Standards, und so erhalten die Kleinbauern einen stabi­len Mindestpreis für ihre Erzeugnisse.

Fairtrade-Prämien nutzen der gesamten Region

Über die Verwendung der Fairtrade-Prämien stimmen die Kleinbauern der Mountain Fruits Ltd. jährlich gemeinsam ab. In der Vergangenheit konnten durch die Prämien zahlreiche Projekte, die allen Mitgliedern der Kooperativen oder auch der gesamten Region zu Gute kommen, verwirklicht werden. So konnten für die Schulen der Region Lehrmaterialien und -bücher angeschafft werden. Für die Kinder der ärmsten Familien wurde das Schulgeld bezahlt, so dass diese nun auch an einer Schulbildung teilhaben können. Zudem wurde ein Spielplatz errichtet. Ein weiterer Schwerpunkt der Investitionen lag in der Verbesserung der Infrastruktur. Investiert wurde unter anderem in die Verbesserung und den Ausbau der Bewässerungssysteme, in neue Wassertanks, einen Stromgenerator und in Sähmaschinen, die die Arbeit der Kleinbauern erleichtern sollen.

Hazir ist stolz darauf, dass durch den Fairen Handel in seiner Region bereits so  vieles erreicht werden konnte: „Fairtrade hat nicht nur den zertifizierten Kleinbauernorganisationen, sondern auch den gesamten Dörfern und

Hoffnung für Pakistans Frauen

Kommunen großen Nutzen gebracht. Dank Fairtrade erhalten wir ge­rechte Preise für unsere Walnüsse, Mandeln und Früchte, so dass wir nun von unseren landwirtschaftlichen Erträgen leben können. Außerdem erhalten wir das Geld für unsere Waren nun pünktlich und in bar. Früher gaben uns die Händler für unsere Nüsse und Früchte oft kein Bargeld, sondern bestanden auf Tauschhandel. So hatten wir häufig kein Geld, um einen Arzt aufzusuchen, Medikamente zu kaufen oder um das Schul­geld für unsere Kinder zu bezahlen.“

Auch für seine Töchter sieht Hazir dank Fairtrade nun bessere Zukunftsperspektiven: „Fairtrade schafft eine Einkommensquelle für Frauen. Früher gab es in der Region keine guten Arbeitsstellen für Frauen. Über 100 Frauen haben bei Mountain Fruits nun saisonal die Möglichkeit, in der Klassifizie­rung und Sortierung von Nüssen und anderen Früchten zu arbeiten. So haben sie nun die Chance, etwas zum Lebensunterhalt ihrer Familien beizutragen. Dank Fairtrade ist das Bewusstsein der Bauern für die Qualität ihrer Waren gestiegen. Das hat auch die Einigkeit und das Gemeinschaftsge­fühl zwischen den Bauern gestärkt.“

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